Formel-1-Revolution

Was Sie über die F1-Sprintrennen wissen müssen

16. Juli 2021 - 16:06 Uhr

Wie die Sprintrennen funktionieren

Alles neu in Silverstone! Beim Traditionsrennen in Großbritannien (Sonntag im RTL-Liveticker) steigt am Wochenende das Sprintrennen-Debüt der Formel 1. Das neue Format schüttelt den Zeitplan sowie die gewohnten Abläufe durcheinander und bringt einige Besonderheiten mit sich. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu dieser Formel-1-Revolution.

Warum gibt es Sprintrennen?

Mehr Action mehr Spektakel, mehr Manöver, mehr Unvorhersehbares. Die Rennserie erhofft sich durch die Sprint-Einführung zusätzliche Spannung und kann nun auf drei actiongeladene Tage an einem GP-Wochenende verweisen und promoten.

"Das Format wurde entwickelt, um die Action auf der Strecke zu steigern und die Fans auf neue und innovative Weise zu begeistern", hieß es in dem offiziellen FIA-Statement bei der Bekanntgabe.

Sprintrennen sind nicht neu in der Motorsportwelt, sie finden zum Beispiel in der Formel 2 schon seit Jahren regelmäßig statt.

RTL-Experte erklärt die Sprintrennen

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Was sind die wichtigsten Fakten?

Das Sprintrennen am Samstag (im Ticker bei RTL), das offiziell Sprint-Qualifying heißt, geht über eine Distanz von 100 km (17 Runden in Silverstone), also eine Drittel des regulären Rennens und wird circa 25 bis 30 Minuten dauern. Es ersetzt das "normale" Qualifying am Samstag und bestimmt die Startaufstellung für das Hauptrennen am Sonntag.

Die Fahrer dürfen laut Aussage von F1-Sportdirektor Ross Brawn nicht auf strategische Hilfe vom Kommandostand zurückgreifen, es gibt auch keine regulären Boxenstopps. Racing pur – das ist der Plan.

Freitags gibt es dafür eine eigene "normale" Quali mit Q1 bis Q3 für das Sprint-Rennen. Am Freitag und Samstag können die Teams jeweils 60 Minuten lang testen.

Wie sieht der Zeitplan für ein Wochenende aus?

Achtung, F1-Fans, Kalender rausholen: Das sind Zeiten an diesem Wochenende.

Freitag:

  • 1. Freies Training über 60 Minuten, Start 15.30 Uhr
  • normales Qualifying, Start 19 Uhr

Samstag:

  • 2. Freies Training über 60 Minuten, Start: 13 Uhr
  • "Sprint-Qualifying" über 100 Kilometer, 17.30 Uhr

Sonntag:

  • Grand Prix über die volle Distanz (16 Uhr)

Was zählt als Pole?

F1-Sportchef Brawn stellte erst jüngst in einem Interview klar: Als offizielle Pole wird der Sieger des Sprintrennens am Samstag gewertet und so wird es "högschdoffiziell" in den F1-Statistiken notiert.

Gibt es Punkte für das Sprintrennen?

Ja, der Sieger des kurzen Rennens bekommt drei WM-Punkte, der Zweite zwei und der Drittplatzierte darf sich noch über ein Pünktchen freuen.

Gibt es Änderungen bei den Reifen-Vorgaben?

Das "normale" Qualifying am Freitag darf nur auf Soft-Reifen gefahren werden. Im 2. Training und Sprintrennen herrscht freie Reifenwahl – ebenso am Rennsonntag. Das gilt auch für die Top 10 (normalerweise müssen die Reifen, mit dem man sich für Q3 qualifiziert hat, zum Start untergeschnallt sein).

Sollte es nass werden bekommen die Teams im 1. Training und Qualifying ein zusätzliches Set Intermediate-Reifen, müssen das gebrauchte Set vor dem Sprint-Rennen zurückgeben.

Ebenso gilt für das Sprintrennen: Wenn es dort nass ist, müssen die Teams einen benutztes Satz Intermediates oder Regenreifen anschließend zurückgeben und bekommen dafür einen frischen Satz. Insgesamt bekommen die Fahrer drei Sätze Regenreifen und vier Sätze Intermediates für das Wochenende gestellt.

Wo gibt es weitere Sprintrennen in diesem Jahr?

Offiziell sind sie noch nicht. Aber als weitere Termine für Sprintrennen werden Monza (11./12. September) und Interlagos (6./7. November) gehandelt.

Die drei Sprintrennen in dieser Saison gelten als Testlauf. Sollten sie erfolgreich verlaufen, will die F1 auch künftig auf einzelne Events mit dem Format setzen. (msc)