Seidl will bei Patzern profitieren

Verstappen oder Hamilton? Hauptsache McLaren!

23. September 2021 - 7:41 Uhr

Seidl verfolgt Titelrennen als Fan

Die Formel 1 nähert sich einem Saisonfinale, das womöglich bis ganz zum Schluss spannend bleiben könnte. Der packende Titelkampf zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton reißt die Fans mit. Auch McLaren-Teamchef Andreas Seidl sieht den engen Zweikampf als "Fan". Wer am Ende gewinnt, ist ihm aber eigentlich völlig egal, wie er im RTL-Interview verriet. Auf was er bei dem Duell spekuliert und was 2022 für seinen Rennstall drin ist, sehen Sie oben im Video.

"Vielleicht können wir profitieren"

Andreas Seidl, frisch gebackener Doppelsieger mit McLaren in Monza, hat keinen Favoriten im Titelrennen der Königsklasse. "Ganz ehrlich, ist mir eigentlich egal", sagte der Teamchef im Gespräch mit RTL-Reporter Felix Görner. "Ich habe meine Aufgabe bei McLaren". Und da heißt die Zielvorgabe: Um Platz drei in der Konstrukteurswertung kämpfen. Hier liefert sich das Team aus Woking einen Fight mit der Scuderia Ferrari. Ausgang noch offen. Im Titelrennen haben aber weder die Italiener noch die Briten etwas zu melden.

Und dieser Kampf um die WM-Krone spitzt sich immer mehr zu. Weder Hamilton noch Verstappen ziehen zurück – im Gegenteil. Das hat teils spektakuläre Folgen – siehe Silverstone, siehe Monza. Und wie das so ist, wenn sich zwei streiten, dann …

"Ich verfolge es (das Titelrennen, d. Red.) auch als Fan und mit Spannung und vielleicht können wir von dem ein oder anderen Zwischenfall der beiden profitieren", sagt Seidl und schmunzelt.

Video: Wie McLaren den Sieg feierte

In Monza hatten sich Verstappen und Hamilton in Runde 26 berührt, der Niederländer fuhr den Mercedes-Weltmeister über den Haufen, "parkte" auf dessen Halo. Für beide war das Rennen beendet, Papaya-Orange war die Farbe des Tages. Am Ende siegte Daniel Riccardo vor Lando Norris – der erste McLaren-Doppelsieg seit elf Jahren. Ausgerechnet beim Heimspiel der stolzen Scuderia. In Monza und Woking knallten fortan die McLaren-Korken ("Das ein oder andere Bier genehmigt") – zu Recht.

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Windkanal Ende 2022 fertig

Doch wie sieht es im kommenden Jahr aus?

"Schwierig zu sagen", sagt Seidl und drückt gleich mal auf die Euphoriebremse. Der Rennstall sei natürlich ambitioniert und man wolle die Reise, auf der man sich befinde, möglichst abkürzen. "Gleichzeitig gibt es aber keine Magie." Der Teamchef verweist einmal mehr auf die Defizite auf der Infrastrukturseite des Teams. Im Vergleich zu Mercedes und Red Bull verfügt McLaren noch nicht über einen eigenen Windkanal. Das wird sich aber in der Zukunft ändern. "Unser Windkanal wird Ende 2022 fertiggestellt. Das erste Auto, das wir im neuen Windkanal entwickeln, ist das 24er Auto", kündigt Seidl an. Darin sieht er den nächsten großen Schritt für sein Team, das mittelfristig wieder ganz vorne mitmischen will. Und dann dürfte dem Passauer bald schon nicht mehr egal sein, wer den Titel holt. (msc)