Ein süßes Vorbild?

Amsterdam wird erste nachhaltige Donut-Stadt

23. September 2021 - 14:37 Uhr

Weniger Beton, mehr Holz

Die niederländische Hauptstadt wagt sich in neue wirtschaftliche Gewässer. Amsterdam möchte weg von reinem Wachstum und hin zu einer Kreislaufwirtschaft. Das heißt: Weniger endliche Ressourcen verbrauchen, mehr reparieren und recyceln. Damit nimmt die Stadt eine Vorreiterrolle in Sachen urbanem Umweltschutz ein. Das wirtschaftliche Leitbild der Holländer gleicht dabei einer beliebten amerikanischen Süßigkeit: dem Donut.

Die Wirtschaft als Donut

Amsterdam möchte die Wirtschaft umweltfreundlich gestalten. Dabei soll die soziale und wirtschaftliche Komponente nicht vernachlässigt werden. Denn nur wenn beides gegeben ist, befindet sich die Wirtschaft im grünen Bereich – zumindest nach der Donut-Theorie. Sie wurde 2012 von der Ökonomin Kate Raworth ins Leben gerufen. Und ihr Konzept versteht sich so:

Leben Menschen in Armut oder ohne politische Rechte, befindet sich die Gesellschaft im Loch des Donuts. Aus diesem Loch soll die Bevölkerung herausgehoben werden. Jedoch nicht soweit, dass die Umwelt darunter leidet. Dann würde die Gesellschaft über den Rand des Donuts hinausschießen. Der perfekte Ort – der Sweetspot - für die Menschen befindet sich auf der Zuckerglasur des Donuts. Dort wird sowohl das Wohl der Menschen als auch die Umwelt gewahrt.

Donut
Auf der Zuckerglasur des Donuts befindet sich der perfekte Ort für den Menschen.
© picture alliance, Zoonar | magann

Diese Wirtschaftskonzept des letzten Jahrzehnts hat sich Amsterdam auf die Fahne geschrieben. Als erste Stadt will sie mit allen Bereichen daran arbeiten, dass ihre Wirtschaft kreisläufig wie ein Donut funktioniert. Bereits heute zeigt sie in innovativen Projekten, dass das in der Realität möglich ist: Wie ein schwimmendes Viertel seinen Energiebedarf selbst bereitstellt und wie eine nachhaltige Brücke aus dem 3D-Drucker dabei hilft, erfahren zeigt unser Reporter Julian Hilgers im Video. (skn)