„Die Lage ist wirklich zunehmend dramatisch"

Kein Normalbetrieb mehr möglich! Drei Viertel aller Kliniken verschieben OPs

Planbare Operationen müssen derzeit bei drei Viertel der Krankenhäuser verschoben werden, um die Versorgung akuter Fälle weiter leisten zu können.
Planbare Operationen müssen derzeit bei drei Viertel der Krankenhäuser verschoben werden, um die Versorgung akuter Fälle weiter leisten zu können.
© dpa, Sven Hoppe, shp ; jbu wst

29. November 2021 - 11:01 Uhr

Drei Viertel der Krankenhäuser können Normalbetrieb nicht aufrechterhalten

Aufgrund der vielen Covid-Patienten auf Intensivstationen müssen immer mehr Kliniken in Deutschland sogenannte planbare Operationen verschieben. Nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft kann der Normalbetrieb in mehr als drei Viertel aller Krankenhäuser in Deutschland mittlerweile nicht mehr aufrechterhalten werden, und diese Häuser müssen planbare Operationen verschieben.

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Auch Krebsbehandlungen betroffen

"Die Lage ist wirklich zunehmend dramatisch und führt bei einem Teil der abgesetzten Behandlungen auch zu körperlichen und psychischen Belastungen bei den betroffenen Patienten", teilte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, in Berlin mit. Für die Krankenhäuser sei die Verschiebung planbarer Operationen derzeit das Mittel der Wahl, um die Versorgung akuter Fälle weiter leisten zu können.

Aus den vergangenen Wellen wisse man um die gravierenden Folgen für die Patienten, so Gaß. Zu den typischen planbaren Operationen gehören den Angaben zufolge vor allem orthopädische OPs. In der zweiten Pandemiewelle von Oktober 2020 bis Februar 2021 sind demnach 22 Prozent weniger Hüftprothesen operiert worden. Doch auch bei Krebsbehandlungen müssten Einschränkungen gemacht werden, hieß es. Auswertungen zeigten etwa, dass die Fallzahlen bei Krebs-OPs beim Brustkrebs um 6 und bei Darmkrebs sogar um 18 Prozent zurückgegangen seien. (dpa/akr)

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