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FFP2-Maske sei Dank: Fahrschüler schummeln mit versteckten Kameras

Gibt's doch gar nicht!

FFP2-Maske sei Dank: Fahrschüler schummeln mit versteckten Kameras

Eine Fahrschülerin nimmt Fahrunterricht bei einer Fahrlehrerin in Zeiten der Coronavirus-Pandemie.
Einige Fahrschüler werden bei der Prüfung immer kreativer. Sie nutzen versteckte Kameras in ihren FFP2-Masken, um zu schummeln.
Sladic

Die Zeit des Abschreibens und der Spickzettel ist scheinbar vorbei. Einige Teenie-Fahranwärter aus dem 21. Jahrhundert nutzen nämlich jetzt versteckte Kameras und Kopfhörer im Ohr, um bei ihrer theoretischen Führerscheinprüfung zu schummeln – Corona-Pandemie und der damit verbundenen Maskenpflicht sei Dank.

Um die Führerscheinprüfung zu bestehen, werden Fahrschüler immer kreativer

Mit Hilfe digitaler Hilfsmittel wie kleinen Kameras und Kopfhörern schummeln Fahrschüler immer öfter bei der theoretischen Prüfung. Über die kleine Kamera, versteckt in einer Corona-Schutzmaske, werden die Prüfungsfragen zu einem Komplizen gesendet. Dieser spricht dem Führerscheinanwärter die Lösungen über einen im Ohr kaum sichtbaren Kopfhörer vor, wie der Tüv Nord in einer Pressemitteilung erklärte. Der Tüv geht davon aus, dass die digitalen Tricksereien nicht nur den klassischen Spickzettel ersetzen.

In Regelschulen ist das Problem noch nicht aufgetaucht. Eine signifikante Zunahme von Täuschungsversuchen mit digitalen Hilfsmitteln habe es in der jüngeren Vergangenheit nicht gegeben, teilten etwa die regionalen Landesämter für Schule und Bildung in Niedersachsen mit. Fälle, in denen Schüler mit den in Masken versteckten Kameras geschummelt haben, habe es nicht gegeben. Ein Grund: Bei den Abiturprüfungen sei im Jahr 2021 beispielsweise an vielen Schulen für so viel Abstand gesorgt worden, dass Schüler keine Masken tragen mussten.

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Mehr Täuschungsversuche und mehr Konsequenzen

Generell sei die Zahl der Täuschungsversuche bei Führerscheinprüfungen in den vergangen Jahren gestiegen. Der Tüv Nord schätzt, dass inzwischen jede 500. Prüfung ein Täuschungsversuch ist. Die Dunkelziffer liege vermutlich sehr hoch. „Insgesamt stellen wir eine generelle Steigerung der Täuschungsversuche fest", sagte ein Tüv-Sprecher. Laut Michael Schlump vom Tüv Weser/Ems gab es etwa in Hannover im Jahr 2020 noch 120 Täuschungsversuche, im Jahr 2021 bereits rund 200. Rechtlich verfolgt werden die Betrüger laut dem Tüv aber nicht. Bei den Täuschungsversuchen handele es sich nicht um eine Ordnungswidrigkeit oder Straftat.

Der Bundesrat stimmte kürzlich einem Gesetz zu, nach dem Fahrschüler, die beim Spicken erwischt werden, künftig bis zu neun Monate für eine neue Prüfung gesperrt werden können. „Wir begrüßen, dass eine mögliche Sperrfrist von neun Monaten nun in der Verordnung ausdrücklich erwähnt wird", teilte der Tüv-Dachverband mit. Eine Zunahme von Täuschungsversuchen gebe es in allen Bundesländern. Um künftig besser gegen die Betrügereien vorgehen zu können, würden Prüfer in ihrer Ausbildung und in Schulungen speziell auf die Thematik vorbereitet, teilte der Tüv Nord mit. (dpa/vdü)