Nach Rassismus-Eklat um den Weltmeister

Formel-1-Welt stellt sich geschlossen hinter Lewis Hamilton

 FORMULA 1 AWS GRAND PRIX DU CANADA 2022 / 19.06.2022, Circuit Gilles-Villeneuve, Montreal, FORMULA 1 AWS GRAND PRIX DU CANADA 2022 , im Bild 3.Platz für Lewis Hamilton GBR, Mercedes-AMG Petronas Formula One Team *** FORMULA 1 AWS GRAND PRIX DU CANAD
Lewis Hamilton erlebte schon von Kindesbeinen an Diskriminierung wegen seiner Hautfarbe.
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Wirbel in der Formel 1: Ein rassistischer Spruch von Ex-Weltmeister Nelson Piquet sorgt für Fassungslosigkeit. Lewis Hamilton meldet sich auf Portugiesisch zu Wort und ruft zu einem Mentalitätswandel und zum Handeln auf. Nach seiner Antwort auf die fürchterlichen Äußerungen stehen ihm Team und Konkurrenz zur Seite.

Piquet-Interview sorgt für Entsetzen

Die Aussagen stammen aus dem November, fanden aber erst jetzt den Weg in die Öffentlichkeit. In einem Interview bezeichnete Nelson Piquet, dreimaliger Formel-1-Weltmeister, Lewis Hamilton mit dem N-Wort.

„Der kleine N***** stellt das Auto so hin, weil er keine Chance hatte, in dieser Kurve zwei Wagen zu überholen. Es ist ein Witz! Er hat Glück, dass es nur Verstappen erwischt hat“, sagte Piquet demnach auf Portugiesisch in einem Interview mit dem Journalisten Ricardo Oliveira.

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"Zeit zum Handeln ist gekommen"

Hamilton selbst reagierte am Dienstagmittag zunächst mit nur einem Satz. Auf Portugiesisch. Der Sprache des Brasilianers Piquet. „Konzentrieren wir uns darauf, die Denkweise zu ändern.“ Eine klare Ansage an den 69-Jährigen.

Kurz darauf folgte ein zweite Reaktion, in der er die Einstellung hinter den Sprüchen kritisierte. „Es ist mehr als Sprache. Diese archaischen Denkweisen müssen sich ändern und haben in unserem Sport keinen Platz“, schrieb Hamilton bei Twitter. „Ich war mein ganzes Leben lang von diesen Einstellungen umgeben und ein Ziel davon. Es war viel Zeit zum Lernen. Die Zeit zum Handeln ist gekommen.“

Zuvor hatten schon sein Rennstall Mercedes, die Formel 1 und der Weltverband mit deutlichen Worten reagiert. "Diskriminierende oder rassistische Sprache ist inakzeptabel und hat in der Gesellschaft keinen Platz", teilte die Rennserie mit. Hamilton sei "ein unglaublicher Botschafter unseres Sports und verdient Respekt. Sein unermüdlicher Einsatz für mehr Diversität und Inklusion ist vielen ein Vorbild", auch die Rennserie habe sich diesen Werten verschrieben.

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Mercedes, F1 und FIA beziehen Stellung

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Mercedes teilte in einem Statement mit: „Wir verurteilen aufs Schärfste jegliche Verwendung von rassistischer oder diskriminierender Sprache. Lewis hat die Bemühungen unseres Sports zur Bekämpfung von Rassismus angeführt, und er ist ein wahrer Verfechter der Vielfalt auf und neben der Strecke.“

Auch der Automobil-Weltverband FIA verurteilte die Worte am Dienstag scharf, "wir drücken unsere Solidarität mit Lewis Hamilton aus".

Piquet ist der Vater von Max Verstappens Freundin Kelly Piquet. In seiner aktiven Zeit war er mit Beschimpfungen seiner Gegner aufgefallen. Der Spruch über Hamilton fiel, als er den Zweikampf in Silverstone 2021 kommentierte, ein Crash zwischen dem Mercedes-Piloten und Verstappen führte zum Aus des Red-Bull-Fahrers .

Fans und Konkrrenz unterstützen Hamilton - der reagiert auf die Vorschläge

Manchen Fans ging das etwas spärliche Statement der Formel 1 nicht weit genug, weswegen sie ihrem Unmut über die Aussage Piquets Luft machten. „Was wäre, wenn Lewis Hamilton jetzt einfach tweetet: „Wer zum Teufel ist eigentlich Nelson Piquet?“, schrieb ein User online. Völlig überraschend nahm Lewis Hamilton persönlich die Aussage des Anhängers auf und retweetete kurzangebunden, aber vielsagend: „Stell Dir das mal vor.“

Mittlerweile meldete sich auch die „Konkurrenz“ zu Wort und solidarisierte sich mit dem Briten. McLaren, Ferrari und Aston Martin stärkten Hamilton und auch seine Kollegen wie etwa Lando Norris, Charles Leclerc und Esteban Ocon sprangen für ihn in die Bresche. Vor allem Teamkollege George Russell fand starke Worte: „Großen Respekt an Lewis. er hat mehr für den Sport getan als jeder andere Fahrer in der Geschichte, nicht nur auf, sondern neben der Strecke. Der Fakt, dass er und andere IMMER NOCH mit diesem Verhalten leben müssen, ist inakzeptabel. Wir alle müssen zusammenstehen gegen Diskriminierung jeglicher Art.“ (msc/lde)

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