Vermisstenfall Maddie McCann

Wurde Christian B. durch einen Ermittlungsfehler gewarnt?

Christian B. wird verdächtigt, mit dem Verschwinden von Madeleine McCann in Verbindung zu stehen.
Christian B. wird verdächtigt, mit dem Verschwinden von Madeleine McCann in Verbindung zu stehen.
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12. Juni 2020 - 16:59 Uhr

Handelte die Polizei Braunschweig vorschnell?

Im Jahr 2007 verschwand die damals dreijährige Madeleine "Maddie" McCann spurlos aus einem Ferienappartement im portugiesischen Praia da Luz. Im Visier der Ermittler: Christian B. Bereits 2013 soll das BKA Hinweise darauf gehabt haben, dass B. in das Verschwinden des Mädchens involviert sein könnte. Wie der "Spiegel" berichtet, habe ein Ermittlungsfehler der Polizei Braunschweig womöglich dazu geführt, dass der Verdächtige frühzeitig gewarnt wurde und so theoretisch die Chance gehabt hätte, seine Spuren zu verwischen.

Christian B. soll als Zeuge vorgeladen worden sein

Im Oktober 2013 soll das Bundeskriminalamt (BKA) den vertraulichen Hinweis bekommen haben, dass Christian B., damals wohnhaft in Braunschweig, etwas mit Maddies verschwinden zu tun haben könnte, das berichtet das Magazin. Daraufhin habe das BKA die Kriminalpolizei Braunschweig um Hilfe gebeten, heißt es in dem Bericht. Von dort aus habe ein Beamter beinahe zeitgleich eine Vorladung als Zeuge an Christian B. gesandt. So sei er vorgewarnt gewesen und hätte die Möglichkeit gehabt, Spuren zu verwischen.

Laut "Spiegel" sei es eigentlich üblich, erst einmal Informationen zu sammeln und dann auf einen Verdächtigen zuzugehen.

Zeigte B. einem Bekannten die Vorladung?

Christian B. soll der Vorladung damals nachgekommen sein. Der Verdächtige habe zu der Zeit einen Kiosk betrieben und dort mit Kunden sogar über die Vorladung gesprochen. "Jetzt soll ich Maddie umgebracht haben, nur weil ich in Portugal war", zitiert die Zeitung einen Bekannter aus dem Kiosk heute. Einem weiteren soll B. die Vorladung sogar gezeigt haben.

Die Staatsanwaltschaft bestätigte auf RTL-Anfrage, dass sich 2013 ein Hinweisgeber nach einer Sendung "Aktenzeichen XY" bei der Polizei gemeldet habe und den Ermittlern Christian B.s Namen nannte. "Der Hinweis wurde an die Behörden in Braunschweig weitergegeben und dort abgeklärt", schrieb die Staatsanwaltschaft in ihrem Statement. "Es ergaben sich keine Anhaltspunkte, die weitere Ermittlungen begründet hätten." Man habe den Bericht damals auch an die britischen Behörden weitergeleitet. Ob Christian B. damals vorgeladen wurde, sagte die Staatsanwaltschaft nicht. 

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Im Video: Was der Anwalt von Christian B. zu den Vorwürfen sagt

2007 verschwand die kleine Madeleine "Maddie" McCann spurlos im Urlaub in Portugal. 13 Jahre später ermittelt die Polizei in ihrem Fall jetzt gegen Christian B. Der verurteilte Sexualstraftäter wird verdächtigt, das Mädchen aus dem Hotelzimmer der Eltern entführt und anschließend ermordet zu haben. Vernommen wurde der 43-Jährige bisher aber nicht.

TVNOW-Doku zum Fall Maddie

Maddies Eltern, die zwischendurch sogar selbst ins Visier der Ermittler gerieten haben 13 Jahre lang gebangt und gehofft, dass ihr Kind noch am Leben sein könnte. Hat die Polizei diesmal endlich den richtigen Tatverdächtigen? Lässt sich der Fall jetzt endlich aufklären? Mehr dazu sehen Sie in der TVNOW-Doku "Der Fall Maddie – haben sie endlich den Richtigen?".