Licht aus, Pulli an!

Energiesparen, Preiserhöhungen, Entlastungen: Die wichtigsten Änderungen im September

Diese Energie-Sparregeln gelten ab 1. September Das müssen Sie jetzt wissen
02:01 min
Das müssen Sie jetzt wissen
Diese Energie-Sparregeln gelten ab 1. September

30 weitere Videos

von Rachel Kapuja

Der Sommer neigt sich dem Ende – und mit ihm zwei der Entlastungsmaßnahmen, die uns in den vergangenen Monaten begleitet haben: Das 9-Euro-Ticket und der Tankrabatt. Immerhin wird Berufstätigen im September die Energiepauschale ausgezahlt, die die stark angestiegenen Kosten abfedern soll. Trotzdem lautet das Zauberwort, das uns im Herbst und Winter noch zur Genüge begegnen wird: sparen! Unter anderem durch kurzfristige Maßnahmen, die die Regierung jetzt beschlossen hat. Was sich sonst noch im September tut, zeigt unser Überblick.

Diese Energiesparmaßnahmen gelten ab 1. September

 Der Kölner Dom, aufgenommen bei Nacht.
Gebäude wie der Kölner Dom liegen in den kommenden Monaten nachts im Dunkeln.
dpa, Oliver Berg

Um in der Energiekrise Geld einzusparen, gelten in Deutschland ab dem 1. September diverse kurzfristige Maßnahmen, die das Bundeskabinett jetzt abgesegnet hat. Unter anderem folgende:

  • Öffentliche Gebäude sollen nur noch bis maximal 19 Grad beheizt werden (bisher: 20 Grad).
  • Die Mindesttemperatur für Innenräume von Arbeitsgebäuden beträgt 19 Grad (bisher 20 Grad).
  • Warmwasser in Arbeitsgebäuden soll abgeschaltet oder zumindest abgesenkt werden, wenn es nur dem Händewaschen dient.
  • Durchgangsbereiche wie Flure oder Foyers sollen in der Regel nicht mehr beheizt werden.
  • Im Einzelhandel sollen die Türen geschlossen gehalten werden.
  • Denkmäler und Gebäude werden nachts nicht mehr beleuchtet, wenn es um rein ästhetische Zwecke geht.
  • Beleuchtete Werbeanlagen werden nachts ausgeschaltet.
  • Regelungen in Mietverträgen über eine bestimmte Mindesttemperatur werden vorübergehend ausgesetzt.

Lese-Tipp: Bald ist Schluss mit dem Tankrabatt – so können Sie jetzt noch sparen

» Hier die Tarife der Strom- und Gas-Anbieter vergleichen

Energiepreispauschale wird ausgezahlt

Stempel mit Aufschrift Energiepreispauschale vor Heizungsthermostat, Steckdose und Ölfässern / action press
Die Einmalzahlung soll Arbeitende entlasten.
Import, action press, ActionPress

Mit dem September-Gehalt wird Berufstätigen einmalig die Energiepreispauschale ausgezahlt, die die Regierung im Frühjahr als eine der Maßnahmen gegen die steigende finanzielle Belastung beschlossen hat. Brutto beträgt sie 300 Euro – sie ist jedoch einkommenssteuerpflichtig, netto kommt also letztendlich weniger an. Wie viel, haben wir hier an mehreren Beispielen für Sie ausgerechnet.

Für die Pauschalzahlung sind laut Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL) alle aktiv Erwerbstätigen berechtigt, unter anderem: Angestellte, selbstständig Arbeitende, Beamte, Auszubildende, Werkstudentinnen und -studenten, Studierende im bezahlten Praktikum und Minijobber, die einen Wohnsitz in Deutschland haben. Auch Rentnerinnen und Rentner mit Nebenverdienst sowie Personen, die derzeit Kranken- oder Elterngeld erhalten oder 2022 irgendwann gearbeitet haben und nun arbeitslos sind, erhalten die 300 Euro.

Lese-Tipp: Drittes Entlastungspaket wird geschnürt – welche Maßnahmen jetzt noch kommen

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Pflegeheime: Nur noch Tarifbezahlung

ARCHIV - 23.02.2022, Baden-Württemberg, Niederstetten: Ruth Schwendtner, Mitarbeiterin des Seniorenhaus im Vorbachtal, betreut einen Bewohner des privaten Pflegeheims. Selbst zu zahlende Anteile für Pflegebedürftige im Heim sind weiter gestiegen und
Pflegepersonal soll ab September nach Tarif bezahlt werden
fdt, dpa, Marijan Murat

Ab dem 1. September sollen Pflegekassen nur noch Versorgungsverträge mit Einrichtungen abschließen, die ihr Personal nach Tarif oder auf entsprechendem Niveau bezahlen. Das sieht die Pflegereform vor, die vergangenes Jahr beschlossen und bereits zu Beginn des Jahres wirksam wurde: Heimbewohnerinnen und Heimbewohner bekommen seitdem neben den Zahlungen der Pflegekasse einen Entlastungszuschlag, der mit der Dauer der Pflege steigt.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) sieht die Einführung von Tarifgehältern in der Pflege zum 1. September allerdings noch nicht gesichert. „Die Pflegeeinrichtungen haben ihren Teil erfüllt, treffen wenige Wochen vor dem geplanten Start aber vielerorts auf ein Umsetzungschaos auch bei den Kassen. Stand heute müssen noch immer tausende Pflegeeinrichtungen neue Vergütungen verhandeln“, erklärt bpa-Präsident Bernd Meurer. Er fordert von den Bundesländern, sich einzubringen.

E-Rezept startet

ARCHIV - Ein Mann mit seinem Handy in der Hand wird in einer Apotheke von einer Apothekerin bedient.
Medikamente sollen bald auch ohne Zettel abgeholt werden können.
ass vco, dpa, Mohssen Assanimoghaddam

Ursprünglich sollte das elektronische Rezept schon im Januar dieses Jahres starten, jetzt soll es der 1. September werden. Der Plan sieht vor, dass gesetzlich Versicherte bei der Ärztin oder dem Arzt zukünftig keinen rosafarbenen Zettel mehr erhalten, sondern einen Code auf ihr Smartphone, mit dem sie das gewünschte Medikament von der Apotheke erhalten.

Wer die dafür nötige App nicht hat oder kein Smartphone benutzt, bekommt den Code weiterhin auf einem Zettel ausgedruckt. Zur Verfügung gestellt wird die App von der gematik GmbH, der zentralen Plattform für digitale Anwendungen im deutschen Gesundheitswesen.

Das E-Rezept wird zunächst allerdings nicht bundesweit, sondern stufenweise ausgerollt: Als erste Pilotregion dient lediglich Westfalen-Lippe. Eigentlich sollte auch Schleswig-Holstein mitmachen, die dortige Kassenärztliche Vereinigung (KVSH) hat sich jedoch vorerst aus der Einführung zurückgezogen: Digitale Lösungen, die Praxen und Patienten gleichermaßen nutzen, seien momentan aus Datenschutz-Gründen nicht umsetzbar.

Nach einer dreimonatigen Pilotphase soll das E-Rezept dann in Stufe 2 in sechs weiteren – bisher unbekannten – Bundesländern bzw. Regionen verpflichtend werden. In Stufe 3 sollen dann die restlichen Bundesländer bzw. Regionen folgen, sodass die Einführung im Frühjahr 2023 abgeschlossen ist.

Coca-Cola erhöht die Preise

Zwei-Liter-Getränkeflaschen mit Coca Cola stehen am 21.08.2013 auf einem Transportband. Foto: Jens Kalaene/dpa
Coca-Cola: Der Limo-Klassiker wird teurer.
dpa, Jens Kalaene

Der Getränke-Gigant Coca-Cola erhöht zum 1. September seine Preise. Vertriebschef Florian von Salzen erklärte gegenüber der Lebensmittelzeitung, dass die Preise für alle Produkte und Verpackungen „im höheren einstelligen Prozentbereich" angehoben würden. Bei neun Prozent würde eine Flasche Coca-Cola also zum Beispiel statt bisher 1,19 Euro knapp 1,30 Euro kosten. Zum Coca-Cola-Konzern gehören auch Marken wie Fanta, MezzoMix, Sprite oder Vio, deren Getränke ebenfalls teurer werden dürften.

Normalerweise legt das Unternehmen seine neue Preisliste jedes Jahr im November vor. Nachdem die Kosten für Zutaten wie Maissirup gestiegen sind und es zudem Lieferprobleme gab, soll die Erhöhung laut von Salzen für „Planungssicherheit und Verlässlichkeit“ sorgen.

Amazon Prime wird teurer

Logo von Amazon Prime Video
Streaming mit Amazon Prime kostet bald mehr Geld.
Jakub Porzycki, picture alliance

Auch vor Streamingdiensten machen die Preiserhöhungen nicht Halt: Das Jahresabo von Amazon Prime kostet ab dem 15. September 30 Prozent, das Monatsabo rund 12 Prozent mehr. Die Erhöhungen im Detail:

  • Monatliche Prime-Mitgliedschaft: 8,99 statt bisher 7,99 Euro pro Monat
  • Jährliche Prime-Mitgliedschaft: 89,90 statt bisher 69 Euro pro Jahr
  • Studenten-Mitgliedschaft: monatlich 4,49 statt 3,99 Euro, jährlich 44,90 statt 34 Euro

Oktoberfest

 Oktoberfest München 2022 - Neuer Schriftzug nach 3-jähriger Corona-Pause auf der Theresienwiese. München, 25. August 2022 *** Oktoberfest Munich 2022 New sign after 3 year Corona break on the Theresienwiese Munich, 25 August 2022 Foto:xS.xAdamx/xFut
Zum ersten Oktoberfest nach zweiähriger Corona-Pause gibt es einen neuen Schriftzug
www.imago-images.de, IMAGO/Future Image, IMAGO/Steffi Adam

Zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie kommt das Oktoberfest zurück. Gefeiert werden soll das weltgrößte Volksfest vom 17. September bis zum 3. Oktober, und zwar ohne Corona-Auflagen. Die 17 Festhallen bieten rund 120.000 Gästen Platz.

Sollte die Regierung eine Maskenpflicht anordnen, würden die Veranstaltenden des Oktoberfests diese auch durchsetzen: „Eine Maskenpflicht wäre kein Anlass, das Oktoberfest abzusagen“, sagte der Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) mit Blick auf den neuen Entwurf für ein Infektionsschutzgesetz, das ab 1. Oktober gelten soll - und damit auch am letzten Oktoberfest-Wochenende. (mit dpa)