„Die erste Morddrohung ist die härteste“

Doris Schröder-Köpf lebt seit Jahrzehnten mit Anfeindungen

14. Februar 2020 - 17:01 Uhr

Bedrohungen seit ihrer Zeit als Kanzler-Gattin

Die ersten Droh-Briefe erreichten Doris Schröder-Köpf, als ihre Beziehung zum damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder bekannt wurde. "Da hat die Polizei damals reagiert und mein Kind und ich haben Schutz bekommen." erzählt die Politikerin im RTL-Interview. Für die 56-Jährige sei das damals ein großer Schock gewesen.

„Ich habe kein einziges Mal darüber nachgedacht, diesen Leuten zu weichen“

ARCHIV - Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und seine dritte Frau Doris Schröder-Köpf lachen am 31.08.2009 auf dem Opernplatz in Hannover.   (zu dpa «Medien: Gerhard Schröder hat neue Partnerin») Foto: Jochen Lübke/dpa +++(c) dpa - Bi
Auch nach der Trennung von Ex-Kanzler Gerhard Schröder wurde Doris Schröder-Köpf weiterhin bedroht.
© dpa, Jochen Lübke, jl_dt_sv hgr hoh kno ssd

Doch auch nach der Trennung von Gerhard Schröder habe Doris Schröder-Köpf weiter Morddrohungen bekommen. Mittlerweile ist sie selbst in der Landespolitik aktiv, besonders ihr Engagement für Geflüchtete sei Anlass für Bedrohungen gewesen. "Ich habe kein einziges Mal darüber nachgedacht, diesen Leuten zu weichen. Aber man muss den Umgang damit lernen, die erste Morddrohung ist die härteste." berichtete die 56-Jährige.

Doris Schröder-Köpf öffnet Briefe nur noch mit Einweghandschuhen

Als Kanzlergattin habe Schröder-Köpf vor allem Drohungen per Post bekommen: "Die Post wurde zwar geröntgt, aber Blut, Exkremente und Schamhaare sind durch das Röntgen durch gegangen. Ich habe mir dann angewöhnt, Briefe nur noch mit Einweghandschuhen zu öffnen" erzählt sie. Mittlerweile habe der Hass sich aber ins Internet verlagert: Die meisten Morddrohungen erreichen sie per Mail oder auf Facebook.

Schröder-Köpf habe sich ein „dickes Fell“ zugelegt

Die Politikerin habe sich mittlerweile an die Bedrohungen gewöhnt, es sei Teil ihres Lebens geworden. Schröder-Köpf will nicht bei jeder Morddrohung panisch reagieren, die Anfeindungen aber trotzdem nicht auf die leichte Schulter nehmen: "Für mich und meine Kinder ist es so, dass wir damit Erfahrungen haben und das einordnen können. Wir wissen aber auch, dass da auch immer jemand sein kann, der dann ernst macht. Wir haben das bei Walter Lübcke gesehen, der hat auch zuerst solche Droh-Mails bekommen und ist dann ermordet worden."