Nach 4 Monaten im Krankenhaus

Dramatische Geburt nach Messerattacke: Frühchen Theodore darf endlich nach Hause

Theodore Jude kam in der 25. Schwangerschaftswoche zur Welt, nachdem seine Mutter attackiert wurde.
Theodore Jude kam in der 25. Schwangerschaftswoche zur Welt, nachdem seine Mutter attackiert wurde.
© GoFundMe / Nicole Robertson

27. Oktober 2021 - 10:41 Uhr

Schwangere Valerie wird von einem Fremden attackiert

Als die 34-jährige US-Amerikanerin Anfang Juni mit ihrem 3-jährigen Sohn Benjamin in Atlanta, Georgia spazieren geht, wird sie wie aus dem Nichts von einem Mann attackiert. Dieser sticht Valerie, die sich zu dem Zeitpunkt in der 25. Schwangerschaftswoche befindet, vor den Augen ihres Sohnes mehrfach in den Rücken. Valerie wird sofort ins Krankenhaus gebracht, wo die Ärzte ihr Baby per Notkaiserschnitt holen. Mama und Baby Theodore Jude sind schwer verletzt – doch wie durch ein Wunder überleben beide. Jetzt, vier Monate später, kann Theodore endlich nach Hause.

Mama und Baby überleben: „Es war ein Wunder“

"Ich war nur noch etwa einen Meter von meinem Auto entfernt und er rannte hinter mir her", erinnert sich Valerie Kasper gegenüber dem US-Nachrichtenportal "Fox5 Atlanta" an den wohl schlimmsten Moment ihres Lebens. "Mein Leben wurde mir beinahe genommen. Meinen beiden Babys wurde beinahe das Leben genommen", sagt Valerie.

Fünf Tage nach der Tat habe die Polizei den obdachlosen Christopher Jones als Tatverdächtigen festgenommen, berichtet die Nachrichtenagetur "AP". Jones stehe im Verdacht, an einer psychischen Erkrankung zu leiden und habe die Tat sofort nach der Festnahme gestanden.

Im Krankenhaus müssen die Ärzte Valerie an Darm und Leber operieren. Doch die Zweifach-Mutter hat Glück im Unglück: Die Messerstiche des Angreifers haben keine bleibenden Schäden an ihren Organen hinterlassen. "Es war ein Wunder", sagt Valerie "Fox5 Atlanta". Auch Frühchen Theodore hat durch die Messerattacke Verletzungen an Leber und Darm davongetragen. Viermal muss der Winzling schon kurz nach der Geburt operiert und danach vier Monate lang im Krankenhaus intensiv betreut werden.

Erschwerend kommt hinzu: Theodore kommt in der 25. Schwangerschaftswoche, und damit viel zu früh, zur Welt. Gerade einmal 1.000 Gramm wiegt er da. Bei einer Frühgeburt, so schätzt man heute, hat das Baby bei intensivmedizinischer Betreuung etwa ab der 24. Schwangerschaftswoche gute Chancen zu überleben.

Endlich zu Hause!

Theodore (hier ein Monat alt) wog nur knapp 1000 g bei seiner Geburt.
Theodore (hier einen Monat alt) wog nur knapp 1.000 g bei seiner Geburt.
© GoFundMe / Nicole Robertson

Doch der kleine Kämpfer gibt nicht auf – und wird am 8. Oktober endlich nach Hause entlassen. "Wir haben es endlich nach Hause geschafft!", berichten die überglücklichen Eltern vor wenigen Tagen auf der Spendenplattform "Gofundme", auf der eine Freundin der Familie Spenden für die Kaspers gesammelt hatte. "So viele Krankenschwestern, Ärzte und Spezialisten kamen vorbei, um sich von uns zu verabschieden. Sie lieben unseren Jungen so sehr und wir wären ohne das tolle Team und das Krankenhaus nicht da, wo wir jetzt sind."

Auch zu Hause braucht Theodore noch immer zusätzlichen Sauerstoff, um gut atmen zu können, bekommt spezielle Nahrung durch einen Schlauch und Medikamente gegen seine Atem-Aussetzer und die Reflux-Erkrankung seines Magens. Für Papa Steve und Mama Valerie, die sich selbst noch von ihren Verletzungen und dem Trauma der Attacke erholt, beginnt nun eine nervenaufreibende Zeit. "In den ersten Nächten haben wir kein Auge zugetan. Aber wir arbeiten an unserer Routine mit unserem kleinen Jungen", berichten sie auf "Gofundme". "Wir hoffen und beten, dass es ihm zu Hause immer besser geht." (dhe)

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