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Formel 1: Mercedes-Teamchef Toto Wolff schreibt WM für Lewis Hamilton ab

2022 nur noch ein Testjahr für 2023

Mercedes-Teamchef Toto Wolff schreibt WM ab

Formula One F1 - Australian Grand Prix - Melbourne Grand Prix Circuit, Melbourne, Australia - April 9, 2022 Mercedes Team Principle Toto Wolff before practice REUTERS/Loren Elliott
Toto Wolff hat 2022 wenig Positives zu vermelden
beh, REUTERS, LOREN ELLIOTT

Das Jahr 2022 markiert eine Zäsur in der Formel 1. Nach jahrelanger Dominanz, nach acht Konstrukteurs-Titeln in Serie, fährt Mercedes nur noch hinterher, ist maximal dritte Kraft hinter Ferrari und Red Bull. Den WM-Kampf aufgeben? Von wegen, stellte Teamchef Toto Wolff vor dem Abflug Down Under zum Australien-GP klar. Aufgeben tue man in Österreich nur einen Brief, lautete die Ansage an die Konkurrenz. Nach dem ernüchternden Qualifying in Melbourne klingt Wolff nun ganz anders.

Mercedes selbst bei Überperformance weit zurück

„Ich glaube, wir haben überperformt“, kommentierte der Silber-Häuptling bei Sky die Plätze 5 und 6 seiner Piloten Lewis Hamilton und George Russell. Stimmt: Ohne den Crash des bärenstarken Alpine-Altmeisters Fernando Alonso und der schwachen Quali von Ferrari-Ass Carlos Sainz würden die Silberpfeile in der Startaufstellung noch weiter hinten stehen.

„Wir sind schwer, sind übergewichtig, wir verstehen das Auto nicht“, klagte Wolff – zum wiederholten Mal. Zudem hat Mercedes auch in Melbourne kein Rezept gegen die Hoppelei der Boliden gefunden. „Q3 ist das, was wir erreichen wollten“, sagte Wolff. So weit ist es mit Mercedes gekommen.

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Wolff: "Wird nicht Lewis' letztes Jahr sein"

Von Ferrari und Red Bull sind die Silberpfeile nach wie vor weit weg. Zu weit, um diese Saison in der WM ein Wörtchen mitzureden, wie Wolff einräumte.

Der Rekord-Titel Nummer 8 ist für Lewis Hamilton diese Saison außer Reichweite. Eine Demotivations-Keule für den Briten, der jüngst zugab, „massive mentale“ Probleme zu haben? Nein, glaubt Wolff. „Lewis geht positiv damit um, wir versuchen, uns gegenseitig aufzubauen. Am Ende werden wir diese Saison wahrscheinlich nicht um den WM-Titel fahren können, aber es wird nicht sein letztes Jahr sein. Wir müssen die Rennwochenenden als Test sehen, dass wir nächstes Jahr wieder dabei sind.“

Im Klartext: Wolff schreibt die WM 2022 für Mercedes ab, geht aber nicht davon aus, dass Hamilton nach seinem Abu-Dhabi-Trauma und der 22er Enttäuschung die Lust verliert und Ende des Jahres die Brocken hinschmeißt.

Hamiltons Vertrag bei Mercedes läuft bis zum Saisonende 2023. (mar/msc)