Tipps von Finanztest

Gründe für die frühe Sicherheit: Berufsunfähigkeitsversicherung schon im Schulalter abschließen?

Auch Kinder und Jugendliche sollte man beim Thema Berufsunfähigkeitsversicherung nicht vergessen.
Auch Kinder und Jugendliche sollte man beim Thema Berufsunfähigkeitsversicherung nicht vergessen.
© 3sbworld, Sergiy Bykhunenko

18. Mai 2021 - 14:48 Uhr

Berufsunfähigkeitsversicherung für Kinder und Jugendliche abschließen

Viele Erwachsene kümmern sich irgendwann in ihrem Leben darum: Um ihre Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie bildet einen existenziellen Schutz für alle, die von ihrem Einkommen leben müssen. Und die Versicherung ist vor allem dann sinnvoll, wenn es eines Tages zu längeren Ausfällen im Job kommt.

Finanztest rät in seiner aktuellen Juni-Ausgabe allerdings dazu, schon Schüler und Schülerinnen frühzeitig für ihr zukünftiges Berufsleben mit einer solchen Versicherung aufzufangen – und das am besten vor dem zehnten Lebensjahr. Denn: Immer mehr jüngeren Menschen werden gute Angebote gemacht. Aber worauf muss man überhaupt achten?

Erst einmal vorab: Was genau ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung dient zum Schutz und als Absicherung für all diejenigen, die berufstätig sind. Die Versicherung greift, wenn man als Arbeitnehmer seinen Beruf aus gesundheitlichen Grünen über längere Zeit nicht mehr ausüben kann. Der Arbeitnehmer erhält dann trotzdem seine Rente, weswegen die Berufsunfähigkeitsversicherung als Vorsorge für die Zukunft gilt.

Diese führt Finanztest in der 6/2021-Ausgabe für ein frühzeitiges Abschließen einer Berufsunfähigkeitsversicherung an:

1. Versicherung so früh wie möglich abzuschließen

Eine Mutter und ihre noch recht junge Tochter spielen zu Hause und tun so, als ob sie fliegen würden.
Manche Versicherungen haben Angebote für 10-Jährige in petto.
© imago images/Westend61, Josep Suria, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Ja, Sie haben richtig gehört: Je früher, desto besser. Sollten sich Ihre Kinder im Schulalter befinden, könnte es Zeit werden, an die Berufsunfähigkeitsversicherung zu denken.

Aber wieso denn so früh?

Bei Vertragsschluss kommt es immer auf den Gesundheitszustand an, ob die Person einen umfassenden Schutz bekommt oder nicht. Kinder und Jugendliche sind meist ohne schwerwiegende Krankheitsverläufe und gesund, so die Zeitschrift Finanztest. Die Chancen auf einen guten Schutz stehen also gut. Wer aber doch erkranken sollte, etwa an Diabetes, Atemwegserkrankungen, psychischen Krankheiten oder Krebs, ist auch als Schüler bzw. als Schülerin abgesichert. Das Gute ist: Man zahlt dabei nicht wahnsinnig viel mehr, als wenn man die Versicherung erst zehn Jahre später abschließt.

Als frühestes Eintrittsdatum führen einige Versicherungen ein Alter von 10, andere wiederum von 15 Jahren an. Ein Schutz besteht dann idealerweise bis zum Rentenbeginn. Vor Vertragsschluss sollte allerdings immer individuell abgeklärt werden, was der Versicherer unter "Berufsunfähigkeit" bei Schülern versteht. Manchmal wird die Tätigkeit "Schüler" als Beruf angesehen, manchmal nicht.

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2. Vorteile bei Berufseinstufung

Auch dieses Argument bezieht sich wieder auf den Gesundheitszustand von Schülern und Schülerinnen. Wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden soll, spielt das "Berufsrisiko" bei Versicherern eine große Rolle. Diese haben verschiedene Kriterien und Abgrenzungsstufen, anhand denen ein bestimmtes Job-Risiko gemessen wird. Wenn man schon im Alter von zum Beispiel 15 Jahren, also als Schüler bzw. Schülerin, einen bestimmten Versicherungsschutz abgeschlossen hat, wird man niedriger eingestuft, als beispielsweise eine Pflegekraft oder ein Tischler.

3. Besserstufung auf Antrag

Eine junge Frau sitzt auf dem Sofa, auf ihrem Schoß liegt ihr Laptop, mit der einen Hand telefoniert sie.
Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen will, sollte das möglichst früh tun. Die Beiträge sind dann oft billiger.
© deutsche presse agentur

Als letzten Vorteil sieht das Magazin Finanztest die Besserprüfung, die auch Beitragsüberprüfungsoption genannt wird. Diese sind bei einigen Versicherern in den Tarifen enthalten. Beispiel: Eine Schülerin mit mittlerem Risiko kann ohne erneute Gesundheitsprüfung verlangen, niedriger eingestuft zu werden – und muss somit einen geringeren Beitrag zahlen. Es gibt jedoch keine Pflicht, die vorschreibt, dass man der Versicherung seine Berufsbezeichnung mitteilen muss.

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Die richtige Berufsunfähigkeitsversicherung wählen: Was muss ich beachten?

Am Markt gibt es sogenannte Starter-Policen, bei denen man als Elternteil zunächst einen niedrigen Beitrag einzahlt. Dieser steigt – in regelmäßigen Abständen – mit den Jahren immer mehr an. So unterscheiden sich diese Start-Angebote auch von anderen Berufsunfähigkeitsversicherungen, bei denen konstant derselbe Betrag überwiesen wird. Allerdings sollte auch hier irgendwann auf den Normalvertrag umgestiegen werden, da es sonst teuer werden kann.

Alle Ergebnisse im Test können Sie hier nachlesen. (Finanztest/vdü)