FDP-Politikerin Teuteberg im RTL-/ntv-"Frühstart"

"Mit Terroristen verhandelt man nicht"

19. August 2021 - 14:07 Uhr

"Nicht pauschal ausschließen"

Von Philipp Sandmann

Die migrationspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Linda Teuteberg, schließt künftige Abschiebungen aus Deutschland nach Afghanistan nicht aus. Mit Blick auf den aktuellen Abschiebestopp in das Land und die Frage, ob Deutschland überhaupt wieder nach Afghanistan abschieben könne, betonte Teuteberg im RTL-/ntv-Frühstart zwar, dass sich diese Frage "im Moment logistisch" nicht stelle. Weiter sagte Teuteberg aber: "Deutschland hat bisher nur Straftäter und Gefährder dorthin abgeschoben und das ist etwas, was man auch nicht ausschließen sollte pauschal".

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Teuteberg: Frage der Abschiebung stellt sich derzeit nicht bei der Situation in Afghanistan

Die Ausreisepflicht aus Deutschland werde eher wenig durchgesetzt und abgeschoben, so Teuteberg. "Wir sollten generell aber für Straftäter und Gefährder so etwas nicht pauschal ausschließen", sagte Teuteberg im RTL-/ntv-"Frühstart". Nur stelle sich diese Frage derzeit gar nicht bei der Situation in Afghanistan, fügte die FDP-Politikerin hinzu.

"Mit Terroristen verhandelt man nicht"

Teuteberg betonte auch, dass man sich bezüglich der Taliban "keine Illusionen" machen dürfe: "Es gilt weiter: Mit Terroristen verhandelt man nicht und die finanziert man nicht, es darf gar nicht so weit kommen." Im Moment gehe es allerdings um Menschenleben, deswegen sei es "richtig", dass der Botschafter Markus Potzel versuche, "das Mögliche herauszuholen."

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Teuteberg: Oberste Priorität müsse Verantwortung für Schutzbefohlene sein!

Teuteberg sprach sich zudem dagegen aus, dass die Bundesregierung eine konkrete Zahl nennen sollte, wie viele Flüchtlinge Deutschland aus Afghanistan aufnehmen wolle. Kanada hatte zuletzt angekündigt, 20.000 Flüchtlinge aufzunehmen. "Kanada hat eine sehr andere Situation. Nach Kanada kommen z.B. auch ja nicht Menschen auf dem Landweg. Wir haben da eine sehr andere Situation, was das Thema Migration und Asylanträge in Deutschland angeht", so Teuteberg.

Die oberste Priorität müsse gerade sein, dass Deutschland seine "Verantwortung wahrnimmt für die Menschen, die ihre Schutzbefohlenen sind", sagte die FDP-Politikerin. Das seien die deutschen Staatsbürger, die sich in Afghanistan aufhielten, aber auch die Ortskräfte, "die ihr Leben riskiert haben."