Er lebte seit seinem zweiten Lebensjahr im Dschungel

Hier sieht der "echte Tarzan" zum ersten Mal das Meer

22. Oktober 2021 - 10:33 Uhr

Ho Van Lang flüchtete als Zweijähriger wegen eines Bombenanschlags in die Wildnis

Ho Van Lang wird der "echte" Tarzan genannt, denn er lebte mehr als vierzig Jahre im vietnamesischen Dschungel. Nachdem ein US-Bombenanschlag 1972 seine Familie getötet hatte, flüchteten der damals Zweijährige und sein Vater sich zum Überleben aus ihrem Dorf in die Wildnis. Aus Angst, dass der Krieg weiter wüten würde, verbrachten sie 40 Jahre dort.

2013 aber brauchte Ho Van Langs Vater medizinische Hilfe. Dafür wagten sie sich zurück ins Dorf, ab dann begann für den Mann, der nur die Wildnis kannte, die Wiedereingliederung in ein normales Leben. Jetzt gibt es Filmmaterial, in dem zu sehen ist, wie der "echte Tarzan" zum ersten Mal das Meer sieht und in einem Flugzeug mitfliegt.

Video über Ho Van Lang geht viral

Wie "Dailymail" berichtet, ist Ho Van Lang im September im Alter von 52 Jahren an Krebs verstorben. Ein Video zeigt jetzt nach seinem Tod die Momente im Leben von Ho Van Lang, in denen er die moderne Welt kennenlernte. Filmemacher Alvaro Cerezo begleitete ihn bei allem mit seiner Kamera. Nachdem er die Aufnahmen nun in sozialen Medien teilte, bewegt die Geschichte des "echten Tarzans" Menschen weltweit.

Als Ho van Lang zum ersten Mal das Meer sieht, ist im die Freude ins Gesicht geschrieben. Als er zum ersten Mal über die Wolken fliegt, ist das Staunen riesengroß. Er starrt während des gesamten Fluges mit Begeisterung aus dem Fenster.

Jetzt wurde ein Video veröffentlicht, dass zeigt, wie er zum ersten Mal Dingen des Alltags begegnet.
Ho Van Lang ist der echte, vietnamesische Tarzan. Er lebte 40 Jahre im Dschungel.
© MERCURY PRESS via Caters

Der Filmemacher und der vietnamesische Tarzan wurden Freunde

Der Filmemacher Alvaro Cerezo und Ho Van Lang lernten sich über die Organisation "Docastaway" kennen, die Menschen eine Flucht aus dem Alltag ermöglicht, dort kann man sich darauf vorbereiten lassen, eine Woche auf einer einsamen Insel zu überleben. Für den vietnamesischen "Tarzan" war jedoch genau das Gegenteil geplant: Er sollte aus dem Dschungel raus und die moderne Welt sehen.

Dabei sei er, wie "Dailymail" berichtet, besonders Alvaro Cerezo, der ihn mit der Kamera begleitete, ans Herz gewachsen: "Er war ein wunderschöner Mensch, ihn zu vergessen wird unmöglich sein, ich werde ihn jeden Tag vermissen."

Sein Freund erzählt weiter, dass er sich immer Sorgen um Ho Van Lang in der zivilisierten Welt machte: "Ich war immer besorgt, dass er und sein Körper nicht in der Lage sein würden, mit einer so drastischen Veränderung umzugehen. Er fing an, verarbeitete Lebensmittel zu essen und manchmal sogar Alkohol zu trinken." Der Film aber zeigt sehr schön, wie viel Freude der echte, vietnamesische "Tarzan" daran hatte, die neue Welt kennenzulernen. (mca)