Ethikrat-Vorsitzende

Corona-Regeln sind "ethisch gerechtfertigt"

29. Oktober 2020 - 9:41 Uhr

"Fürchterlich, aber notwendig"

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats und Professorin für Medizintechnik an der Technischen Universität München, Alena Buyx, hat die neuen Corona-Maßnahmen der Bundesregierung als "ethisch gerechtfertigt" bezeichnet.

"In einem Satz kann man sagen: Das ist fürchterlich, aber notwendig. Wir haben eine Situation, in der relativ gut absehbar ist, dass wir in einigen Wochen in die Überlastung des Gesundheitswesens kommen würden. Da muss man einfach umsteuern", sagte Buyx in der Sendung "Frühstart" von RTL/ntv (im Video) und fügte hinzu: "In der gegenwärtigen Lage ist das auch ethisch gerechtfertigt."

Am Mittwoch hatten Bund und Länder erneut harte Maßnahmen beschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland einzudämmen. Lesen Sie hier, welche Regeln ab Montag gelten.

"Psychischen Folgen sind unterbelichtet"

Weiter sagte Alena Buyx, dass man im Deutschen Ethikrat bereits im März formuliert habe, dass wenn es zu einer Überlastung im Gesundheitswesen käme, dann auch "sehr drastische Maßnahmen ethisch gerechtfertigt" wären.

Allerdings fehle es an einer Diskussion über die psychischen Auswirkungen der Corona-Regeln auf die Menschen. "Diese Pandemie zeigt uns, dass es viele ethische Abwägungsfragen und Konflikte gibt. Aber was unterbelichtet ist, das sind tatsächlich die psychischen Folgen", so Buyx.

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