Forscherteam aus Südafrika ist sich sicher

Omikron-Variante soll älter als Alpha und Delta sein!

Fotomontage: Coronavirus mit Schriftzug Omikron.
Fotomontage: Coronavirus mit Schriftzug Omikron.
© imago images/Christian Ohde, CHRISTIAN OHDE via www.imago-images.de, www.imago-images.de

07. Dezember 2021 - 9:47 Uhr

Omikron-Variante älter als Alpha und Delta?

Wolfgang Preiser ist Mitglied des Forschungsteams, das die Omikron-Variante in Südafrika entdeckt hat. Der Deutsche, der an der Stellenbosch University in der Nähe von Kapstadt forscht, überrascht mit folgender Aussage: "Nach derzeitigem Kenntnisstand hat sich eine frühe Form von Omikron schon vor der Entstehung von Alpha und Delta als eigener Virustyp entwickelt." Heißt also, die neueste Coronamutation gibt es schon viel länger als vermutet.

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Omikron gibt es länger als angenommen

Nach Informationen der "Deutschen Presse-Agentur" beschäftigen die Forscher folgende Fragen: "Wieso blieb Omikron so lange verborgen und legt erst jetzt los? Fehlten noch ein, zwei Mutationen, um sich schnell verbreiten zu können?" Weltweit erlangte die neue Mutation in der ersten Novemberhälfte sehr viel Aufmerksamkeit. Dabei soll es sie bereits viel länger geben. Die zuerst in Südafrika und Botsuana entdeckte Variante hat besonders viele Mutationen. Sie betreffen unter anderem das Spike-Protein, über das die Viren an menschliche Zellen andocken.

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Deutsche Fälle

In Deutschland waren laut Robert Koch-Institut bis Mittwoch vier Fälle der Omikron-Variante durch Genomsequenzierung bestätigt - allesamt Reiserückkehrer aus Südafrika. Bei acht weiteren Fällen in Deutschland bestehe ein Verdacht auf die Variante. Experten vermuten jedoch, dass sich die Variante bereits unbemerkt mehr verbreitet hat.

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Wird Omikron die meist verbreitete Variante?

Omikron könnte nach Einschätzung der EU-Gesundheitsbehörde ECDC schon in wenigen Monaten die dominierende Variante in Europa sein. Die Behörde wies kürzlich darauf hin, dass es zwar nach wie vor eine Reihe von Unsicherheiten hinsichtlich der Übertragbarkeit, des Schweregrades von Erkrankungen und mögliche Auswirkungen auf die Immunabwehr gibt. Vorläufige Daten deuteten jedoch darauf hin, dass Omikron gegenüber der Delta-Variante klar im Vorteil sei. Die WHO stuft Omikron als "besorgniserregend" ein.

Ursprungs-Vermutungen

Preiser geht davon aus, dass Omikron leichter übertragbar ist als Delta. Definitive Anzeichen, dass Omikron tendenziell zu milderen Krankheitsverläufen führt, sieht er nicht. Dafür sei es noch zu früh. Es gebe verschiedene Thesen zur Entstehung von Omikron, sagte Preiser. So könnte es sein, dass sich die Corona-Variante in einem Patienten mit HIV oder einer anderen Form von Immunschwäche entwickelt hat. "Das ist eine spekulative These und nicht belegt", sagte Preiser. Eine weitere Hypothese geht davon aus, dass sich Omikron in Tieren entwickelt hat.

Impfung dagegen nutzlos?

Auch andere Fragen sind noch offen, beispielsweise wie die Impfungen gegen Omikron wirken. "Zwar gibt es derzeit in Südafrika sehr viele Durchbruchsinfektionen bei Geimpften mit Omikron. Aber es ist unklar, ob das an speziellen Eigenschaften der Variante liegt." Denkbar sei auch, dass äußere Umstände eine Rolle spielen. So infizieren sich derzeit häufig Mitarbeiter des Gesundheitswesens, die unter anderem wegen einer frühen Impfung stärker von einem nachlassenden Schutz betroffen sind. (dpa/gas)

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