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Formel 1: Dreikampf dank Ferrari-Würze? Christian Danner - "Überraschung liegt in der Luft"

Dreikampf dank Ferrari-Zusatzwürze?

„Die Überraschung liegt ein bisschen in der Luft“

von Marc Gabel und Emmanuel Schneider

Bahnt sich in der Formel 1 2022 ein Dreikampf an? Die Scuderia Ferrari geht als einer der großen Sieger aus den Testfahrten in Bahrain hervor. RTL-Experte Christian Danner glaubt, dass die Roten mehr Würze in den Titelfight bringen und die F1-Hierarchie an der Spitze brechen können. Noch spannender aber sei, was dahinter passiert. Und für die Platzhirsche gilt: Patzen verboten.

Wie der RTL-Kommentator das Titelrennen einschätzt, sehen Sie oben im Video.

Das Mittelfeld ist eng beisammen

RTL-Experte Christian Danner erwartet in der Formel-1-Saison 2022 noch mehr Spannung und Rennaction. Sein erster Eindruck vom Kräfteverhältnis nach den Testfahrten in Bahrain. „Es gibt eine Spitzengruppe, die aus den üblichen Verdächtigen besteht und ein Mittelfeld.“ Und genau dieses Mittelfeld sei „noch enger beisammen und noch näher an die Spitze gerückt“, so Danner. Gute Voraussetzungen für spannende Grands Prix.

Und gute Voraussetzungen für Teams, die in den vergangenen Jahren vor allem die Bremslichter der Kollegen gezählt haben. Als „sichtbarste Gewinner“ zählt Danner Rennställe wie Mick Schumachers Team Haas oder auch Alfa Romeo auf.

Weiter vorne im Feld werde noch viel gepokert, glaubt der ehemalige Formel-1-Pilot. Ein repräsentatives Ranking sei nach den Testfahrten nicht wirklich möglich, so Danner. Wenn man nur auf die Wüstentests guckt, ergebe sich folgendes Bild: Ferrari und Red Bull sind auf Augenhöhe, kurz dahinter kommt Mercedes.

Doch schon beim Rennen am 20. März ( LIVE ab 16 Uhr im RTL-Ticker ) an derselben Stelle kann das schon wieder ganz anders aussehen. „Bei Mercedes kommt sicher noch mehr, so wie jedes Jahr.“

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Am Ende zählt die Stoppuhr

Die Silberpfeilen überraschten die Konkurrenz in der Wüste mit einem Radikal-Update, bei dem die Seitenkästen quasi verschwunden sind. Allein: Zeitlich überragte der W13 noch nicht.

„Die Geschwindigkeit eines Autos war noch nie sichtbar durch die Tatsache, dass es speziell ausschaut. Es ist immer nur durch Stoppuhr zu sehen“, sagt Danner. „Zurzeit ist es wirklich so, dass Mercedes nicht ganz vorne mitfährt.“ Unklar sei aber, ob das so gewollt ist, schiebt der RTL-Experte hinterher. Ob beispielsweise eine Ausbaustufe des Autos noch zurückgehalten werde. „Es würde mich schon wundern, wenn sie bis zum Wochenende nicht Anschluss finden.“

Dass Hamilton den aktuellen Renner gar als nicht siegfähig bezeichnet, ringt Danner ein müdes Lächeln ab. „Lewis Hamilton hat das eigentlich jedes Jahr gesagt, insofern ist es keine Überraschung.“

Den Briten hat Danner wieder ganz oben auf dem Zettel: „Eines muss man ihm wirklich lassen. Die Professionalität und Entschlossenheit, mit der er seine Aufgabe jedes Jahr aufs Neue angeht, ist schon unglaublich und ich glaube die Wahrheit hat er gesagt, indem er angekündigt hat: Ihr werdet den besten Lewis Hamilton sehen, den es bis jetzt je gab.“

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Mercedes stapelt tief, was macht Ferrari?

Es war eine Ansage an die Konkurrenz. Doch die Tiefstapel-Weltmeister verwiesen bislang vor allem auf die starken Ergebnisse von Ferrari. Die Scuderia machte bei beiden Testfahrten in Barcelona und Bahrain einen starken Eindruck.

Vor allem die Zuverlässigkeit des F1-75 überzeugte. „Der neue Motor scheint gut zu funktionieren. Die Piloten sind sehr zufrieden, die Autos schön zu fahren. Das gibt gute Sicherheit, gutes Vertrauen. Und das führt dazu, dass man schön Gas geben kann am Anfang.“

Landen die Roten also beim Auftakt gleich mal ganz vorne? Der Traditionsrennstall lechzt nach Jahren der Erfolglosigkeit nach Siegen. Der letzte GP-Triumph liegt schon über 900 Tage zurück (Sebastian Vettel siegte 2019 in Singapur). Danner hofft, dass aus dem Zweikampf Mercedes/Red Bull sich schon bald ein Dreikampf entwickelt, hat aber auch noch leichte Zweifel.

„Ich bin noch nicht sicher, ob es eine Überraschung gibt am Wochenende. Es liegt so bisschen in der Luft. Wenn beide Ferrari so gut gehen, wie es ausschaut, könnte es dazu führen, dass die klassische Hierarchie Red Bull/Mercedes ins Wanken gerät.“

Denn die Strategie Hamilton plus Nummer 2 und Verstappen plus Nummer 2 werde dann auf einmal mit zwei „gleich schnellen Ferrari gewürzt“. „Ich hoffe, dass es darauf hinauslaufen wird.“

Video: "Klares Nein für Siege, aber ..."

Mittelfeld will Spitze auffressen

Trotzdem müssen sich die Topteams auf neue Konkurrenz einstellen. Dadurch dass das Feld enger beisammen ist, entstehen neue Chancen für die Mittelfeld-Teams. Ferrari und Co. dürfen sich damit kaum Patzer leisten.

„Wenn die Spitze ein kleines Problem hat, den falschen Reifen draufhat, den Boxenstopp falsch macht, wird sie sofort gefressen vom Mittelfeld. Das finde ich die attraktive Angelegenheit an Geschichte. Speziell wenn man bedenkt, dass das Reglement Überholen und Hinterherfahren sehr viel vereinfacht.“

Und das bringt uns zum neuen Reglement in der Königsklasse. Gravierende Änderungen in der Aerodynamik und Fahrzeugbau sollen das Überholen einfacher machen, mehr Duelle ermöglichen. Danner ist optimistisch, dass diese Theorie in die Praxis umgesetzt wird.

Er sehe, dass sich etwas verändert hat, sagt Danner. Die Fahrer seien froh über das Verhalten im Hinterherfahren. Das heißt: „Wir werden weniger Gejammer hören im Rennen. Dass die Reifen überhitzen. Dass man nicht folgen kann, nicht näher rankommt.“

Die Danner’sche Schlussfolgerung, die den Fans gefallen wird: „Da wird mehr Action sein – keine Frage.“