22-Jährige starb nach Verhaftung durch Sittenpolizei

Nach dem Tod von Mahsa Amini: Mindestens drei Tote bei Protesten im Iran

Tote bei Protesten im Iran Nach dem Tod von Mahsa Amini
02:12 min
Nach dem Tod von Mahsa Amini
Tote bei Protesten im Iran

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Es ist eine Protestbewegung, wie sie das Land lange nicht gesehen hat. Im Iran gehen Tausende auf die Straße und fordern Gerechtigkeit für die Frauen in ihrem Land. Nach dem Tod der 22-jährigen Mahsa Amini, die wegen eines angeblich falsch sitzenden Kopftuchs von der Sittenpolizei festgenommen worden war, kommt es vermehrt zu Protesten. Dabei kommt es auch zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften – bislang kamen drei Demonstrierende ums Leben. Außenministerin Annalena Baerbock hat die iranische Regierung indes aufgefordert, Frauenrechte als Menschenrechte anzuerkennen.

Die 22-jährige Mahsa Amini ist in einem Teheraner Krankenhaus gestorben.
Die 22-jährige Mahsa Amini ist in einem Teheraner Krankenhaus gestorben.
Twitter/AlinejadMasih

Tausende demonstrieren im Iran

Im Iran gehen Tausende auf die Straße und fordern Gerechtigkeit für Frauen in ihrem Land. Ausgelöst durch den Fall der 22-jährigen Mahsa Amini. Vergangenen Woche war Mahsa zu Besuch in Teheran. Dort wurde sie von der Sittenpolizei wegen ihres "unislamischen Outfits" auf der Straße verhaftet. Kurz darauf fällt Mahsa ins Koma und stirbt. Ein Überwachungsvideo, veröffentlicht von der Regierung, soll zeigen, wie Mahsa auf der Wache einen Herzinfarkt erleidet und ins Krankenhaus gebracht wird. Die Regierung spricht von Vorerkrankungen bei Mahsa. Ihre Familie sagt, das sei ein Lüge, Mahsa sei kerngesund gewesen. Auch Zeugen schildern, dass Mahsa auf brutale und heftige Weise von der Sittenpolizei geschlagen wurde.

A police motorcycle burns during a protest over the death of Mahsa Amini, a woman who died after being arrested by the Islamic republic's morality police, in Tehran, Iran September 19, 2022. WANA (West Asia News Agency) via REUTERS ATTENTION EDITORS
Die Demonstrierenden zündeten Barrikaden in der Hauptstadt Teheran an.
RAF, via REUTERS, WANA NEWS AGENCY

Aus Protest: Etliche Frauen schneiden ihre Haare ab und verbrennen ihre Kopftücher

Mahsas Schicksal berührt Tausende im ganzen Land, aber auch Menschen weltweit. Frauen schneiden sich aus Protest unverhüllt die Haare ab und setzen ihre Kopftücher in Flammen. Doch die Angst bei den Menschen im Iran bleibt, vor allem seitdem Hardliner-Präsident Raisi an der Macht ist. Das Land leidet unter Inflation und Dürren. Auch Armut und Arbeitslosigkeit nehmen zu. Die Regierung lenkt den Fokus auf religiöse Sitten - und greift immer härter gegen Frauen durch.

20.09.2022, Berlin: Bei einem Protest des Nationalen Widerstandsrates Iran (NWRI) vor der iranischen Botschaft in Berlin hält eine Frau ein Bild der verstorbenen Mahsa Amini in Händen. Die junge Frau war am vergangenen Dienstag von der Sitten- und Re
Auch in Berlin wird protestiert: Eine Frau hält ein Bild der verstorbenen Mahsa Amini in Händen.
dpa, Paul Zinken

Baerbocks Appell an Iran: Frauenrechte anerkennen!

Außenministerin Annalena Baerbock hat die iranische Regierung aufgefordert, Frauenrechte als Menschenrechte anzuerkennen. Die Grünen-Politikerin sagte der Deutschen Presse-Agentur am Rande der UN-Vollversammlung in New York: „Die Frauen, die jetzt in Iran auf die Straße gehen, fordern die Freiheit, sich selbst zu entfalten - und zwar ohne dabei um ihr Leben bangen zu müssen. Sie müssen gehört werden. Denn diese Frauen fordern Rechte ein, die allen Menschen zustehen - nichts anderes als ihre unumstößlichen Menschenrechte.“

Auch die Vereinten Nationen fordern nun eine unabhängige Untersuchung - damit die ganze Welt erfährt, was wirklich geschehen ist, im Fall Masah Amini. (iba)