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Formel-1-Experte Danner erklärt Hoppel-Renner und Mercedes-Dilemma

Vor dem Saisonstart in Bahrain

Formel-1-Experte Danner erklärt Hoppel-Renner und Mercedes-Dilemma

Die Formel-1-Autos 2022 sehen nicht nur anders aus als die Boliden der Vorjahre – sie sind es auch. Erstmals seit den 1980er Jahren rasen wieder sogenannte „Ground-Effect-Autos“ über die Grand-Prix-Pisten dieser Welt. Heißt: Die Renner liegen sehr tief, werden extrem an den Asphalt gesaugt – und fangen an zu hoppeln, wie die Tests in Barcelona und Bahrain gezeigt haben. Wie kommt es zu der Hoppelei? Wie wird man sie los? Und warum steckt vor allem Mercedes in einem Dilemma? Unser F1-Experte Christian Danner erklärt das Ganze im Video.

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Wehe, wenn der Luftstrom abreißt

Tiefergelegte Autos sind schnell. Das gilt – welch Wunder – erst recht in der Motorsport-Königsklasse. Aber für die Formel-1-Autos des Jahres 2022 gilt auch: Zu tief dürfen sie nicht liegen, sonst können sie anfangen zu hoppeln.

„Man hat keinen flachen Unterboden mehr, sondern man fährt mit einem Flügelprofil unterm Auto“, erläutert RTL-Experte Christian Danner die neuen F1-Regeln. „Das saugt das Fahrzeug gerade bei hoher Geschwindigkeit sehr stark an den Boden an. Wenn es dann aufsetzt, reißt der Luftstrom ab und es geht wieder nach oben. Dadurch entsteht dieses Gehoppel oder Porpoising wie die Engländer sagen: Wie der Delfin, der ins Wasser springt und wieder rauskommt.“

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Sport Themen der Woche KW10 Sport Bilder des Tages Formula 1 2022: Bahrain March testing BAHRAIN INTERNATIONAL CIRCUIT, BAHRAIN - MARCH 10: George Russell, Mercedes W13 during the Bahrain March testing at Bahrain International Circuit on Thursday Mar
Bei den Testfahrten in Bahrain lag der neue Mercedes noch nicht optimal.
www.imago-images.de, IMAGO/Motorsport Images, IMAGO/Steven Tee

Geraden-Gemütlichkeit vs. Kurven-Speed

Das Auf und Ab der Autos sei leicht zu beheben, so Danner. Die Teams müssten einfach „das Auto ein bisschen höher fahren, dann ist das Problem gelöst.“ Aber einfach ist in der Formel bekanntlich kaum etwas. Die vermeintlich simple Problemlösung stürzt die Teams in ein Dilemma. Denn: „Je niedriger ein Auto ist, desto mehr Abtrieb hat es, desto mehr Geschwindigkeit kann es durch die Kurve mitnehmen“, erklärt Danner. „Wenn man das Auto höher anstellt, hat man weniger Anpressdruck, aber eben auch kein Porpoising mehr. Dann ist es zwar gemütlich auf den Geraden, aber langsamer in den Kurven.“

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Momentan bereitet dieses Dilemma vor allem Mercedes Kopfzerbrechen. Die Silberpfeile seien trotz der Hoppelei noch nicht bereit, „Kompromisse in Sachen Bodenfreiheit zu machen“, so der RTL-Experte.

Ein wunder Punkt am W13 von Lewis Hamilton und George Russell? Am Wochenende sind wir schlauer. (mga/msc/mar/lgr)