Türkischer Busfahrer rast verantwortungslos - Alltours verspricht Entschädigung

Paar überlebt Horror-Unfall beim Flughafen-Transfer: „Ich habe gedacht, wir sterben“

25. November 2021 - 18:45 Uhr

Im strömenden Gewitterregen überschlägt sich der Bus

Der Urlaub im türkischen Side ist vorbei, jetzt geht's wieder nach Hause. Doch dann wird die Transferfahrt im Bus zum Flughafen zum Unfall-Horrortrip! Im strömenden Gewitterregen überschlägt sich der Bus zweimal - Jennifer und Dennis aus Duisburg erleiden dabei Prellungen und ein Schleudertrauma. Die schönen Urlaubserinnerungen: zerstört. Sie wenden sich an die RTL-Urlaubsretter-Hotline. Ihr Vorwurf: Der Fahrer des Busses hat sich völlig verantwortungslos verhalten, sich sogar Rennen mit anderen Bussen geliefert. Veranstalter müssten Druck ausüben, um sichere Bus-Transfers zu gewährleisten.

Busfahrer sei gerast, als wolle er einen Zeitrekord brechen

Es ist 5 Uhr morgens am 31. Oktober, als der Transferbus zum Flughafen am Hotel vorfährt, und es fängt an zu regnen. Ein Gewitter zieht über das türkische Küstengebiet, ein heftiges. Jennifer Hoffmann (33) und Dennis Lipki (33) aus Duisburg haben mit Alltours Urlaub in Side gemacht, fliegen heute zurück nach Deutschland – bis zum Abflug ist aber noch jede Menge Zeit. Trotzdem rast der Busfahrer, als gelte es einen Zeitrekord zu brechen, behaupten die beiden. Jennifer erinnert sich: "Ich hatte ein unwohles Gefühl, weil der so gerast ist. Das hätte nicht sein müssen, wir hatten noch so viel Zeit bis zum Flughafen, locker über drei Stunden."

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Da war die Welt noch in Ordnung, Jennifer und Dennis genießen ihren Urlaub.
Da war die Welt noch in Ordnung, Jennifer und Dennis genießen ihren Urlaub in Side.
© Jennifer Hoffmann/Dennis Lipki, Privat

„Ich habe nicht damit gerechnet, dass wir lebend da rauskommen“

Mittlerweile kübelt es wie aus Eimern – Aquaplaning-Gefahr! Gegen 5:40 Uhr, in einem Stadtteil von Manavgat, verliert der Busfahrer die Kontrolle über den Bus. Dennis, von Beruf Schlosser, erinnert sich: "Der Bus driftete erst nach links ab, dann nach rechts, rutschte auf eine Tankstelle zu, prallte gegen eine Laterne und dann gegen den hohen Bordstein. Und dabei haben wir uns auf jeden Fall einmal oder sogar zweimal überschlagen." Feuerwehr, Polizei und Einheimische kommen herbei, um zu helfen. Rasch kommt auch ein Vertreter des Veranstalters Alltours zur Unterstützung hinzu.

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Glück im Unglück - sie werden nicht schwer verletzt

Ein Mann wird bei dem Unfall schwer verletzt. Jennifer und Dennis haben Glück im Unglück: Sie kommen mit Prellungen und Schleudertrauma davon. "Ich dachte, jetzt sterben wir", sagt Jennifer. "Ich höre heute noch den Knall, das Geschrei vom Busfahrer und den Aufprall." Sie hat schon vor dem Unfall Probleme mit dem Rücken, eine Wirbelsäulenversteifung. Sie sagt: "Jetzt tut mir der Rücken weh. Ich habe die komplette rechte Hüfte geprellt, habe starke Kopfschmerzen. Wir hatten beide eine Gehirnerschütterung und die Kopfschmerzen sind bis heute noch da."

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Von Veranstaltern wie Alltours wünschen sich die beiden, dass die in Sachen Fahrsicherheit mehr Druck machen: "Die Leute müssen sicher transportiert werden."
Von Veranstaltern wie Alltours wünschen sich die Jennifer und Dennis, dass die in Sachen Fahrsicherheit mehr Druck machen: "Die Leute müssen sicher transportiert werden."
© RTL, RTL NEWS

Im Krankenhaus erkundigt sich der Fahrer nicht einmal nach den Fahrgästen

Dem Busfahrer machen die beiden schwere Vorwürfe: "Der ist mindestens 100 Kilometer pro Stunde gefahren und durfte eigentlich nur 50 fahren", behauptet Jennifer. Später im Krankenhaus treffen sie ihn unverletzt wieder, doch er scheint sich keiner Schuld bewusst zu sein. Er fragt nicht einmal, wie es den beiden geht, noch erkundigt er sich nach den anderen Gästen im Bus. "Er ist verantwortungslos mit uns umgegangen", beschwert sich Jennifer. "Wenn er nicht so schnell gefahren wäre, wäre dieser Unfall nicht passiert, das ist ganz klar." Er habe ja auch gesehen, welche Wetterbedingungen herrschten, es hat gewittert. Auch dass es keine Möglichkeit im Bus gegeben habe, sich anzuschnallen, finden die beiden fahrlässig. Zum Glück waren keine Kleinkinder im Bus. "Denn dann wäre es anders ausgegangen", ist sich Jennifer sicher.

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Alltours untersucht den Fall - und verspricht Entschädigung

Von Veranstaltern wie Alltours wünschen sich die beiden, dass die in Sachen Fahrsicherheit mehr Druck machen: "Die Leute, die die Gäste irgendwo hinbringen, müssen dafür sorgen, dass die gesund hin und wieder zurückkommen", sagt Dennis. Auf unsere Anfrage zu diesem Vorfall antwortet Alltours-Pressesprecher Murat Ham: "Wir bedauern diesen Vorfall, der uns selbstverständlich leidtut. (…) Der Unfallhergang wird überprüft bzw. untersucht. Das ist ein laufendes Verfahren." Und Alltours verspricht, das Paar werde dem Vorfall entsprechend entschädigt. "Die Bilder und die Schreie vergisst man nicht", sagnt Dennis. (rbe/ija)