Diese Extras zahlen die Krankenkassen

23. Februar 2016 - 11:26 Uhr

Kostenübernahme alternativer Behandlungsmöglichkeiten

Jeder deutsche Kassenpatient hat im vergangenen Jahr rund 600 Euro aus der eigenen Tasche für Gesundheitsleistungen ausgegeben. Das waren vor allem Ausgaben für Vorsorgeuntersuchungen oder alternative Behandlungen. Was viele Versicherte nicht wissen: Die eine oder andere Leistung würde die Krankenkasse zusätzlich übernehmen. Man muss sie nur beantragen.

Die Krankenkassen selber bieten zum Beispiel Abnehmkurse oder Rückentrainings an und informieren auch ihre Mitglieder per Post oder in der Monatszeitschrift über die Angebote. Auch im Internet können sich Kassenpatienten über die zahlreichen Zusatzangebote ihrer Krankenkasse informieren. Die AOK Nordwest, AOK Plus, BKK VBU, BKK VDN, die R+V BKK, die Bergische Krankenkasse und die BKK Wirtschaft & Finanzen übernehmen für zwei Kurse anderer Veranstalter sogar Kosten in Höhe von 400 bis 500 Euro im Jahr.

Aber viele Krankenkassen zahlen auch Zuschüsse für die professionelle Zahnreinigung, Reiseimpfungen oder übernehmen sogar komplett die Kosten. So hat eine Untersuchung der Stiftung Warentest ergeben, dass drei von vier Kassen homöopathische Behandlungen beim Arzt bezahlen oder Vorsorgeuntersuchungen unterstützen. 40 Kassen bieten ein- bis zweimal jährlich eine professionelle Zahnreinigung an oder übernehmen teilweise die Kosten dafür. Der Haken: Die Kassen zahlen nur, wenn der Zahnarzt einem Verbund wie "dent-net.de" oder "Ihren Zähnen zuliebe" angehört.

Die Tarife etwas genauer sollten sich Versicherte anschauen, die viel reisen und Schutzimpfungen benötigen, die richtig ins Geld gehen können. Eine Impfung gegen Hepatitis A und B wird nicht nur für exotische Ziele, sondern auch für den Mittelmeerraum empfohlen und kostet um die 230 Euro. Die BKK Victoria-DAS, BKK Wirtschaft & Finanzen, Deutsche BKK und R+V BKK übernehmen die Kosten für die Reiseimpfungen und bieten sogar eine private Auslandsreise-Krankenversicherung ohne Zusatzkosten an.

Gute Versorgung steht im Vordergrund

Bei allen Zusatzangeboten sollten Versicherte immer bedenken, dass sich alle gesetzlichen Krankenkasse an die selben rechtlichen Vorgaben halten müssen. Es ist nämlich gesetzlich festgelegt, welche Behandlungsverfahren und Medikamente zugelassen sind und wann Patienten einen Anspruch auf Krankengymnastik, eine Mutter-Kind-Kur oder Zahnersatz haben.

Im Ernstfall ist der direkte Draht zur Kasse wesentlich mehr wert als die Kostenübernahme eines Gymnastikkurses. Erkrankt zum Beispiel das Kind an einer chronischen Krankheit zeigt sich erst, ob die Krankenkasse auf Zack ist und der Familie mit gutem Service und relativ unbürokratischer Hilfe zur Seite steht.

Bevor Versicherte einen Wechsel in Erwägung ziehen, sollten sie auf jeden Fall bei der eigenen Krankenkasse nachfragen, welche Zusatzleistungen sie überhaupt anbietet. Stimmt die angebotene Leistung mit den individuellen Bedürfnissen überein, sollte man die Partnerschaft nicht leichtfertig aufgeben.