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Formel 1: Das sind die größten Mercedes-Baustellen - kosten sie Lewis Hamilton den Titel?

Kosten die Probleme Hamilton den Titel?

Das sind die größten Mercedes-Baustellen

 Formula 1 2022: Bahrain GP BAHRAIN INTERNATIONAL CIRCUIT, BAHRAIN - MARCH 20: Sir Lewis Hamilton, Mercedes W13, leaves the pits during the Bahrain GP at Bahrain International Circuit on Sunday March 20, 2022 in Sakhir, Bahrain. Photo by Steven Tee /
Lewis Hamilton in Bahrain
www.imago-images.de, IMAGO/Motorsport Images, IMAGO/Steven Tee

von Jannik Kube

Anstatt wie in den vergangenen Jahren zumeist vorne weg zu fahren, kämpft Mercedes in der Formel 1 zu Saisonbeginn mit massiven Problemen. Somit droht Lewis Hamilton im Rennen um die WM-Krone früh ins Hintertreffen zu geraten. Kann der amtierende Konstrukteursweltmeister seine Silberpfeile noch rechtzeitig in die Spur bringen?

"Dritter und Vierter ist ein fantastisches Ergebnis", freute sich Mercedes-Teamchef Toto Wolff nach dem Saisonauftakt in Bahrain am Sky-Mikrofon über die Platzierungen von Lewis Hamilton und George Russell. Die Reaktion des Österreichers beweist, dass die Silberpfeile in der Formel 1 noch weit hinter den eigenen Erwartungen zurückliegen. Dabei profitierte Mercedes im ersten Rennen kurz vor Schluss sogar noch von den Ausfällen der beiden Red-Bull-Piloten Max Verstappen und Sergio Pérez, ansonsten wäre die Ausbeute auf dem Bahrain International Circuit noch magerer ausgefallen.

"Wir müssen uns eingestehen, dass die Performance im Moment noch nicht stimmt", meinte Wolff selbstkritisch. Damit die Lücke zu den Ferraris, die im Wüstenstaat einen Doppelsieg feierten, in den kommenden Wochen nicht zu groß wird, muss Mercedes dringend nachbessern. Wir blicken auf die größten Mercedes-Baustellen.

Mercedes-Motor in der Formel 1 nicht mehr Spitze

Mercedes fehlt in der Formel 1 aktuell schlicht die nötige Antriebspower. Schon bei den Testfahrten in Barcelona und Bahrain fiel auf, dass der Motor nicht mehr der beste der Königsklasse ist. Das erste Saison-Wochenende bestätigte diesen Eindruck.

Gleich fünf der zehn Autos in den Punkten waren beim Bahrain-GP mit einem Ferrari-Motor unterwegs. Die Scuderia setzt bezüglich der Power Unit bislang die Maßstäbe. Mercedes hinkt hier noch hinterher.

Auch die Kundenteams Aston Martin, Williams und McLaren bekamen den schwächelnden Motor zu spüren und fanden sich zum Start in das Jahr 2022 auf den hinteren Plätzen wieder. Ob diese Tatsache nur eine erste Momentaufnahme oder ein tiefergehendes Problem darstellt, wird sich schon in den kommenden Wochen zeigen.

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Porpoising bremst Mercedes aus

Darüber hinaus rätselt Mercedes wie die gesamte Formel 1 seit dieser Saison wieder über ein fast schon vergessenes Phänomen: Das sogenannte Porpoising . "Das ist ein Riesenproblem", verriet Hamilton über das wiederholte Hüpfen bei hoher Geschwindigkeit.

Besonders Mercedes macht das Porpoising derzeit schwer zu schaffen. Allein auf die Strecke in Bahrain wollte Hamilton den "Bouncing-Effekt" aber nicht schieben. "Wir hatten auch in Barcelona Probleme, wo es nicht so uneben ist", erklärte der Rekord-Champion. Beim anstehenden Rennen in Saudi-Arabien droht Mercedes durch die langen Geraden sogar noch eine Verschärfung der Problematik.

Das Porpoising bremst zudem die Entwicklung aller anderen Teile aus. "Ich bin sicher, dass wir auch an anderen Dingen arbeiten müssen, aber wenn etwas so klar als Problem heraussticht, das alles andere am Auto in den Schatten stellt, dann sind wir bei jedem einzelnen Run darauf konzentriert, dieses Problem zu lösen", gab Russell Einblicke in die Planungen.

Folgerichtig muss Mercedes zunächst das Porpoising in den Griff bekommen, bevor der Bolide in anderen Bereichen verbessert werden kann.

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Mercedes schwächelt nicht nur auf den Geraden

Dabei hat der W13 nicht nur auf den Geraden noch deutliches Verbesserungspotenzial. Auch in den Kurven sei die Performance von Ferrari und Red Bull "leider auch ein bisschen anders als die unsere", monierte Hamilton nach dem ersten Rennwochenende.

Die Sektorenzeiten in Bahrain bestätigten die Aussage des Rekord-Champions. Besonders in den langsamen Kurven habe Mercedes laut Hamilton noch Schwierigkeiten.

Beim kommenden Rennen in Saudi-Arabien wird es darauf aber nicht so sehr ankommen. Schließlich zählt die Strecke in Dschidda mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 250 km/h zu den schnellsten Kursen des F1-Kalenders.

Zum Vergleich: Auf der Highspeed-Strecke in Monza liegt der Mittelwert bei 264 km/h. Doch im weiteren Saisonverlauf wird es zunehmend auf die Leistung in den Kurven ankommen.

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Bei Mercedes drängt die Zeit

In allen genannten Bereichen haben Ferrari und Red Bull in der Formel 1 momentan die Nase vorn. Damit der Rückstand auf die Spitze nicht schon im ersten Saisonviertel zu groß wird, muss Mercedes möglichst schnell handeln, denn bereits am bevorstehenden Wochenende gastiert die Königsklasse in Saudi-Arabien.

"Es gibt einige niedrig hängende Früchte, und wir hoffen, dass wir diese in den nächsten ein oder zwei Rennen erreichen können", kündigte Mercedes-Ingenieur Andrew Shovlin im Podcast "F1 Nation" an: "Das Werk ist darauf vorbereitet, in den nächsten Tagen alles zu geben, was es kann. Wenn wir etwas Nützliches nach Dschidda mitbringen können, werden wir dafür sorgen, dass wir es am Auto haben."

Und auch Hamilton gab sich zuversichtlich: "Wir haben viele unglaublich intelligente Leute im Hintergrund, die rund um die Uhr arbeiten, um mit der richtigen Lösung zu kommen."

Doch bereits nach dem Auftakt der neuen Formel-1-Saison drängt bei Mercedes die Zeit. Sollten die Silberpfeile die Lücke zur Spitze in den kommenden Rennen nicht schließen, droht Hamilton im Kampf um seinen achten WM-Titel eine "Mission Impossible". (sport.de)