Horner: "Max ist okay"

Red-Bull gibt Entwarnung bei Verstappen und ist stinksauer auf Hamilton

Red-Bull-Teamchef Christian Horner
Red-Bull-Teamchef Christian Horner
© Imago Sportfotodienst

18. Juli 2021 - 22:18 Uhr

Krach nach dem Crash

Dieser Unfall wird die Formel 1 noch lange beschäftigen! Nach einer Kollision mit Lewis Hamilton flog Max Verstappen in der ersten Runde des Großbritannien-GP mit 280 km/h aus der Kurve und krachte in die Reifen am Rand der Strecke. Die wichtigste Nachricht ist: Verstappen blieb offenbar unverletzt. Bei Red Bull ist man jedoch stinksauer auf Hamilton.

Horner: "Max ist soweit okay"

Im Interview nach dem Rennen in Silverstone hatte Christian Horner zunächst eine gute Nachricht. "Max hat schon richtig was abbekommen, aber er ist soweit okay", verkündete der Red-Bull-Teamchef bei "Sky". "Wir haben vorsichtshalber ein paar Checks mit ihm gemacht. Nach so einem Aufprall mit 51g - das ist schon ein enormer Aufprall - ist es einfach gut zu hören, dass er unverletzt ist."

Es war das einzig positive für Horner an einem ansonsten rabenschwarzen Tag für Red Bull. Und Schuld daran hat nach Meinung des Briten einzig und allein Lewis Hamilton. "Das war ein verzweifelter Move von Lewis. Auf der Innenseite in der Kurve kannst du das nicht machen, das sagen alle Fahrer, die hier seit ewigen Zeiten fahren. Lewis hat den Start verloren, ein solches verzweifeltes Manöver erwartest du nicht von einem siebenfachen Weltmeister", sagte Horner.

Die Rennkommissare verdonnerten Hamilton zu einer 10-Sekunden-Zeitstrafe, trotzdem reichte es für den Briten noch zum Sieg. "Die Strafe halte ich für unzureichend, weil er das Rennen ja relativ einfach gewonnen hat", monierte Horner. "Lewis fährt praktisch in Max hinein, die Konsequenz ist enorm. Max ist doch vorne – in der Kurve gibt es nur eine Linie und da steckt man doch nicht das Rad so rein. Man muss auch berücksichtigen, was das Max jetzt gekostet hat."

Wolff verteidigt seinen Fahrer

Bei Mercedes sieht man die Sache anders. "Es war schon von Anfang an hartes Racing. Wenn Du innen bist und mit deinem Frontflügel über der Mitte des anderen, gehört die Kurve dir. Lewis versucht sogar noch, aus der Nummer rauszukommen, aber Max lenkt ein", sagte Teamchef Toto Wolff. "Mit Leclerc gab es eine ähnliche Situation, da ist nichts passiert."

Was jedoch auch daran lag, dass der bis kurz vor Schluss führende Ferrari-Pilot Hamilton in dieser Szene Platz machte, um keinen Crash zu riskieren. Denn der Weltmeister setzte in an exakt gleicher Stelle – der Hochgeschwindigkeitskurve Copse-Corner – zum Überholmanöver an.

Auch Red-Bull-Berater Helmut Marko machte seinem Ärger über die Fahrweise von Hamilton Luft: "Ich habe eine ganz klare Sicht. Wenn der Konkurrent mit seinem Vorderrad unser Hinterrad touchiert, ist das kein Unfall, sondern ein fahrlässiges, gefährliches Verhalten", schimpfte der Österreicher bei "Sky". "Die Wiederholungen haben ganz klar gezeigt, dass Hamilton Verstappen in die Barriere geschickt hat. Ich weiß nicht, was die Höchststrafe wäre, aber ein derart respektloses Verhalten gehört mit einem Ausschluss bestraft", forderte Marko.

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"Lewis hat genau das bekommen, was er wollte"

Teamchef Horner rechnet jedoch nicht mit einer Rennsperre für Hamilton. "Das müssen wir der FIA überlassen. Ich halte das aber für unwahrscheinlich", sagte der 47-Jährige. Der Red-Bull-Teamchef betonte, dass es keinen neuen Zoff zwischen den Top-Rennställen gibt."Das hat nichts mit Mercedes zu tun. Das war eine schlimme Fehleinschätzung von Lewis. Ich denke, er kann diesen Sieg auch nicht zufrieden genießen, wenn das die Folge eines solchen Unfalls ist", sagte Horner.

"Für uns ist es einfach ein unglaublich teurer Crash, weil wir das Auto jetzt abschreiben können. Lewis hat genau das bekommen, was er wollte – das Maximum an Punkten und er hat dem Hauptkonkurrenten großen Schaden zugefügt", so Horner. "Die Strafe passt in keiner Weise zu dem Vergehen." (sho)

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