Tipps von Hautärztin Dr. Yael Adler

Duschen Sie richtig - oder lassen Sie nur laufen?

26. Juni 2020 - 7:27 Uhr

Waschen Sie Ihre Beine unter der Dusche?

"Wascht ihr eure Beine, wenn ihr duscht? JA oder NEIN?" Mit dieser Frage sorgt Conor Arpwel auf Twitter im vergangenen Jahr für eine Riesendiskussion. Schon fast 850.000 Menschen haben diese Frage beantwortet. 80 Prozent mit Ja, 20 Prozent mit Nein. Übrigens: In Europa gibt es ein Land, in dem es sehr heiß ist, in dem aber trotzdem nur 57 Prozent der Menschen täglich duschen.

Wie man richtig duscht, erklärt übrigens Hautärztin und Buch-Autorin Dr. Yael Adler im Video. Aber zurück zum Anfang: die Beine nicht mitwaschen beim Duschen - ist das jetzt eklig oder normal?

Das Internet ist sich uneinig

Die Twitter-Kommentare überschlugen sich: "An die 20%, die ihre Beine beim Duschen nicht waschen - wann wascht ihr sie denn?" oder "Ein Typ in der Uni war mal total überrascht, dass Leute ihren Rücken waschen. Er meinte, dass das Shampoo ja auf den Rücken gespült wird und das reichen würde. Darüber denke ich schon seit zehn Jahren nach!". Und auch andere User sind sich einig "Dreiviertel des Shampoos läuft doch eh runter, wenn man sich obenrum wäscht, also muss das nicht sein. Außer natürlich man ist aus irgendeinem Grund total dreckig".

Ohne Seife duschen?

Es gibt Menschen, die bewusst auf Duschgel oder Seife beim Duschen verzichten - um die Haut möglichst wenig zu belasten. Zum Beispiel im Winter, wenn die Haut sowieso schon sehr trocken ist.

Aus Expertensicht spricht aber nichts dagegen, beim Duschen ein mildes Duschgel oder eine Flüssigseife zu verwenden. Achten Sie am besten darauf, dass der pH-Wert des Reinigungsproduktes bei 5,5 liegt. Das entspricht dem natürlichen pH-Wert der Haut.

Die wichtigsten Stellen, die mit einem Duschgel gewaschen werden sollten, sind Hände, Füße, die Achseln sowie Brust- und Rückenmitte (hier finden Sie übrigens unseren großen Duschkopf-Vergleich). Den Intimbereich können Sie auch mit einem Waschlappen und warmem Wasser ausreichend reinigen. Durch den Peelingeffekt des Waschlappens lösen sich abgestorbene Hautschüppchen, Schweiß und Ablagerungen.

Es ist also tatsächlich nicht schlimm, die Beine beim Duschen nicht (immer) einzuseifen.

Morgens oder abends - wann sollte man duschen?

Zu welcher Tageszeit sollte man am besten unter die Dusche springen - morgens oder abends? Das verraten wir im Video.

Wechseldusche gegen Migräne

Beim Duschen gilt: Je wärmer das Wasser, desto ungesünder. Denn warmes Wasser hat eine intensive Waschkraft. Dadurch greift es den natürlichen Säureschutzmantel der Haut auch stärker an. Wichtige Mineralstoffe, Eiweiße und Fette werden so vom Körper gespült.

Und hier kommt die schlechte Nachricht: Für den Körper ist es viel besser, kalt zu duschen. Denn das kalte Wasser enthält mehr Sauerstoff als heißes und stärkt unsere Abwehrkräfte, regt Kreislauf, Nervensystem und Stoffwechsel an. Aber keine Panik - auch wechselwarm zu duschen reicht schon aus.

Und ein toller Nebeneffekt: Eine Wechseldusche kann einen Migräneanfall innerhalb von 20 Minuten lindern. Ein weiterer Trick gegen Migräne? Eine Wäscheklammer! Wie das funktioniert, erfahren Sie hier.

Wie oft sollten wir denn jetzt wirklich duschen?

Experten raten übrigens, nur zwei bis drei Mal pro Woche zu duschen. Tägliches Duschen zerstört langfristig den Fettsäureschutzmantel auf der Haut. Der schützt die Haut vor Krankheitserregern und vor dem Austrocknen. Und wer nicht jeden Tag duscht, der spart schließlich auch Wasser und schont die Umwelt.

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