Ärzte warnen

Warum Popeln nicht nur eklig, sondern sogar schädlich ist!

Ärzte warnen vorm Nasepopeln.
Ärzte warnen vorm Nasepopeln.
© iStockphoto, mediaphotos

20. Oktober 2020 - 9:58 Uhr

Gesundheitliche Konsequenzen durch Nasebohren

Popeln: Wer dabei entdeckt wird, schämt sich – vielleicht sogar zu Recht! Denn besonders in diesem Jahr sollte man versuchen, dem Nasebohren noch stärker als sonst zu widerstehen. Und zwar nicht nur, weil es wenig elegant aussieht, sondern weil die eklige Marotte unschöne gesundheitliche Konsequenzen zur Folge haben kann.

Ärzte warnen: Darum sollten Sie sich das Nasebohren dringend abgewöhnen!

Michael Deeg vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte bezeichnet die Angewohnheit als "absolutes No-Go". Wer zu oft und zu lange bohrt, so der Experte, verursache Verletzungen an den Schleimhäuten. Diese offenen Wunden schließen sich und es entstehen Krusten.

Dermatologin Utta Petzold spricht von einem Kreislauf, in dem sich Betroffene befinden. Mitunter sei dann das Verlangen stark, mit dem Finger in die Nase zu gehen und "die neu entstandenen Krusten auch wieder zu entfernen." Doch wer weiter bohrt, kann Nasenbluten riskieren! Denn die Gefäße im Organ verlaufen sehr nah an der Oberfläche. Zudem ist die Nasenscheidewand empfindlich. In ihr kann durch ausgiebiges Bohren sogar ein Loch entstehen.

Popeln in Zeiten von Corona noch ungesünder

In Zeiten des Coronavirus warnen Mediziner davor, sich häufig ins Gesicht zu fassen und so die Viren zu verbreiten. Das gilt natürlich auch fürs Nasebohren: Denn neben den mechanischen Schäden können schmutzige Finger Keime oder Bakterien in die angeschlagene Schleimhaut transportieren. Die Nase entzündet sich. Für Allgemeinmedizinerin Sabine Gehrke-Beck von der Berliner Charité ganz klar "ein Grund, mit dem Nasenbohren zu pausieren."

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Popel zu ESSEN ist hingegen nicht ungesund

Während das Nasebohren also definitiv eine Marotte zum Abgewöhnen ist, ist das Essen der eigenen Popel nicht per se ungesund. Grundsätzlich nehme der Mensch den ganzen Tag sein Nasensekret zu sich, weil Nase und Mund miteinander verbunden seien, erklärt Sabine Gehrke-Beck von der Berliner Charité.

Einige Forscher haben sogar herausgefunden, dass Popel-Essen das Immunsystem stärken kann. Das Nasensekret enthalte Bakterien, die vor schädlichen Zahnerkrankungen wie Karies schützen und sich positiv auf den Magen- und Darmtrakt auswirken sollen. Die Ergebnisse veröffentlichten die Forscher der Harvard University und des Massachusetts Institute of Technology in der Fachzeitschrift "Applied and Environmental Microbiology".

Quelle: DPA/RTL.de

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