Sprint-Premiere, Fan-Flut und wichtiges Heimspiel

Das müssen Sie zum Großbritannien-GP wissen

15. Juli 2021 - 10:23 Uhr

Heimspiel für Teams und Hamilton und Co.

Formel 1 is coming home! Am Wochenende steigt das Heimspiel für Lewis Hamilton im "Home of British Motor Racing". Durch die Premiere des Sprint-Qualifyings läuft das Rennwochenende deutlich anders ab als sonst. An der Strecke werden Hunderttausende Fans erwartet. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Rennen in Silverstone.

Was steht an?

Für das zehnte Saisonrennen macht die Formel 1 an einer ihrer traditionsreichsten Stätten halt: In Silverstone geht es am Sonntag (16.00 Uhr/RTL-Liveticker) um den Sieg. Und angesichts des zuletzt etwas einseitigen Dauerduells zwischen WM-Spitzenreiter Max Verstappen im Red Bull und Weltmeister Lewis Hamilton im schwächelnden Mercedes gibt es eine willkommene Abwechslung.

Was ist neu?

Erstmals in ihrer gut 70-jährigen Geschichte veranstaltet die Formel 1 ein Sprintrennen, um die Startaufstellung zu ermitteln. Am Samstag (17.30 Uhr/RTL-Liveticker) geht es über 100 Kilometer um die Pole Position, nur 17 Runden sind zu absolvieren, ein Drittel der Renndistanz. Man erhofft sich davon wilden Rennsport und mehr Action, weil die Fahrer in einem derart kurzen Rennen weniger Rücksicht auf den Reifenverschleiß nehmen müssen. Schon am Freitag wird es daher nur ein freies Training geben, die zweite Session des Tages dient als Qualifying für den Sprint. Alle Infos zu Sprintrennen finden Sie hier.

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Was denken Fahrer und Teams darüber?

Die Begeisterung hält sich in Grenzen. Kimi Räikkönen wusste bis vor wenigen Tagen nichts Genaues über den Ablauf, Lewis Hamilton glaubt gar, dass es "nicht besonders spannend" wird. Das Problem: Theoretisch können die Fahrer im Sprint deutlich aggressiver fahren als im Grand Prix - doch ein Ausfall im kurzen Rennen hätte einen ruinierten Sonntag zur Folge. Denn dann geht es um 16.00 Uhr deutscher Zeit (RTL-Liveticker) ja wie gehabt um die WM-Punkte. Zwar bekommen auch die ersten drei des Sprints ein paar Zähler (3-2-1), dennoch dürften die Teamchefs ihre Piloten zur Vorsicht mahnen. Nach Silverstone soll es auch in Monza und bei einem Übersee-Rennen einen Sprint geben, danach wird abgerechnet: Lohnt sich das Format, wird es auch in den kommenden Jahren bei einigen Rennen umgesetzt.

Und was steht sonst auf dem Spiel?

Für Lewis Hamilton wird der Heim-Grand-Prix richtungweisend. Fünf Rennen in Serie hat er nicht gewonnen, das gab es zuletzt 2016, und damals hieß der Weltmeister am Ende Nico Rosberg. Die Leistungsfähigkeit der beiden Top-Teams Red Bull und Mercedes entwickelte sich zuletzt entgegengesetzt: Verstappens Team verbesserte das Auto bei jedem Rennen, Mercedes dagegen setzt schon jetzt fast alles auf die Entwicklung des Boliden für 2022. Zu Saisonbeginn lagen die beiden Rivalen noch auf Augenhöhe, zuletzt kämpfte Hamilton aber mit stumpfen Waffen. In Silverstone immerhin gibt es jetzt eines der wenigen geplanten Updates für den Mercedes. Sorgt dieses allerdings nicht für deutliche Verbesserung, dann schwindet die Hoffnung auf Hamiltons achten WM-Titel rapide - und das nach nicht mal einer Hälfte der Saison.

Was können die deutschen Fahrer erreichen?

Besonders ist der WM-Lauf für Aston Martin und Sebastian Vettel wohl vor allem aus einem Grund. Das Team hat seinen Sitz in Silverstone, ein echtes Heimrennen also. Allzu viel dürfte Vettel auch hier allerdings nicht erwarten, der Rennstall ist nach schwierigem Start im Mittelfeld angekommen und stagniert dort nun. Auch für Mick Schumacher im unterlegenen Haas wird es wohl wieder um die hinteren Plätze gehen. Die Hoffnung: Vielleicht sorgt ein wildes Sprint-Rennen ja doch für ungewohnte Erfolgserlebnisse.

Sind Zuschauer an der Strecke erlaubt?

Fans am Silverstone Circuit
Fans am Silverstone Circuit
© picture alliance

Oh ja. Der Veranstalter meldete am Mittwoch sogar: ausverkauft! Nur noch wenige VIP-Pakete seien verfügbar. Sonst ist mit rund 140.000 Besuchern pro Tag am Silverstone Circuit zu rechnen. So viele Zuschauer hatte die Formel 1 seit Beginn der Corona-Pandemie an keinem Kurs. Der Fan-Zuspruch werde "einen enormen Schub geben, vor so vielen begeisterten Anhängern zu fahren", sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Vor zwei Wochen in Spielberg waren noch 132.000 Zuschauer dabei - allerdings verteilt auf das ganze Wochenende.

Ist die Zulassung von so vielen Fans vernünftig?

Die Besitzer eines Formel-1-Tickets müssen entweder einen negativen Schnelltest, der selbst abgenommen und online eingetragen wird, oder den Nachweis über eine vollständige Impfung vorlegen. Die zweite Spritze muss mindestens 14 Tage her sein. Wie auch zum Beispiel das Tennis-Turnier von Wimbledon gehört das Formel-1-Rennen in Silverstone zu einem Forschungsprogramm der britischen Regierung. Dieses untersucht das Risiko einer Übertragung von Covid-19 beim Besuch von Veranstaltungen. Zuletzt ist wegen der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante die Zahl der Corona-Neuinfektionen aber landesweit deutlich gestiegen. (msc/sid/dpa)

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