Christian Horner spricht über kostenreiche Hamilton-Kollision

So teuer war der Mega-Crash für Red Bull

Das Auto von Max Verstappen wird nach dem Crash verdeckt abgeschleppt.
Das Auto von Max Verstappen wird nach dem Crash verdeckt abgeschleppt.
© imago images/Motorsport Images, Charles Coates via www.imago-images.de, www.imago-images.de

24. Juli 2021 - 15:45 Uhr

Die Nachwehen des Silverstone-Unfalls

Unfall mit Folgen – in vielerlei Hinsicht! Die Wunden im Lager von Red Bull nach dem Crash von Max Verstappen und Lewis Hamilton sind nach wie vor tief. Den WM-Führenden kostete das nicht nur den Großteil seines Punktevorsprungs, sondern sein Team auch jede Menge Geld. Teamchef Christian Horner gab nun einen Einblick.

1,5 Millionen Euro futsch

Horner hatte schon unmittelbar nach dem Silverstone-Rennen den Kaffee auf. Bereits in der ersten Runde war Max Verstappen ausgeschieden, nachdem er aufgrund einer Kollision mit Lewis Hamilton in den Reifenstapel gebrettert war. "Für uns ist es einfach ein unglaublich teurer Crash, weil wir das Auto jetzt abschreiben können. Lewis hat genau das bekommen, was er wollte – das Maximum an Punkten und er hat dem Hauptkonkurrenten großen Schaden zugefügt", sagte Horner.

Die Karre von Verstappen war ein Totalschaden und wurde abgedeckt vom Unfallort getragen. Ein Fall für die Schrottpresse. Aber die wichtigste Nachricht: Max konnte nahezu unbeschadet aus dem Wrack steigen. Die Gesundheit blieb, aber WM-Punkte gingen, weil Hamilton auch noch das Rennen gewann, und dazu ein großer Batzen Geld. 1,5 Millionen Euro hat Red Bull der Crash gekostet.

Enttäuschung über Mercedes-Party groß

Auf der Red-Bull-Racing-Homepage äußerte sich Horner nun ausführlich zum Unfall und den Folgen. "Es ist kein Geheimnis, dass wir noch immer das Gefühl haben, dass die Strafe für Hamilton (Zehn Sekunden Zeitstrafe, Anm. d. Red.) zu niedrig ist für diesen Zwischenfall. Angesichts der Schwere des Vorfalls und der milden Strafe überprüfen wir alle Daten und haben das Recht, eine Überprüfung zu verlangen. Wir schauen uns daher noch immer die Beweise an und ziehen alle unsere Möglichkeiten in Betracht", heißt es dort. "Der andere wesentliche Faktor ist die Kostenobergrenze. Dieser Crash hat uns ungefähr 1,8 Millionen US-Dollar (rund 1,5 Millionen Euro, Anm. d. Red.) gekostet, und ein Unfall wie dieser hat massive Auswirkungen in einer Ära der Budgetobergrenze."

Nach wie vor ärgert sich Horner aber nicht nur über den Ausfall Verstappens und die Kosten, sondern auch über die ausufernden Feierlichkeiten von Mercedes nach dem Hamilton-Sieg. Auch Verstappen hatte sich in den sozialen Medien sehr verärgert gezeigt, weil der Weltmeister-Rennstall diesen Erfolg derart zelebrierte, obwohl der härteste Konkurrent wegen des Crashs im Krankenhaus war.

"Ich bin auch immer noch enttäuscht über die Feierlichkeiten nach dem Unfall. Das Mercedes-Team war sich der Schwere des Aufpralls bewusst und wusste, dass Max ins Krankenhaus eingeliefert worden war und weiter untersucht werden musste", so Horner. "Es ist nicht vorstellbar, dass sie ihren Fahrer nicht darüber informiert haben. Außerdem müssten sie ihren Fahrer schützen, falls er beim Feiern nicht die nötige Zurückhaltung zeigt, insbesondere wenn es sich um einen Vorfall handelt, für den er bestraft wurde."

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Beim anstehenden GP in Ungarn wird Verstappen glücklicherweise wieder an den Start gehen können. Acht Punkte hat der Niederländer noch Vorsprung auf Hamilton. "Wir alle werden voll motiviert sein, um diese Führung zu behaupten. Max wird auf nichts, was in Silverstone passiert ist, eingehen, sondern auf der Strecke sprechen", sagte Horner. "Er ist fest entschlossen, diesen Vorfall hinter sich zu lassen und ihn wie wir als zusätzliche Motivation für den Rest der Saison zu nutzen." (sho)