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Dieser Pastor spielt im Gottesdienstes "Highway to Hell" mit einer Motorsäge

Ungewöhnlicher Himmelfahrts-Gottesdienst auf Gut Oelbergen

Dieser Pastor spielt "Highway to Hell" mit einer Motorsäge

Der Pastor rockt die Motorsäge im Gottesdienst Kirche mal anders
00:59 min
Kirche mal anders
Der Pastor rockt die Motorsäge im Gottesdienst

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von Kristina Hoffmann und Shari Jung

Bei diesen Bildern im Video fällt man fast vom Glauben ab: Während seines Gottesdienstes legt Pastor Robert Dierking seinen Talar ab, den Schutzhelm auf und stimmt mit dem Motorsägen-Ensemble den Takt zu Hard-Rock-Klassiker „Highway to Hell“ an. Der Geistliche aus Gut Oelbergen im Landkreis Schaumburg hat seine Gemeinde an Christi Himmelfahrt zu dem etwas anderen Gottesdienst geladen.

Die Auferstehung des Motorsägen-Ensembles

Trecker-Auto-Motorrad-Gottesdienst, kurz TrAuMoGo – „Ein Traum von Kirche“, so nennt Pastor Dierking sein originelles Gottesdienstkonzept. Die drei Fahrzeugtypen sind die klassischen Weggefährten auf dem Land. Bloß ein Auto-Gottesdienst abzuhalten fand der Pastor aus dem Auetal zu langweilig. Er stellte sich die Frage: "Was können wir der Beklopptheit der Welt an noch bekloppterem gegenüberstellen“, erzählt er uns im RTL Nord-Interview. Also wurde in einem kleinen Team gebrainstormt und so entstand die skurrile Idee des Motorsägen-Ensembles. Elf Männer und eine Frau haben sich daraufhin gefunden, um gemeinsam zu Musik zu sägen. “Die Menschen haben sich darauf eingelassen. Mann kann schon sagen: Da kann Glaube schon wieder Berge versetzen“.

Himmlische Gebete umgeben von höllischem Getöse

So sieht sie aus: die Mosaune.
So sieht sie aus: die Mosaune. Es ist eine Mischung aus Motorsäge und Posaune.
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Die Struktur von Dierking’s Gottesdienst ähnelt der eines normalen, bloß die Umsetzung ist eine eher - sagen wir mal - Außergewöhnliche: Statt der Orgel gibt es ein Ensemble aus Sägemaschinen, klassischen Blasinstrumenten und kreativen Neuschaffungen wie die Mosaune –eine Mischung aus Sägemaschine und Posaune. Und bei der Musikauswahl hat der Pastor mit AC/DC-Hit „Highway to Hell“ oder Rockys „Eye of the Tiger“ einen Exkurs in die musikalische Pop-Geschichte gewagt. Seine Begründung darauf klingt verblüffend logisch: „Wir haben in unserem apostolischen Glaubensbekenntnis den wunderbaren Satz: Hinabgestiegen in das Reich des Todes. Den Highway to Hell, den kennt unser Herr Gott“, sagt er. „Und der Jesus von Nazaret ist ja immer wieder aufgestanden, so wie Rocky das auch gemacht hat“.

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Kirche mal neu interpretiert

Seine kreative Neuinterpretation kommt in der Gemeinde gut an. „Der Pastor ist für die Gemeinde eine Bereicherung. Wir hoffen, dass wir den immer behalten können, weil so was erlebt man in der Kirche normal nicht", sagt ein Gottesdienstteilnehmer euphorisch. Robert Dierking ist vor allem der gemeinsame Spaß am Motorsägen-Musizieren wichtig. "Wir nehmen uns da nicht zu ernst. Es ist keine Schnapsidee gewesen, aber es ist doch klar, dass wir da miteinander auch ganz viel über uns selber lachen. Wir sind hier im Auetal auch ein spezieller Menschenschlag und da wollen wir uns miteinander dieses gewissen Witzes selbst bewusst sein“, sagt der Pastor.