Dank Crash zum Titel?

Hamilton will "so nie Weltmeister werden"

Max Verstappen steht vor der Unfallstelle mit Lewis Hamilton.
Max Verstappen steht vor der Unfallstelle mit Lewis Hamilton.
© Imago Sportfotodienst

05. Oktober 2021 - 12:27 Uhr

Hamilton und Verstappen haben nach Monza-Crash nicht telefoniert

Der Titel-Zweikampf zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen nähert sich der hitzigen Schlussphase. Vielen befürchten einen entscheidenden Titel-Crash. Senna/Prost lassen grüßen? Der 100-malige GP-Sieger Hamilton spricht nun über das Verhältnis zu seinem Rivalen und erklärt: Mit einer Kollision will er auf gar keinen Fall die WM gewinnen.

Erst Silverstone, dann Monza - und nun?

Zwei Mal schon in dieser Saison kamen sich die Boliden von Lewis Hamilton und Max Verstappen näher, als es gesund ist. In Silverstone schoss Hamilton den Niederländer bei 280 km/h in Copse Corner ab, Verstappen rauschte mit 51g in den Reifenstapel. In Monza dann eine umgekehrte Situation. In der Schikane fuhr Verstappen den Mercedes-Mann über den Haufen und blieb quasi auf dessen Kopf (bzw. Halo stehen).

Die Formel-1-Welt hielt den Atem und blickt teils auch mit Sorgen auf den Schlussspurt der F1. Noch sieben Rennen stehen im Kalender. Der WM-Kampf ist spannend wie schon lange nicht mehr. Zwei Punkte trennen die Schwergewichte. Mercedes-Teamchef Toto Wolff kündigte im RTL-Interview an: Hamilton fährt jetzt wie Verstappen. Zurückziehen wollen beide nicht mehr. Droht also Crash Nummer drei?

Lieber Würde behalten, als Titel per Crash holen

Mitunter haben Unfälle schon die WM entschieden, die legendäre Schlacht zwischen Ayrton Senna und Alain Prost (1989/90) ist das prominenteste Beispiel. Auch Michael Schumacher profitierte bei seinem ersten Titel davon. Hamilton hofft, dass es so weit nicht kommen wird.

"Da gibt es gar keine Frage. So würde ich nie gewinnen wollen", sagte der 36-Jährige bei ESPN. "Wenn das bedeutete, dass du überhaupt nichts gewinnst, dann hast du wenigstens noch deine Würde. Ich würde auf keine andere Art und Weise gewinnen wollen. Du willst immer auf die richtige Art und Weise gewinnen."

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Hamilton klingelte bei Verstappen durch

Hamilton erzählte auch, dass er nach dem Monza-Crash nicht mit Verstappen über den Vorfall gesprochen habe. Anders als bei dem Silverstone-Unfall. Damals hatte der Brite bei Verstappen angerufen.

"Ich will nicht bevormundend sein. Aber ich bin viel älter und es war wichtig für mich anzurufen und das Eis zu brechen", so Hamilton, der aber auf den Altersfaktor hinweist. "Als ich 25 Jahre alt war, wäre ich dazu nicht in der Lage gewesen. Ich hege keine Feindseligkeit gegen ihn."

Nun sei die Situation anders. "Ich habe nichts von ihm gehört, aber ich denke auch nicht, dass wir telefonieren müssen. Es ist Racing, wir machen weiter. Ich denke, er wird aus dieser Erfahrung lernen, so wie ich. Ich kann nicht erwarten, dass sich die Dinge verändern also werde ich versuchen, mich noch weiter anzupassen. Das ist alles, was sich tun kann aus meiner Position."

Alle gegen Lewis

Das Verhältnis zwischen die beiden habe sich nicht verändert. "Es ist schwierig. Wenn du bei Leuten bist in feindlichen Szenarien. Wenn du bei ihnen bist, sind sie so und wenn du weg bist, sind sie anders."

Verstappen sei aber nicht die erste Person, die im Kampf gegen ihn nicht zurückziehen will und aggressiv dagegen hält. "Ich war immer der Gejagte. Seitdem ich jung war, war ich ganz vorne." Auch Alonso wollte nie aufgeben", blickt der Rekordchampion zurück.

Vor der Leistung des Red-Bull-Piloten hat er großen Respekt. "Er besitzt großartiges Talent und ich genieße es, gegen ihn zu fahren. Stimme ich allem zu, was er macht? Das zählt nicht. Was zählt ist, er geht seinen Weg und wird lernen und alles was ich kontrollieren kann, ist wie und was ich mache."

Trotz aller Rivalität und Sticheleien steht für Hamilton die Sicherheit an höchster Stelle. "Alle wollen am Ende zu ihren Familien und einen guten Winter haben."

Daran ändert auch der harte Fight gegen Verstappen nichts. "Egal was am Ende des Jahres passiert, wir werden uns die Hände geben und im nächsten Jahr zurückkehren und wieder gegeneinander kämpfen." (msc)