Vor 18 Jahren verschwand Peggy Knobloch

Ehefrau des Hauptverdächtigen spricht: So lebt die Familie mit den Mordvorwürfen

06. Mai 2019 - 15:52 Uhr

Manuel S. gilt als Hauptverdächtiger in dem Fall

Am 7. Mail 2001 verschwand Peggy Knobloch auf dem Weg von der Schule nach Hause. Jahrelang war das Mädchen spurlos verschwunden, bis ein Pilzsammler im Juni 2015 die Leiche der Neunjährigen in einem Wald entdeckte. Bis heute ist unklar, wer Peggy getötet hat. Manuel S. gilt als einer der Hauptverdächtigen. Wie die Familie mit den Mordvorwürfen lebt, erzählt die Ehefrau von Manuel S. im Video oben.

Simone S. glaubt fest an die Unschuld ihres Mannes

ARCHIV - 25.04.2013, Bayern, Nordhalben: Ein Gedenkstein mit dem Porträt des Mädchens Peggy auf dem Friedhof in Nordhalben (Bayern), aufgenommen am 25.04.2013. Das neunjährige Mädchen Peggy aus Lichtenberg (Oberfranken) war 2001 verschwunden. (zu dpa
Gedenkstein mit dem Porträt des Mädchens Peggy auf dem Friedhof in Nordhalben (Bayern).
© dpa, David-Wolfgang Ebener, ebe rf sja htf sja kre sja msf s

Er wurde 2018 festgenommen, ist inzwischen aber wieder auf freiem Fuß. Seine Ehefrau ist fest davon überzeugt, dass der 41-Jährige unschuldig ist. Im RTL-Interview erzählt sie, wie sie ihren Mann kennenlernte und schon damals von dem Verdacht der Polizei erfuhr. Und wie sie und ihre beiden kleinen Kinder mit der schwierigen Situation umgehen.

Denn seit dem 12. September 2018 ist für die Familie nichts mehr, wie es vorher war. An dem Tag nahm die Polizei ihrem Mann plötzlich mit zum Verhör und die Ermittler durchsuchten das Haus, in dem die Familie wohnte. Im Dezember kam Manuel S. für mehrere Wochen in Untersuchungshaft.

Er hatte gestanden, Peggys Leiche mit seinem Auto in den Wald gebracht und dort verscharrt zu haben. Er bestritt aber, das Kind getötet zu haben. Dieses Geständnis widerrief der Verdächtige später wieder. Daraufhin musste die Polizei ihn wieder laufen lassen.

„Mama, wann kommt denn der Papa wieder?”

Fall Peggy - Fundort
Fundort der Leiche von der vermissten Peggy. Foto: Nicolas Armer
© deutsche presse agentur

Bis der Fall aufgeklärt ist, gibt es keine Ruhe für Simone S. "Wir leben in permanenter Anspannung", erzählt die 34-Jährige. Sie habe Angst, morgens die Zeitung aufzuschlagen, weil dort jederzeit neue Verdächtigungen drin stehen könnten. Auch anonyme Briefe habe das Paar schon erhalten.

Für ihre Söhne ist die Situation besonders belastend. "Mama, wann kommt denn der Papa wieder?", fragten die Kinder. "Warum ist die ganze Polizei bei uns?" Auch mit vielen Familienmitgliedern wurde es nach dem Vorfall schwierig. Fast ihre komplette Verwandtschaft habe sich von ihr und ihrem Mann abgewandt. "Meine Eltern mussten sich auch anhören, dass mein Mann ein Verbrecher sei und aus dem Haus gehört", sagte Simone S.

„Die aktuelle Situation ist absolut bedrückend und zermürbend“

Der Polizeibeamte Klaus Bernhardt zeigt am 9.7.2001 in der Poizeidirektion Hof das neue Plakat, mit dem nach der vermissten Peggy Knobloch gesucht wird. In Kürze sollen solche Plakate in jeder Polizeidienststelle in Deutschland aushängen, insgesamt 2
Mit diesem Plakat suchte die Polizei im Jahre 2001 nach Peggy.
© picture-alliance / dpa, Marcus Führer

Im Kindergarten ihres Sohnes wurde Manuel S. Hausverbot erteilt und der CSU-Ortsverband, in dem der Familienvater sich engagierte, legte ihm nahe, auszutreten. "Wir gehen wirklich nur noch dahin, wo wir unbedingt hin müssen", erzählt Simone S. "Die Verwandtschaft meines Mannes steht uns nach wie vor zur Seite", so die 34-Jährige. "Sie kennen ja den Fall von Anfang an, sind alles überwiegend Lichtenberger und die wissen ja was da schon alles gelaufen ist."

Inzwischen ist es 18 Jahre her, dass Peggy Knobloch verschwand. Wer auch immer für den Tod der Grundschülerin verantwortlich ist – er läuft noch immer frei herum.