Alle Entwicklungen rund um die Geschehnisse in Afghanistan im Liveblog.

AFGHANISTAN-LIVETICKER - Nahrung in Afghanistan wird Ende September knapp

Für die im Land gebliebenen Afghanen dürfte die Nahrung Ende September knapp werden, so die Vereinigten Nationen.
Für die im Land gebliebenen Afghanen dürfte die Nahrung Ende September knapp werden, so die Vereinigten Nationen.
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01. September 2021 - 19:46 Uhr

  • 9/1/20218:56:06 PM
    Liebe Leser, wir schließen an dieser Stelle den Ticker. Alle Informationen zum Thema "Afghanistan" finden Sie wie immer auf "www.rtl.de". Wir danken Ihnen für Ihr Interesse!
  • 9/1/20215:36:54 PM
    Verpflegung für Afghanistan wird Ende September knapp
    Die Vereinten Nationen warnen vor dem Versiegen von Nahrungsmittelhilfen für Millionen notleidende Afghanen. "Bis Ende September werden die Vorräte, die das Welternährungsprogramm im Land hat, aufgebraucht sein", sagte der stellvertretende UN-Sonderbeauftragte für Afghanistan, Ramiz Alakbarov, am Mittwoch. Er betonte, dass die humanitäre Hilfe nicht mit den nötigen finanziellen Mitteln der Mitgliedsstaaten ausgestattet ist - es würden akut mindestens 200 Millionen US-Dollar benötigt.

    Die Vereinten Nationen versuchen, im gesamten Land etwa 18 Millionen Notleidende mit Hilfsgütern zu versorgen - momentan könnten aber nur etwa neun Millionen Menschen erreicht werden. Alakbarov berichtete, dass auch nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban Hilfslieferungen nach Afghanistan möglich seien. "Wir waren in der Lage, über Grenzübergange von Pakistan aus 600 Tonnen Nahrung mit Trucks zu liefern", sagte er. Auch Lieferungen auf dem Luftweg nach Masar-i-Scharif seien möglich. 

  • 9/1/20218:53:35 PM
    Erschreckende Erkenntnis nach Anschlag in Kabul
    Bei dem Anschlag am Kabuler Flughafen Ende vergangener Woche sind nach Angaben des US-Militärs "mehr als 100 Afghanen getötet oder verwundet" worden. Das sagte US-Generalstabschef Mark Milley am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Pentagon. Milley erinnerte außerdem an die 13 getöteten und 22 verwundeten US-Soldaten und Soldatinnen. "13 unserer Besten bezahlten den höchsten Preis", sagte Verteidigungsminister Lloyd Austin. 
  • 9/1/20215:34:37 PM
    Minister tagen zu Afghanistan
    Die Außen- und Verteidigungsminister der EU-Staaten beraten an diesem Donnerstag bei Treffen in Slowenien über den Umgang mit den Entwicklungen in Afghanistan. Thema der Beratungen der Außenminister wird unter anderem sein, wie mit den neuen Taliban-Machthabern umgegangen werden soll und wie nach dem internationalen Truppenabzug weiter Unterstützung für hilfsbedürftige Menschen geleistet werden kann. Für die Verteidigungsminister stellt sich unterdessen die Frage, welche militärischen Lehren aus den Entwicklungen zu ziehen sind. 
  • 9/1/20211:35:00 PM
    Präsident des EU-Parlaments enttäuscht über Afghanistan-Erklärung
    Der Präsident des Europaparlaments David Sassoli hat die Entscheidung der EU-Staaten kritisiert, vorerst keine Zusagen zur Aufnahme von Menschen aus Afghanistan zu machen. "Wir waren sehr enttäuscht über die gestrigen Schlussfolgerungen des Rates für Inneres", sagte Sassoli am Mittwoch als Reaktion auf eine gemeinsame Erklärung der EU-Innenminister. 

    Man habe gesehen, wie Länder außerhalb der EU afghanische Asylbewerber aufgenommen hätten. "Aber wir haben nicht einen Mitgliedsstaat gesehen, der dasselbe getan hat", kritisierte er bei einer Veranstaltung der derzeitigen slowenischen EU-Ratspräsidentschaft in Bled.
  • 9/1/20211:05:00 PM
    Lapid: US-Abzug aus Afghanistan richtig, aber falsch umgesetzt
    Israels Außenminister Jair Lapid sieht den Abzug der US-Truppen aus Afghanistan nicht als Anzeichen für ein Ende der Einflussnahme des mächtigen Verbündeten in der Region. "Die USA suchen nach neuen Wegen, Dinge zu beeinflussen", sagte Lapid am Mittwoch vor ausländischen Journalisten in Jerusalem. "Ich glaube nicht, dass sie sich aus dem Nahen Osten zurückziehen."

    Zu der Art des US-Abzugs aus Afghanistan sagte Lapid allerdings: "Es war vermutlich die richtige Entscheidung, die nicht auf die richtige Weise umgesetzt wurde." Israel halte weiterhin an dem Prinzip fest, "dass wir uns selbst verteidigen", bekräftigte der Außenminister. "Man kann nicht von anderen erwarten, diesen Job zu machen - das hat sich wieder und wieder bewiesen."
  • 9/1/202112:46:01 PM
    Al-Kaida gratuliert den Taliban
    Das Terrornetzwerk Al-Kaida hat den Taliban zur Machtübernahme in Afghanistan gratuliert und mit Blick auf den US-Abzug aus dem Land von einem "historischen Sieg" gesprochen. Das "Generalkommando" Al-Kaidas verbreitete über seinen Propagandaflügel Al-Sahab am Dienstagabend eine zweiseitige Mitteilung. "Das afghanische Debakel Amerikas und der Nato markiert den Anfang vom Ende einer dunklen Ära westlicher Vorherrschaft und militärischer Besatzung islamischer Länder", heißt es darin. Das afghanische Volk sei aufgerufen, den Taliban zu vertrauen und sie zu unterstützen. 
  • 9/1/202111:55:00 AM
    Papst legt Merkel aus Versehen Putin-Zitat zu Afghanistan in den Mund
    Papst Franziskus hat Kritik des russischen Präsidenten Wladimir Putin an der Interventionspolitik des Westens in Afghanistan irrtümlich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zugeschrieben. Das Oberhaupt der katholischen Kirche bezeichnete Merkel als eine "der großen Persönlichkeiten der internationalen Politik" und zitierte sie dann mit diesem Satz: "Es ist notwendig, der unverantwortlichen Politik des Eingreifens von außen und des Aufbaus der Demokratie in anderen Ländern unter Ignorierung der Traditionen der Völker ein Ende zu setzen." Zwar hat auch Merkel angesichts des Afghanistan-Debakels betont, dass international darüber beraten und künftig gut abgewogen werden müsse, wo man sich einsetzt - das vom Papst genannte Zitat ist aber die Position Putins, der dem Westen schon länger Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Länder vorwirft.

    Der Papst aber lobte in einem am Mittwoch gesendeten Interview des spanischen Radiosenders Cope die "Weisheit" der Worte "dieser Frau" während ihres Moskau-Besuchs vor eineinhalb Wochen. Der Vatikan reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage zu der Äußerung des 84-jährigen Argentiniers.
  • 9/1/202111:38:42 AM
    Schießübungen russischer Panzer an Grenze zu Afghanistan
    Nach dem Abzug der letzten US-Truppen aus Afghanistan haben russische Panzer Schießübungen im Nachbarland Tadschikistan in Zentralasien absolviert. Die Besatzungen von Kampfpanzern vom Typ T-72 hätten in den Bergen an der Grenze zu Afghanistan am Tag und in der Nacht Schüsse abgefeuert, teilte der zuständige Wehrbezirk der russischen Armee am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge mit. Die Soldaten hätten zudem den Einsatz von Maschinengewehren auf bewegliche Ziele trainiert.
  • 9/1/202110:37:00 AM
    Michel: EU braucht mehr strategische Autonomie
    Als Konsequenz aus den Ereignissen in Afghanistan muss die Europäische Union nach den Worten von Kommissionspräsident Charles Michel sich um mehr strategische Autonomie bemühen. Die Union brauche eine neue Stufe der kollektiven Verteidigung, sagt er beim Strategischen Forum von Bled in Slowenien. Die EU müsse sich besser darauf vorbereiten, ihre Bürger durch das Militär aus Situationen wie in Afghanistan herauszuholen. Europäische Staaten waren dabei auf das US-Militär angewiesen, das den Flughafen Kabul sicherte. "Meiner Ansicht nach brauchen wir kein weiteres geopolitisches Ereignis dieser Art, um zu begreifen, dass die EU nach mehr Entscheidungsautonomie und größerer Handlungsfähigkeit in der Welt streben muss."
  • 9/1/20218:31:11 AM
    Warten auf Taliban-Regierung in Afghanistan - Gefechte mit Widerstand
    Nach dem US-Truppenabzug aus Afghanistan lassen die militant-islamistischen Taliban mit einer Regierungsbildung weiter auf sich warten. Es gebe noch keine exakten Informationen über den Zeitpunkt, sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Auch ob Talibanführer Haibatullah Achundsada erstmals nach der Machtübernahme der Islamisten öffentlich auftreten werde, ließ er offen. "Wir warten", so Mudschahid.
  • 9/1/20216:29:49 AM
    London spricht mit Taliban über Ausreise von Briten und Ortskräften
    Die britische Regierung verhandelt mit den militant-islamischen Taliban über eine sichere Ausreise von Briten und afghanischen Ortskräften aus Afghanistan. Der Sonderbeauftragte von Premierminister Boris Johnson, Simon Gass, sei zu Gesprächen mit führenden Vertretern der Taliban in die katarische Hauptstadt Doha gereist, sagte ein Regierungssprecher in London in der Nacht zu Mittwoch. Es gehe darum, "die Bedeutung einer sicheren Ausreise für britische Staatsangehörige und die Afghanen, die in den vergangenen 20 Jahren mit uns zusammengearbeitet haben, zu unterstreichen".
  • 9/1/20216:15:00 AM
    USA ermöglichen trotz Sanktionen gegen Taliban humanitäre Hilfe
    Die USA setzen auch nach dem Abzug in Afghanistan ihre humanitäre Hilfe vor Ort fort. Eine Sondergenehmigung ermächtige die US-Regierung und ihre Auftragnehmer, trotz Sanktionen gegen die als Terroristen eingestuften Taliban Hilfe für die Menschen in Afghanistan zu leisten, einschließlich der Lieferung von Lebensmitteln und Medikamenten, sagt ein Beamter des US-Finanzministeriums der Nachrichtenagentur Reuters. Die bestehenden Sanktionen frieren alle US-Vermögenswerte der militanten islamistischen Gruppe ein und verbieten den Amerikanern den Handel mit ihnen, einschließlich der Spende von Finanzmitteln, Waren oder Dienstleistungen. Diese Sanktionen blieben von der Sonderregelung unberührt, sagt der Beamte. 
  • 9/1/20216:05:00 AM
    Experte: Viele Afghanen wollen fliehen - Aber anders als 2015
    Angesichts der humanitären Notlage in Afghanistan rechnet der Migrationsexperte Gerald Knaus schon bald mit sehr vielen Menschen, die ins Ausland fliehen wollen - aber mit keiner massenhaften Einreise von Migranten nach Europa so wie 2015. Die dafür wichtigste Grenze zwischen dem Iran und der Türkei sei heute «mit Mauern, Drohnen und Zehntausenden Soldaten hart abgeriegelt», sagte er der Düsseldorfer «Rheinischen Post» (Mittwoch). «Was es ganz sicher nicht geben wird, ist eine größere irreguläre Migration wie 2015 bis in die Europäische Union.»

    Knaus ist der Leiter der Denkfabrik Europäische Stabilitätsinitiative (ESI), die den Plan für die Rücknahmevereinbarung mit der Türkei zu syrischen Flüchtlingen entwickelt hatte.
  • 9/1/20216:01:00 AM
    Pentagon: Haben keine Hunde in Käfigen in Kabul zurückgelassen
    Aufregung um Hunde am Flughafen Kabul: Das Pentagon hat Berichte zurückgewiesen, Hunde des US-Militärs am Flughafen der afghanischen Hauptstadt in Käfigen zurückgelassen zu haben. Die vorrangige Aufgabe der USA sei die Evakuierung von US-Bürgern, afghanischen Ortskräften und gefährdeten Afghanen gewesen, erklärte das Pentagon am Dienstag. Weiter hieß es: «Das US-Militär hat keine Hunde in Käfigen auf dem internationalen Flughafen Hamid Karzai zurückgelassen, auch keine (...) Militärdiensthunde.» Entsprechende Berichte seien falsch.
  • 9/1/20214:44:17 AM
    Joe Biden verteidigt Abzug aus Afghanistan
    Nach dem Ende des internationalen Militäreinsatzes in Afghanistan hat US-Präsident Joe Biden seine umstrittene Abzugsentscheidung vehement verteidigt. "Es war an der Zeit, diesen Krieg zu beenden", sagte Biden am Dienstag im Weißen Haus. Die Alternative wäre gewesen, Zehntausende weitere Soldaten in das Land zu schicken und den Konflikt zu eskalieren, argumentierte er. Mit dem Abzug der letzten US-Soldaten vom Flughafen Kabul war in der Nacht zu Dienstag der internationale Afghanistan-Einsatz nach fast 20 Jahren zu Ende gegangen.

  • 8/31/20215:53:31 PM
    Außenminister Maas spricht zur Afghanistan-Lage
    Nach den Worten von Außenminister Heiko Maas führt "überhaupt kein Weg vorbei an Gesprächen mit den Taliban". Man könne sich Instabilität in Afghanistan nicht leisten, sagt er in Doha. Es gehe derzeit "nicht um die formalen Anerkennungsfragen", sondern um ganz praktische Themen. Die Bundesregierung fordere die Bildung einer inklusiven Regierung. Man sei bereit zu Hilfe. "Wer erwartet, dass die internationale Gemeinschaft hilft, (...) der muss auch sehen, dass die internationale Gemeinschaft auch gewisse Voraussetzungen dafür fordert."

    Außerdem dankt Bundesaußenminister Heiko Maas Katar für seine Hilfe bei den Evakuierung aus Afghanistan. "Katar hat in einer äußerst schwierigen Lage eine führende Rolle bei den Evakuierungen übernommen", sagt Maas in Doha. Katar habe auch eine große Rolle bei der Organisation des Flughafens in Kabul gespielt. 

    Außenminister Heiko Maas deutet die Bereitschaft zur Wiederbesetzung der deutschen Botschaft in Kabul an. "Wenn es politisch möglich wäre und die Sicherheitslage es erlaubt, dann sollte auch Deutschland in Kabul wieder eine Botschaft haben", sagt Maas in Doha. Es gebe ein großes Bedürfnis nach diplomatischer Präsenz. "Wir brauchen die Kontakte." Alles sei aber abhängig von der politischen Entwicklung. 
  • 8/31/20211:51:16 PM
    Debatte über militärische EU-Eingreiftruppe 
    Die Ereignisse in Afghanistan zeigen, dass die Europäische Union eine eigene schnelle militärische Eingreiftruppe braucht - findet jedenfalls der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell. Er sei gewillt, die Diskussion darüber voranzutreiben, sagte ein ranghoher EU-Beamter am Dienstag in Brüssel. Eine solche Eingreiftruppe hätte demnach zum Beispiel genutzt werden können, um nach dem Abzug der USA einen Weiterbetrieb des Flughafens in Kabul für Evakuierungsflüge abzusichern.
    Die bisherigen Überlegungen sehen vor, eine rund 5.000 Soldaten starke Einheit zu schaffen, die innerhalb kurzer Zeit in Krisenländer verlegt werden kann. Sie soll zum Beispiel auch im Kampf gegen den internationalen Terrorismus in Ländern wie Mali zum Einsatz kommen können. Berichte, nach denen Borrell sogar eine 50.000 Soldaten starke Einheit anstrebt, wurden am Dienstag nicht bestätigt. 

  • 8/31/20211:28:53 PM
    Baerbock schießt gegen Linke 
    Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat erneut Zweifel an der Regierungsfähigkeit der Linken geäußert. "Wir reden mit allen demokratischen Parteien", sagte die Grünen-Vorsitzende mit Blick auf mögliche künftige Koalitionen nach der Bundestagswahl vor Journalisten in Potsdam. "Das bedeutet auch mit den Linken - mit der Einschränkung zu sagen, außenpolitisch muss man aber auch handlungsfähig sein." Sie betonte: "Die Linken haben sich mit ihrer Abstimmung im Bundestag zu Afghanistan selber ins Abseits geschossen."

    Wenn man Menschen retten müsse in Afghanistan und das nur mit der Bundeswehr möglich sei, die Linke dies aber nicht unterstütze, stelle das "große Fragezeichen an die internationale Verantwortung, die in einer nächsten Bundesregierung natürlich gegeben sein muss", sagte Baerbock. Eine Koalition von SPD, Grünen und der Linken gilt als mögliche Option nach der Bundestagswahl. 

  • 8/31/20219:35:28 AM
    Taliban-Angriff auf Pandschir
    Nach Angaben von Widerstandskämpfern haben die Taliban versucht, in die afghanische Provinz Pandschir vorzudringen. Diese ist die einzige von 34 Provinzen des Landes, die noch nicht unter Kontrolle der Islamisten steht. Taliban-Kämpfer hätten am Montagabend (Ortszeit) am Eingang zum Pandschir-Tal angegriffen, sagte der Sprecher der Nationalen Widerstandsfront, Fahim Daschti, in einer am Dienstag auf Whatsapp geteilten Videonachricht. Die Taliban äußerten sich noch nicht zu dem Vorfall.
    Die Islamisten hätten sieben oder acht Kämpfer verloren, die gleiche Zahl sei verletzt worden, sagte Daschti weiter. Auch mehrere Widerstandskämpfer seien verwundet worden. Zuletzt hatte es von beiden Seiten geheißen, man wolle die offene Machtfrage durch Verhandlungen lösen. Gleichzeitig bauen prominente Afghanen aus dem Tal einen Widerstand gegen die Islamisten auf.
    Pandschir konnte von den Taliban auch während ihrer ersten Herrschaft zwischen 1996 und 2001 nicht erobert werden. Das lag neben dem erbitterten Widerstand der Nordallianz auch an der geografischen Lage - der Eingang zum Tal ist eng und gut zu verteidigen. Während die Islamisten in den vergangenen Monaten praktisch in allen Provinzen angriffen, gab es nur vereinzelte Angriffe auf Pandschir. 

  • 8/31/20218:24:46 AM
    Taliban-Regierung "in Kürze"
    Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) rechnet damit, dass die islamistischen Taliban "in Kürze" eine neue afghanische Regierung vorstellen werden. Dann werde sich auch zeigen, ob die neuen Machthaber in Afghanistan dazu bereit seien, mit der personellen Besetzung auch andere Bevölkerungsgruppen zu repräsentieren, sagte der SPD-Politiker am Dienstag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad.
    Nach dem Abzug der US-Truppen aus Afghanistan sind westliche Staaten auf Kooperation mit den Taliban angewiesen, um eigene Staatsbürger und schutzsuchende Afghanen außer Landes zu bringen. Die Taliban haben zugesagt, die Ausreise zu gewähren. "Ob man sich darauf verlassen kann, wird man glaube ich erst in den kommenden Tagen und auch Wochen sehen", sagte Maas.
    Deutschland will noch mehr als 40.000 Menschen bei der Ausreise aus Afghanistan unterstützen - auf dem Landweg über die Nachbarländer oder auf dem direkten Luftweg vom Flughafen Kabul. Maas hofft darauf, dass der Flughafen "in einem überschaubaren Zeitraum" wieder betriebsfähig ist und von dort Charterflüge starten können. 

  • 8/31/20218:10:28 AM
    Maas: Demokratie-Export nicht durch Krieg
    Außenminister Heiko Maas (SPD) hat nach 20 Jahren Krieg und dem Abzug des Westens aus Afghanistan eine "große Lehre" gezogen. "Ziele und Dauer" von Militäreinsätzen müssten künftig neu beurteilt werden, sagte Maas. "Militärische Interventionen sind nicht geeignet, um langfristig eine Staatsform zu exportieren. Das ist offensichtlich in Afghanistan gescheitert." 
  • 8/31/20218:00:00 AM
    Maas: Taliban müssen Zusagen einhalten und umsetzen
    Außenminister Heiko Maas (SPD) appelliert an die Taliban, die Zusagen einzuhalten, dass weitere Menschen ausreisen dürfen und eine Regierung der Einheit in Kabul entstehe. "Wir wollen nicht nur, dass sie eingehalten werden, sondern sie auch umsetzen", sagte Maas in Islamabad. "Dafür führen wir weitere Gespräche mit den Taliban." Man brauche Absprachen etwa für die Evakuierung von Menschen über den Landweg. Er hoffe, dass der Flughafen Kabul bald wieder für Charterflugzeuge zur Verfügung stehe.
    Maas stellte den Nachbarstaaten Afghanistans auch Hilfen beim Grenzmanagement und bei der Terrorismus-Prävention in Aussicht. Dies biete Deutschland über die zugesagten 100 Millionen Euro humanitäre Hilfe und 500 Millionen Euro für die Nachbarstaaten hinaus an, sagte Maas.

  • 8/31/20217:50:00 AM
    Lage in Kabul nach Abzug momentan ruhig
     Am Tag nach dem Abzug der USA aus Afghanistan sprechen Bewohner der Hauptstadt Kabul von einem insgesamt ruhigen Tagesbeginn. In der Stadt sei es ruhig, sagte Lotfullah, der im Zentrum der Stadt lebt. Die meisten Geschäfte im Stadtteil Schahr-e Nau seien geöffnet, sie hätten aber kaum Kunden. Ein paar Banken hätten nach fast zwei Wochen ihre großen Filialen geöffnet. Hunderte Menschen stünden an, um Geld abzuheben. 
    Er sehe insgesamt nicht viele Taliban in den Straßen, sagte er weiter. Zumeist bewachten diese bestimmte Gebäude, vor allem Behörden. Ein Bewohner des Stadtteils Dascht-e Bartschi im Westen Kabuls sagte, private und öffentlichen Schulen hätten erstmals seit der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban Mitte August wieder geöffnet. Alle Schülerinnen und Schüler bis zur sechsten Klasse seien zum Unterricht zurückgekehrt. 

  • 8/31/20217:34:46 AM
    "Strategische und taktische Fehler Bidens"
    Die "Washington Post" hat US-Präsident Joe Biden für dessen Management des Abzugs aus Afghanistan hart kritisiert. "Dies ist ein moralisches Desaster, eines, das nicht zurückzuführen ist auf das Handeln des militärischen und diplomatischen Personals in Kabul - das sich angesichts der tödlichen Gefahren mutig und professionell verhalten hat -, sondern auf strategische und taktische Fehler Bidens und seiner Regierung", hieß es in dem liberalen Blatt.
    "Die Zahl der Menschen, die seit Ende Juli auf dem Luftweg aus Kabul evakuiert wurden - rund 122 000 - ist zwar enorm, aber nicht groß genug. Glücklicherweise konnten viele Tausend US-Bürger, Bürger aus Drittstaaten und Afghanen entkommen, die direkt für die Streitkräfte der USA und ihrer Verbündeten gearbeitet haben. Aber viele Tausend Menschen haben es nicht geschafft (...)."
  • 8/31/20216:38:38 AM
    Weber: Jetzt schlägt "die Stunde Europas"
    Manfred Weber (CSU), sieht "eine moralische Pflicht" des Westens in der Afghanistan-Politik. "Es gibt Menschen, die für uns in den vergangenen Jahren den Kopf hingehalten haben. Die haben Solidarität und Hilfe verdient», sagte der Vorsitzende der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament dem "Münchner Merkur".
    Afghanische Flüchtlinge könnten mit sogenannten Resettlement-Programmen aufgenommen werden: "Der Staat legt klare Kriterien fest, wen wir aufnehmen, und organisiert das auch. Da erwarte ich mir mit Blick auf die EU-Außenministertagung diese Woche, dass die Mitgliedstaaten solidarisch vorgehen. Wir waren ja nicht als einzelne Nationen in Afghanistan, sondern haben gemeinsame Wertvorstellungen vertreten. Da hat der Westen eine moralische Pflicht."
    Aus Sicht Webers schlage jetzt "die Stunde Europas". "Deshalb finde ich es sehr irritierend, dass bisher keine Sondersitzung des Europäischen Rates einberufen wurde, in der sich die europäischen Staaten abstimmen. Wir befinden uns an einem Wendepunkt für die westliche Welt. Da muss man sich nichts vormachen." 

  • 8/31/20216:22:51 AM
    Taliban wollen gute Beziehungen "mit allen"
    Die Taliban wollen nach eigenen Angaben „gute“ Beziehungen mit den USA. „Wir wollen gute Beziehungen zu den USA und der ganzen Welt haben“, sagte der Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid nach dem Abzug der US-Truppen bei einer Rede am Flughafen in Kabul. „Wir begrüßen gute diplomatische Beziehungen mit allen.“

     Mudschahid  beglückwünschte die Afghanen zu ihrem „Sieg“, wenige Stunden nachdem die letzten US-Soldaten das Land um kurz vor Mitternacht verlassen hatten. „Glückwunsch an Afghanistan, dieser Sieg gehört uns allen“, sagte er auf der Landebahn des Kabuler Flughafens. 
  • 8/31/20214:38:43 AM
    US-Militär lässt funktionsunfähige Flugzeuge und Fahrzeuge zurück 
    Bei ihrem Abzug machen die US-Truppen zahlreiche Flugzeuge und gepanzerte Fahrzeuge sowie das Raketenabwehrsystem auf dem Flughafen von Kabul funktionsunfähig, damit diese nicht in die Hände der Taliban oder anderer islamistischer Gruppen fallen. 27 Humvees und 70 gepanzerte MRAP-Fahrzeuge - die bis zu eine Million Dollar pro Stück kosten können - seien unbrauchbar gemacht worden, sagt der Chef des Zentralkommandos der US-Streitkräfte, General Kenneth McKenzie. Die Fahrzeuge "werden nie wieder von irgendjemandem benutzt werden". 

  • 8/31/20214:30:50 AM
    Streitkräfte veröffentlichen Foto: Der letzte US-Soldat, der Afghanistan verließ
    Generalmajor Chris Donahue ist der letzte US-Soldat, der Afghanistan verließ. Das US-Zentralkommando twitterte ein Bild, das durch ein Nachtsichtgerät aufgenommen worden war. Auf ihm ist zu sehen, wie der Kommandeur der 82. Luftlandedivision der US-Armee auf dem Internationalen Flughafen in Kabul am späten Montagabend ein Transportflugzeug besteigt. "Der letzte amerikanische Soldat verlässt Afghanistan", twitterte das US-Zentralkommando.
  • 8/30/20218:36:58 PM
    US-Truppen vollständig aus Afghanistan abgezogen
    Mit dem Abzug ihrer letzten Soldaten vom Flughafen Kabul haben die USA den Militäreinsatz in Afghanistan nach fast 20 Jahren beendet. Das sagte US-General Kenneth McKenzie, der das US-Zentralkommando Centcom führt, am Montag in einer Videoschalte mit Journalisten im Pentagon.
  • 8/30/20218:08:38 PM
    UN-Sicherheitsrat erhöht mit Afghanistan-Resolution Druck auf Taliban
    Der UN-Sicherheitsrat erhöht den Druck auf die militant-islamistischen Taliban, Afghanen ungehindert aus ihrem Heimatland ausreisen zu lassen. Man erwarte, "dass die Taliban diese und alle anderen Verpflichtungen einhalten", hieß es in einer Resolution des mächtigsten UN-Gremiums, die am Montag in New York bei zwei Enthaltungen angenommen wurde.
  • 8/30/20216:34:28 PM
    Taliban: Würden abgelehnte Asylbewerber vor Gericht stellen
    Die Taliban würden einem Sprecher zufolge nicht asylberechtigte, eventuell straffällige Afghanen zurücknehmen und vor Gericht stellen. "Das Gericht muss entscheiden, wie es mit ihnen weitergeht", sagt Sabihullah Mudschahid der "Kronen Zeitung" in einem Interview 
  • 8/30/20216:33:21 PM
    Ringen um Aufnahme von Afghanen - Maas besucht Pakistan 
    Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) will seine Gespräche über die Aufnahme afghanischer Schutzsuchender am Dienstag in Pakistan fortsetzen. Es ist eine weitere Station seiner Reise in fünf Länder, die eine Rolle bei den Bemühungen um die Ausreise von Menschen aus Afghanistan spielen.

    Vor seinem Besuch in Pakistan hatte Maas am Montag Gespräche in Usbekistan und Tadschikistan geführt. Die drei Nachbarländer Afghanistans zählen zu den ersten Anlaufstationen für Menschen, die sich auf dem Landweg vor den militant-islamistischen Taliban in Sicherheit bringen wollen. Die Bundesregierung bemüht sich darum, mehr als 40 000 von ihnen in Deutschland aufzunehmen. Pakistan hat seit 40 Jahren Millionen afghanischer Flüchtlinge aufgenommen. Zuletzt hatten Regierungsvertreter erklärt, dass man keine weiteren Flüchtlinge ins Land einreisen lassen wolle, weil Pakistan sich dies nicht leisten könne.
  • 8/30/20212:21:12 PM
    Afghanistan-Resolution noch heute im Sicherheitsrat
    Der UN-Sicherheitsrat will noch am Montag über eine Resolution abstimmen, die zur sicheren Ausreise von Menschen aus Afghanistan führen soll. Das wichtigste UN-Gremium werde um 15 Uhr New Yorker Zeit (21 Uhr deutscher Zeit) zusammenkommen, erfuhr die dpa von Diplomaten. Die Annahme eines entsprechenden französisch-britischen Texts würde unter anderem den Druck auf die Taliban erhöhen, Menschen eine sichere Ausreise aus Kabul zu gewähren und sich an frühere Zusagen zu halten.

    Die Vetomächte Russland und China hatten sich bei Verhandlungen am Wochenende Diplomaten zufolge offen für eine Einigung gezeigt. Eine Zustimmung sei aber noch nicht sicher, hieß es. Für eine Annahme einer Resolution braucht es im wichtigsten UN-Gremium neun von 15 Ja-Stimmen ohne ein Veto der ständigen Mitglieder USA, China, Russland, Frankreich und Großbritannien.

  • 8/30/20211:33:09 PM
    Noch immer 400 Deutsche in Afghanistan
    Die Zahl der deutschen Staatsbürger, die sich noch in Afghanistan befinden, ist deutlich höher als bislang bekannt. Bislang haben sich mehr als 400 Deutsche gemeldet, die sich aktuell noch immer im Land aufhalten, wie die Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung (NRZ, Dienstagausgabe) aus dem Auswärtigen Amt erfuhr. Rund 500 deutsche Staatsbürger konnten demnach in den vergangenen Tagen über die Evakuierungsflüge aus Afghanistan herausgeholt werden. Vor dem Beginn der Evakuierungsflüge war die Bundesregierung von 80 Deutschen in Afghanistan ausgegangen. Auf den mittlerweile geschlossenen Ausreiselisten des Auswärtigen Amtes befinden demnach sich rund 10.000 afghanische Staatsbürger, die als Ortskräfte beispielsweise für die Bundeswehr oder Entwicklungshilfeorganisationen tätig waren. Dazu kommen deren Familienangehörige. Zudem will die Bundesregierung auch anderweitig gefährdeten afghanischen Staatsbürgern und ihren Familienangehörigen helfen, das Land zu verlassen. Dabei handele es sich um eine "hohe vierstellige" Zahl, heißt es aus dem Auswärtigen Amt.
  • 8/30/20211:12:32 PM
    WHO: 12,5 Tonnen Hilfe in Afghanistan eingetroffen
    In Afghanistan ist die nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erste Hilfslieferung mit medizinischen Gütern seit der Machtübernahme der islamistischen Taliban eingetroffen. Laut WHO landete ein Flugzeug mit 12,5 Tonnen an Medikamenten und medizinischen Hilfsgütern der WHO in der Stadt Masar-i-Scharif im Norden des Landes.
    Mit den Vorräten könne der grundlegende Gesundheitsbedarf von mehr als 200.000 Menschen gedeckt, 3.500 chirurgische Eingriffe vorgenommen und 6.500 Traumapatienten behandelt werden. Die Vorräte liefere man sofort an 40 Gesundheitseinrichtungen in 29 der 34 Provinzen des Landes.

  • 8/30/202112:59:03 PM
    IS reklamiert Raketenangriff auf Kabul-Airport für sich
    Der Afghanistan-Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Raketenangriff am Flughafen von Kabul für sich reklamiert. "Soldaten des Kalifats" hätten den Flughafen mit sechs Raketen des Typs Katjuscha angegriffen, teilte IS-Khorasan, wie der IS sich in Afghanistan und Pakistan nennt, am Montag auf der Plattform Naschir News mit. Es sei auch bestätigt, dass bei dem Angriff Menschen verletzt worden seien. Eine Bestätigung über mögliche Opfer oder Schäden gab es unabhängig von der Erklärung des IS zunächst nicht.
    Auf den Kabuler Flughafen waren Berichten zufolge am Montagmorgen mindestens fünf Raketen abgefeuert worden. Ein Raketenabwehrsystem sei aktiviert worden, berichtete der Fernsehsender CNN unter Berufung auf US-Regierungsmitarbeiter. Dieses kann heranfliegende Objekte mit einem Maschinengewehr zerstören, bevor sie ihr Ziel treffen.
    Der IS war in Afghanistan Anfang 2015 in Erscheinung getreten. Er will dort und auf pakistanischem Gebiet eine "Provinz" namens IS-Khorasan etablieren und hat Anschläge vor allem auf schiitische Ziele verübt. Die USA und afghanische Sicherheitskräfte griffen dessen Stellungen in vergangenen Jahren mitunter mehrmals wöchentlich an. Mit den Taliban, die in Afghanistan vor zwei Woche die Macht an sich gerissen hatten, ist der IS trotz großer ideologischer Nähe verfeindet.

  • 8/30/202112:56:33 PM
    Macron-Vorschlag: Großbritannien reserviert
    Der Vorschlag des französischen Präsidenten Emmanuel Macron für eine UN-Sicherheitszone in Kabul ist in London verhalten aufgenommen worden.
    Wie aus Regierungskreisen in London am Montag verlautete, arbeiten Großbritannien, die USA und Frankreich gemeinsam an einem Resolutionsentwurf für den UN-Sicherheitsrat, der noch Anfang der Woche verabschiedet werden solle. Die Resolution soll demnach "eine Botschaft an die Taliban aussenden", wie wichtig es sei, dass "Mitarbeiter der Vereinten Nationen ein sicheres Umfeld haben, um ihre humanitäre Arbeit fortzusetzen".
    Der französische Präsident hatte am Sonntag der Zeitung "Le Journal du Dimanche" gesagt, ein gemeinsamer Resolutionsentwurf Frankreichs und Großbritanniens ziele darauf ab, "eine Sicherheitszone in Kabul zu definieren, die eine Fortsetzung der humanitären Operationen ermöglicht".

  • 8/30/202112:54:46 PM
    USA fliegen 1.200 Menschen binnen 24 Stunden aus
    Im Zuge der Evakuierungsmission am Flughafen Kabul haben die USA zuletzt innerhalb von 24 Stunden rund 1.200 Menschen außer Landes gebracht. Zwischen dem frühen Sonntagmorgen und dem frühen Montagmorgen hätten 26 Flugzeuge des US-Militärs rund 1.200 Menschen ausgeflogen, teilte das Weiße Haus am Montag in Washington mit. Im selben Zeitraum hätten zwei Maschinen internationaler Partner rund 50 Menschen evakuiert. Seit dem Start der Mission Mitte August seien insgesamt rund 116.700 Menschen aus Afghanistan evakuiert worden, hieß es weiter.

    Die Bundeswehr hatte ihren Rettungseinsatz am Donnerstag beendet, Frankreich, Spanien und Großbritannien folgten am Freitag und Samstag. Die USA wollen noch bis Dienstag Menschen aus dem Land bringen. US-Präsident Joe Biden hatte am Sonntag vor möglichen weiteren Anschlagen rund um den Flughafen Kabul gewarnt.

  • 8/30/202112:00:00 PM
    UN: Leid der Afghanen nicht vergessen
    Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, ruft dazu auf, mit dem bevorstehenden Ende der Evakuierungs-Luftbrücke das Leid der Menschen in Afghanistan nicht aus den Augen zu verlieren. "Die Luftbrücke aus Kabul wird in wenigen Tagen enden, und die Tragödie, die sich abgespielt hat, wird nicht mehr so sichtbar sein. Aber sie wird für Millionen Afghanen immer noch eine tägliche Realität sein. Wir dürfen uns nicht abwenden. Eine weitaus größere humanitäre Krise fängt gerade erst an", sagte Grandi. Die Grenzen müssten offen bleiben und mehr Länder sollten sich daran beteiligen, "diese humanitäre Verantwortung" mit dem Iran und Pakistan zu teilen, die bereits 2,2 Millionen Afghanen beherbergten.
  • 8/30/202111:44:08 AM
    Reuters: EU will keine "unkontrollierte" Migration aus Afghanistan
    Die EU-Innenminister wollen einem von Reuters eingesehen Entwurf zufolge am Dienstag verkünden, dass sie weitere "unkontrollierte Bewegungen großer Immigrantengruppen" aus Afghanistan verhindern wollen. Laut dem Entwurf für die Dringlichkeits-Sitzung der Minister sollen neue Sicherheitsrisiken für EU-Bürger abgewendet werden.
  • 8/30/202111:22:13 AM
    BMI: 138 Ortskräfte ausgeflogen
    Die von der Bundesregierung organisierte Luftbrücke aus Kabul hat nach vorläufigen Angaben 138 Ortskräfte nach Deutschland gebracht plus deren Familienangehörige. Insgesamt habe man 634 Menschen aus dieser Gruppe ausgeflogen, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums (BMI). Er verwies darauf, dass die Zahl der Hilfeersuchen erst nach dem Beginn der Luftbrücke deutlich gestiegen sei - auf nunmehr mindestens 40.000 Menschen.
    Vor Beginn der Evakuierung am 14. August habe das Bundesinnenministerium Kenntnis davon gehabt, dass 174 Ortskräfte sowie Familienangehörige für die gesamte Bundesregierung zur Ausreise anstehen, insgesamt 886 Menschen, so der Sprecher. Es ging dabei um die Afghanen, die aktiv eine Gefährdungsanzeige gemacht hatten und auf Listen standen.
    "Während der Evakuierungen gab es aus den Ressorts Nachreichungen, gab es auch von den Ortskräften sehr viele Nachmeldungen, auch von Familienangehörigen, so dass wir derzeit davon ausgehen, dass der Anteil derer, die einen Bezug zu Ortskräften haben für die gesamte Bundesregierung inzwischen bei mehr als 40.000 Personen liegt", sagte der Sprecher.
    Über die Luftbrücke der Bundeswehr, die auch Menschen aus anderen Staaten ausflog, kamen inzwischen nach Angaben des BMI 4.587 Menschen nach Deutschland, davon 3.849 Afghanen und 403 deutsche Staatsangehörige. "Da hat sich niemand an ein deutsches Flugzeug gestellt und hat abgezählt und hat gesagt, wir nehmen jetzt nur diejenigen mit, die nach Deutschland kommen und diejenigen, die nach Italien müssen oder nach Belgien, die lassen wir hier stehen", sagte der Sprecher.

  • 8/30/202110:49:17 AM
    Merkel: Grüne bei Afghanistan haltungslos
    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Grünen im Zusammenhang mit dem Desaster beim Abzug des Westens aus Afghanistan kritisiert. Deren Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hätte beim ersten großen TV-Triell der Kanzlerkandidaten am Sonntagabend "keine klare Haltung" zu dem Thema gezeigt, sagte Merkel nach dpa-Informationen am Montag in der CDU-Präsidiumssitzung in Berlin.

    Unionskanzlerkandidat Armin Laschet, SPD-Vizekanzler und Kandidat Olaf Scholz sowie Baerbock hatten sich bei RTL und ntv einen Schlagabtausch über aktuelle Themen geliefert - unter anderem über die Lage in Afghanistan und deren Folgen für die Bundespolitik.

    Laschet sagte nach den Informationen aus Teilnehmerkreisen der Sitzung, das Rennen sei knapp. Es gehe weiterhin darum, die Richtungsentscheidung deutlich zu machen, vor der Deutschland stehe. "Wir werden dafür kämpfen", sagte er demnach.

  • 8/30/20218:49:42 AM
    Maas: Gespräche mit Taliban nur über Kanal Potzel
    Heiko Maas will nicht selbst mit den islamistischen Taliban über die Ausreise schutzsuchender Afghanen reden. Der Gesprächspartner der Bundesregierung für die Taliban sei der Diplomat Markus Potzel, der derzeit mit Taliban-Vertretern im Golfemirat Katar verhandelt. "Das ist der Kanal, den wir nutzen." Das werde man auch weiter tun.

    Maas befindet sich gerade auf einer viertägigen Reise durch fünf Länder, die eine Rolle für die Ausreise schutzbedürftiger Menschen spielen. Darunter ist auch das arabische Golfemirat Katar, das einen besonders guten Draht zu den Taliban hat. Dort haben die Islamisten auch ihr politisches Büro, eine Art Außenministerium.

    Maas wird am Dienstag und Mittwoch in Katar sein und dort auch Potzel treffen, der eigentlich im August als Botschafter nach Kabul entsandt werden sollte. Nach der Machtübernahme der Taliban ist die deutsche Botschaft dort geschlossen worden, alle deutschen Diplomaten haben das Land verlassen.

  • 8/30/20218:29:26 AM
    US-Militär: Raketen auf Airport abgefangen
    Kurz vor dem Ende der Luftbrücke zur Evakuierung Schutzbedürftiger aus Afghanistan ist der Flughafen Kabul nach US-Angaben erneut unter Beschuss geraten. Bis zu fünf Raketen wurden Montagfrüh auf den Airport abgefeuert, wie ein US-Regierungsbeamter der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Ein Raketenabwehrsystem habe die Geschosse allerdings abgefangen. Ersten Berichten zufolge habe es keine Opfer unter den Amerikanern gegeben. Das könne sich jedoch noch ändern. Afghanischen Medienberichten zufolge wurden die Raketen von einem Fahrzeug aus abgefeuert. In Kabul seien an mehreren Stellen Raketen eingeschlagen, meldete die Agentur Pajhwok.
  • 8/30/20218:07:57 AM
    Taliban fordern von den USA Informationen über Angriffe
    Die Taliban haben die USA kritisiert, dass sie nicht über den Drohnenangriff am Sonntag informiert worden seien. Es sei widerrechtlich, dass die USA in anderen Ländern nach Belieben Angriffe ausführten, sagt der Sprecher dem chinesischen Staats-Sender CGTN. Die Amerikaner hatten am Sonntag nach eigenen Angaben einen Selbstmordattentäter in einem Wagen getötet, der im Auftrag des IS-Milizenablegers Isis-K einen Anschlag auf den Kabuler Flughafen vorbereitet haben soll. Bei dem Drohnenangriff soll es Medienberichten zufolge auch zivile Opfer gegeben haben.
  • 8/30/20218:00:00 AM
    Maas: Wesentlich mehr als 100 Ortskräfte evakuiert
    Heiko Maas hat einen Bericht dementiert, wonach bei den Evakuierungsflügen aus Afghanistan nur wenige Ortskräfte aus Afghanistan gebracht wurden. Die Bundeswehr habe mit ihrer Luftbrücke wesentlich mehr als rund 100 Ortskräfte evakuiert, sagte der Außenminister am Montag in der usbekischen Hauptstadt Taschkent. Man gleiche derzeit mit Partnerstaaten die Passagierlisten der Evakuierungsflüge aus Kabul ab, sagte Maas. Deshalb werde es noch eine Weile dauern, bis es eine klare Übersicht gebe. Die Rettung von afghanischen Ortkräften vor möglichen Racheakten der Taliban war eines der Hauptziele des am Donnerstag beendeten deutschen Einsatzes.

    Die "Welt am Sonntag" hatte berichtet, dass die Bundeswehr nur wenige Ortskräfte ausgeflogen habe. Das Blatt berief sich auf Zahlen des Bundesinnenministeriums, die unter anderem im Bundestag vorgestellt worden seien. Demnach befanden sich unter den bis Mitte der Woche Ausgeflogenen etwa 4500 Menschen nur knapp mehr als 100 Ortskräfte mit ihren Familien. Insgesamt machten sie rund 500 der 4500 Personen aus, berichtete das Blatt. Vom Bundesinnenministerium war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. 

  • 8/30/20217:45:20 AM
    Maas: Nur wer Zusage hat, darf kommen
    Außenminister Heiko Maas will nur denjenigen Menschen bei der Ausreise aus Afghanistan helfen, die eine Zusage für die Aufnahme in Deutschland haben. "Es geht uns nur um diese Personengruppe", betonte der SPD-Politiker am Montag nach in Usbekistan. Die Regierung in Taschkent habe sich bei der von Deutschland definierten Personengruppe zur Kooperation bereit erklärt. "Darüber hinaus haben wir auch keine Anfrage gestellt."

    Auf den Ausreiselisten des Auswärtigen Amts stehen mehr als 10.000 Afghanen. Dazu zählen ehemalige afghanische Mitarbeiter von Bundeswehr oder Ministerien - die sogenannten Ortskräfte - und besonders schutzbedürftige Menschen wie Menschenrechtsaktivisten oder Frauenrechtlerinnen. Hinzu kommen deren Familienangehörige. Zusammen geht es nach jetzigem Stand um mehr als 40.000 Menschen, die in Deutschland aufgenommen werden sollen - wenn es ihnen gelingt, das Land zu verlassen.

  • 8/30/20217:05:00 AM
    Weiterhin russische Evakuierungsflüge
    Russlands Botschaft in Kabul erklärt sich bereit, Anträge von Ausreisewilligen anzunehmen. Dazu seien zusätzliche Evakuierungsflüge geplant. Vergangene Woche hatte Russland rund 360 Menschen ausgeflogen. In mehreren Tweets der Botschaft heißt es, die Flüge seien für Russen, Afghanen und Bürger der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit vorgesehen, einem vom Russland angeführten Militärbündnis mit sechs Mitgliedsstaaten.
  • 8/30/20216:50:19 AM
    Maas meldet sich aus Usbekistan
    Usbekistan ist nach Aussage von Außenminister Heiko Maas bereit, Deutsche, afghanische Ortskräfte und Schutzbedürftige, die nach Deutschland ausgeflogen werden sollen, ins Land zu lassen. Usbekistan sei bereit zu helfen, sagte Maas bei einem Besuch in der Hauptstadt Taschkent.
    Maas sagte außerdem, die afghanischen Nachbarländer wollten sich in ihrer Afghanistan-Politik absprechen und wenn möglich eine gemeinsame Position entwickeln. "Es gibt Bemühungen, alle Nachbarstaaten an einen Tisch zu bekommen", so der SPD-Politiker. Zudem sei es wichtig, dass alle wichtigen Akteure, auch Russland und China, dabei seien.
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