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Formel 1: Sebastian Vettel auch 2022 nicht siegfähig - Mick Schumacher Punktekandidat

RTL-Experte Danner schätzt Chancen der Deutschen ein

Vettel muss auf "Abstauber" lauern - Schumacher ab sofort Punktekandidat

Ist Sebastian Vettel in der Formel-1-Saison 2022 endlich wieder ein Kandidat für Rennsiege? „Ganz klar nein!“, sagt Christian Danner. Und doch hat der RTL-Experte nach den Eindrücken der F1-Tests in Bahrain auch eine frohe Botschaft für den viermaligen Weltmeister – genauso wie für Mick Schumacher.

"Gute Voraussetzungen" für Überraschungen

Er gehe nicht davon aus, dass Vettel und Aston Martin „aus eigener Kraft vorne mitmischen“, sagte Danner im Interview mit RTL/ntv. Der 34-Jährige könne einzig einen „Abstauber-Sieg landen, wenn die Großen ein Problem haben, so wie Esteban Ocon (2021 in Ungarn, d. Red.) oder Pierre Gasly (2020 in Italien).“

Immerhin sieht Danner „gute Voraussetzungen“, dass solche Überraschungen künftig häufiger möglich sind. Denn die eigentliche Erkenntnis der Testfahrten lautet für den 36-maligen Grand-Prix-Starter: „Das Mittelfeld ist näher an die Spitze gerückt. Das heißt, wenn die Spitze ein kleines Problem hat, mal den falschen Reifen drauf oder beim Boxenstopp patzt, wird sie sofort vom Mittelfeld gefressen.“ Zumal das Überholen durch die neuen F1-Regeln künftig wesentlich einfacher sei.

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Viel Potenzial bei Aston Martin

Dass Vettel und Aston Martin zum Saisonstart einen großen Schritt nach vorne machen, glaubt Danner indes nicht. Der AMR22 sei wohl „ein gutes Mittelfeldauto“, dessen Rückstand auf die Spitze wegen der neuen Regeln kleiner sei als im Vorjahr, so der 63-Jährige. Dennoch werde das britische Werksteam „ungefähr da fahren, wo sie letztes Jahr gefahren sind, vielleicht ein bisschen besser.“

Im Saisonverlauf könne von Aston Martin allerdings „schon noch was kommen“, prophezeit Danner. Der Rennstall von Milliardär Lawrence Stroll habe schließlich „Entwicklungspotenzial ohne Ende. Da wird groß investiert und Vettel ist einer, der da sehr engagiert mithilft.“

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Schumachers neuer Haas "ganz, ganz ordentlich"

Vettel also erst einmal weiter im Mittelmaß – und genau da sieht Danner künftig auch Mick Schumacher, der vergangene Saison im Haas noch hoffnungslos hinterhergegurkt war. Der US-Rennstall sei einer „der sichtbaren Gewinner“ der Testfahrten, urteilt Danner. „Haas hat mit Sicherheit einen großen Sprung nach vorne gemacht, ins Mittelfeld hinein. Ob die schon vorne drin sind im Mittelfeld oder mittendrin, müssen wir abwarten. Aber das Team hat sich sehr gut weiterentwickelt.“

Schumachers neuer Bolide sei „wirklich ganz, ganz ordentlich, damit kann man in Richtung Punkte fahren“, so der RTL-Kommentator. Für den 22-Jährigen und das ganze Team sei es zudem gut, dass der Russe Nikita Mazepin sowie der umstrittene Hauptsponsor Uralkali Geschichte sind .

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Magnussen wird Schumacher fordern

„Kevin Magnussen ist eine echte Hausnummer in der Formel 1. Der Mann ist schnell, ist etabliert. Das ist natürlich ein Glücksfall für Mick“, betonte Danner mit Blick auf Schumachers neuen Garagen-Nachbarn. „Wenn Mick einen hat, den er schlagen kann, der etabliert ist, dann bedeutet das was. Den Mazepin hat er jedes Wochenende an die Wand bügeln können, das hat keinen interessiert, weil jeder wusste, der ist eh nicht so gut. Bei Kevin Magnussen ist das anders. Das wird eine harte Nuss, aber da kann er sich beweisen. Das ist der richtige Steigbügelhalter für die Zukunft in der Formel 1.“

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Schumacher jedenfalls ist ob der Reputation, die dem Dänen vorauseilt, nicht bang. "Ich weiß, wo ich stehe und was ich kann, das schüchtert mich daher nicht ein“, sagte er bei Sky. Seinen Stallkollegen habe er schon vor zwei Jahren kennengelernt. "2020 habe ich für Haas getestet, mit ihm gesprochen und von ihm gelernt. Jetzt den direkten Vergleich zu haben, ist aber noch besser. Davon kann ich profitieren." (mar)