Stars kämpfen gegen Frauen- und LGBTQ+-Unterdrückung an

In Saudi-Arabien geht es um weit mehr als die Formel-1-Krone

In den Farben getrennt, in der Sache vereint: Lewis Hamilton (l.) und Sebastian Vettel setzen sich vehement für Gleichberechtigung ein.
In den Farben getrennt, in der Sache vereint: Lewis Hamilton (l.) und Sebastian Vettel setzen sich vehement für Gleichberechtigung ein.
© Imago Sportfotodienst

03. Dezember 2021 - 12:23 Uhr

Einsatz für Menschenrechte!

Ein Wochenende im Zeichen der Gleichberechtigung! So sportlich brisant die Tage rund um den GP in Saudi-Arabien sind, so wichtig ist es vielen Fahrern aber auch, sich im Orient klar für Menschenrechte zu positionieren, speziell auch gegen die Unterdrückung von Personen aus der LGBTQ+-Bewegung. Lewis Hamilton, Sebastian Vettel und Mick Schumacher haben bereits gezeigt, dass sie mit den Werten, die in Saudi-Arabien leider viel zu sehr Alltag sind, nicht einverstanden sind.

Hamilton hat eigentlich keinen Bock auf Saudi-Arabien

Lewis Hamilton ist mein Mann klarer Worte, wenn es darum geht, sich sozial zu engagieren. Der schärfste Konkurrent von Max Verstappen im Kampf um den WM-Titel hat zahlreiche Projekte, in denen er sich für Schwächere einsetzt. Entsprechend deutlich wird er auch, wenn er über den Umgang mit Menschen aus der LGBTQ+-Bewegung in Saudi-Arabien spricht, wo zum Beispiel Homo- und Transsexuelle nach wie vor nicht akzeptiert werden. "Es ist nicht meine Entscheidung, hier zu sein. Der Sport hat die Entscheidung getroffen, hier zu sein", sagte Hamilton.

Es sei wichtig, "das Bewusstsein für gewisse Themen zu stärken, vor allem für Menschenrechte", so der 36-Jährige, der sowohl in Saudi-Arabien als auch beim Abschlussrennen in Abu Dhabi einen Helm in Regenbogenfarben tragen wird. Er wolle damit die LGBTQ+-Community auf der Arabischen Halbinsel unterstützen.

"Wenn sich jeder die Zeit nehmen will, um zu lesen, was das Gesetz für die LGBTQ+-Gemeinschaft bedeutet, ist das ziemlich erschreckend", sagte Hamilton. In Saudi-Arabien sind homosexuelle Handlungen noch immer strafbar, werden teilweise sogar mit der Todesstrafe belegt. Andere "Täter" werden auch mit Gefängnis oder Peitschenhieben bestraft. "Es muss sich viel ändern, und unser Sport muss mehr tun", forderte Hamilton.

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Vettel fährt mit und für Frauen

Auch Sebastian Vettel hat die Reise nach Saudi-Arabien genutzt, um sich für unterdrückte Menschen einzusetzen, in seinem Fall stärkte er mit einer Aktion die Position der Frauen. Der vierfache Weltmeister richtete ein Kart-Event aus, in dem nach eigenen Angaben sieben oder acht Frauen am Start waren. Vettel wollte damit "einen positiven Spin" in die Diskussion bringen. Die Aktion soll auch darauf hinweisen, dass Frauen in Saudi-Arabien erst seit 2018 Auto fahren dürfen, Aktivistinnen, die für die Abschaffung des Verbots gekämpft hatten, leben heute noch unter Einschränkungen.

"Wir fokussieren uns auf die negativen Beispiele, wenn es um die Fehler von bestimmten Ländern bei Menschenrechten geht, aber ich versuche wirklich an das Positive zu denken. Also habe ich heute unter dem Hashtag RaceForWomen mein eigenes Karting-Event organisiert", sagte Vettel. "Ich versuchte, ihnen ein bisschen was von meiner Erfahrung im Leben und auf der Strecke weiterzugeben. Ihr Selbstvertrauen zu stärken."

Auch Mick Schumacher macht mit

Und auch Mick Schumacher nutzt seine Reichweite über zwei Millionen Followern auf Instagram, um sich zum wiederholten Male für die LGBTQ+-Bewegung stark zu machen. Am Donnerstag postete Schumi Jr. einen Tag vor dem Saudi-Arabien-Wochenende ein Foto, in dem er ein weißes Shirt mit riesigem Regenbogen-Farben-Aufdruck auf dem Rücken trägt. Sein Statement dazu ist schlicht aber sehr aussagekräftig: sechs Herzen in Regenbogenfarben. (sho)