Hamilton und Verstappen haben getan, was sie tun mussten

Alonso zum Crash: Alles halb so wild

Die Szene des Italien-GPs.
Die Szene des Italien-GPs.
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17. September 2021 - 9:48 Uhr

"Es gab keine Gefahr"

Der zweite große Crash zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen bewegt weiter die Formel 1. Altmeister Fernando Alonso sieht in dem Unfall einen "Rennvorfall" von dem wenig Gefahr ausgegangen sei. Beide hätten eben getan, was sie tun mussten.

Kein großes Ding für Alonso

MONZA, ITALY - SEPTEMBER 12: Fernando Alonso of Spain and Alpine F1 Team walks to the grid before the F1 Grand Prix of Italy at Autodromo di Monza on September 12, 2021 in Monza, Italy. (Photo by Peter Fox/Getty Images)
Fernando Alonso sieht in dem Crash einen normalen Rennvorfall.
© Getty Images, Bongarts, MT / WTM

Der folgenreiche Zusammenstoß der WM-Führenden beschäftigt auch das Paddock in der Königsklasse. Einer, der schon beinahe alles gesehen und miterlebt hat, hält mit seiner Meinung zum vieldiskutierten Unfall nicht zurück.

"Nunja, sie sind beide Gewinner, deswegen gehen sie eben ans Limit", sagte der 40-Jährige vom Rennstall Alpine. Der Crash sei in einer ungünstigen Position geschehen.

In Runde 26 des Italien-GP in Monza waren Lewis Hamilton und Max Verstappen in der Schikane kollidiert. Verstappen hoppelte über die Randsteine in Hamilton rein, wurde ausgehebelt und landete auf dem Mercedes. Für die Titel-Rivalen endete das Monza-Rennen im Kies.

"Aber es war bei niedriger Geschwindigkeit, 30-40 km/h, keine richtige Gefahr", schränkte Alonso ein. Seine Sicht der Dinge: "Lewis hat versucht, in Kurve 1 weit nach außen zu fahren, um Max dazu zu zwingen, die Kurve zu schneiden. Aber er hat die Kurve nicht geschnitten, sondern ist außen geblieben. Dann gab es eine Möglichkeit, innen in Kurve 2 zu fahren."

Der Crash im Video

Für den Spanier sei die ganze Sache keines "großes Ding" – im Gegensatz zu Silverstone, aber Monza sei eben nur ein "Rennvorfall" gewesen. Auch wenn das viele Fans und Experten anders sehen. Die Gefahr ging vor allem davon aus, dass der Red Bull über den Kopf von Hamilton ruckelte. Das Halo-System (zu Deutsch: Heiligenschein – Cockpitschutz aus Titan) verhinderte wohl Schlimmeres, wurde im Nachhinein von Teamchef Toto Wolff als Lebensretter bezeichnet. Auch der Weltmeister selbst war "froh, noch am Leben" zu sein".

Alonso bleibt bei seiner Meinung: "Ich denke, beide haben getan, was sie tun mussten. Leider haben sie sich dann berührt. Ich habe die Wiederholung des Starts gesehen und Giovinazzi und Leclerc haben sich auf ähnliche Weise berührt. Auch Stroll und Perez haben sich nach dem Start in Kurve 1 und 2 berührt", so der Weltmeister von 2005 und 2006.

"Aber sie haben sich nicht mit den Rändern berührt, deswegen hatte es nicht die gleiche Folgen. Aber es ist ein typisches Manöver in Kurve 1 und 2 und sie (Verstappen und Hamilton, d.Red) hatten das Pech, dass sie sich mit den Rädern berührt haben."

Die Rennkommissare belegten Verstappen nach dem Rennen mit einer Startplatzstrafe. Beim Grand Prix in Russland muss der Niederländer drei Plätze nach hinten.

Eine besondere Meinung zum Crash hat auch RB-Berater Helmut Marko: Er bezeichnete Hamilton als Simulanten. (msc)