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Formel 1: Nikita Mazepin exklusiv über Mick Schumacher und Kritik - "Bin kein Bad Guy"

Mazepin über Mick und Kritik

"Bin kein Bad Guy"

 Formula 1 2021: Spanish GP CIRCUIT DE BARCELONA-CATALUNYA, SPAIN - MAY 06: Nikita Mazepin, Haas F1, is interviewed by RTL during the Spanish GP at Circuit de Barcelona-Catalunya on Thursday May 06, 2021 in Barcelona, Spain. Photo by Zak Mauger / LAT
Nikita Mazepin am RTL-Mikro
www.imago-images.de, imago images/Motorsport Images, Zak Mauger via www.imago-images.de

Formel 1: Exklusiv-Interview mit Nikita Mazepin

Formel-1-Neuling Nikita Mazepin sieht sein Verhältnis zu Teamkollege Mick Schumacher als „sehr professionell“. Der russische Haas-Pilot spricht im exklusiven Gespräch mit RTL über die Zusammenarbeit mit Schumi jr., erklärt, wieso er sich über Kritik freut und das Rennen in Barcelona extrem wichtig für ihn ist.

Nikita Mazepin: "Noch ein weiter Weg"

Die ersten Arbeitswochen in der Formel 1 waren nicht leicht für Nikita Mazepin. Mehrere Dreher, ein Ausfall, letzte Plätze, Spott der Fans und Ärger mit den Kollegen auf der Strecke . Bis er endgültig in der Königsklasse angekommen ist, sei es „noch ein weiter Weg“, sagte Mazepin. „Es gibt viel zu lernen. Das Jahr geht gerade erst los.“

Was er mit lernen meint, schiebt er direkt hinterher: „Wie man das Rennwochenende richtig einteilt. Wie man die Balance am Wagen managt. Und über das Wochenende proaktiver zu sein mit dem Wetter, dem Wind und den Einfluss auf den Wagen. Das lernt man nur, indem man es tut, nicht indem man ein Buch liest.“

Mit der großen Kritik an seiner Fahrperformance, wie zuletzt nach dem Manöver gegen Sergio Perez im Red Bull , geht er entspannt um. „Die kommt auf, das passiert. Ich würde nicht zustimmen, dass ich nicht zuhöre (Teamradio, Anm.d.Red). Das habe ich schon viel und auch gut“, so Mazepin. „Manchmal machen wir Fehler, die mich im Wagen beeinflussen, zum Beispiel wenn ich einen anderen Fahrer nicht sehe. Wenn das passiert, entschuldige ich mich.“

Über die Kritik aus seinem Umfeld denke er „definitiv nach“, erzählt der 22-Jährige. „Man kann Kritik zu seinem Vorteil nutzen. Wenn man das Beste rauszieht, macht es mich zu einem besseren Menschen und erfolgreicheren Fahrer. Es ist gut, dass ich Kritiker habe.“ Ist Mazepin nun also ein „Bad Guy“ oder einfach einer, der noch viel lernen muss, ein Learning Guy? „Weder noch“, kontert Mazepin. „Das können die Zuschauer besser entscheiden als ich.“

Die Hoffnung auf ein schnelleres Auto

PORTIMAO, PORTUGAL - MAY 02: Mick Schumacher of Germany driving the (47) Haas F1 Team VF-21 Ferrari leads Nikita Mazepin of Russia driving the (9) Haas F1 Team VF-21 Ferrari on track during the F1 Grand Prix of Portugal at Autodromo Internacional Do
Nikita Mazepin (l.) zog im Vergleich mit Mick Schumacher bislang den Kürzeren
JB1 / JB1, Getty Images, Bongarts

Deutlicher weniger Kritik handelte sich bislang Kollege Mick Schumacher ein. Der Deutsche machte bislang weniger Fehler und erzielte bessere Ergebnisse. Das will Mazepin nicht überbewerten. „Solange wir nicht um Positionen unter P15 kämpfen, können wir den ganzen Tag reden.“ Einen Erklärungsansatz hat er auch parat: „Mein Racing-Stil passt besser zu stabileren Autos, als ich es hier gewohnt bin. Je schneller das Auto, desto mehr kann ich das Maximum rausholen. Das konnte man in den vorherigen Saisons in anderen Rennserien bei mir sehen. Mit langsameren Wagen im Grid habe ich mehr Probleme. Aber ich habe gehört, dass wir ein gutes Auto für das nächste Jahr bekommen.“

Davon würde dann auch Schumacher profitieren. Das Verhältnis zu seinem Mit-Rookie bezeichnet der Russe als „sehr professionell“, auch wenn es schwierig sei, innerhalb weniger Wochen eine Beziehung aufzubauen. „Wir kennen uns an guten und schlechten Tagen. Unser erstes gemeinsames Rennen war schon vor sieben Jahren. Dieser Hintergrund hilft, um zu wissen wie der andere tickt. Wir sind ein gutes Team.“

Gibt es dann ein paar Tipps untereinander, zum Beispiel über gewisse Kerbs? „Ich müsste lügen, wenn ich ja sage“, antwortet Mazepin. „Mick hat großartige Leute um sich in der Garage, ich auch. Ich bin erst seit drei Rennen dabei wie Mick auch. Die Ingenieure in der Garage sind schon dabei, seit es das Team gibt. Am Ende kann ich mehr von denen lernen.“

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Spanien-GP: Mazepin freut sich auf bekanntes Terrain

Lernen, lernen, lernen. Wie auch Schumi jr. wiederholt Mazepin mantraartig die Prämisse des Teams mit den beiden Rookies – das betont auch Teamchef Günther Steiner immer wieder . Am Wochenende soll es dann aber nochmal einen deutlichen Schritt nach vorne geben, zumindest ist ihm der Asphalt in Spanien besser vertraut als bei den vergangenen Etappen. Der Circuit de Barcelona-Catalunya gilt als die Referenzstrecke der Formel 1 schlechthin, das weiß auch Mazepin.

„Das Ziel hier ist zu sehen, wo wir stehen. In Portimao und Imola bin ich zuvor lange Zeit nicht gewesen und kannte die Strecken nicht wirklich gut. Da war mein Job alles andere als perfekt. Hier starte ich aus einer stärkeren Position. Ich bin mit verschiedenen Autos hier gefahren. Es wird interessant zu sehen sein, wo wir stehen und wie die Balance ist.“

Unterm Strich sei er nach dem Wochenende dann zufrieden, wenn er den „nächsten richtigen Schritt gemacht“ habe.

Den TV-Beitrag über Nikita Mazepin sehen Sie am Sonntag live ab 14 Uhr bei RTL in der Vorberichterstattung zum Großen Preis von Spanien.

MSC