Arbeiten nach der Geburt

Das Baby betreuen lassen: Eine schwierige Entscheidung für alle Eltern

Kinderbetreuung zuhause: Die Tagesmutter betreut die Kleinen, während die Eltern bei der Arbeit sind und können Ihnen einiges von der alltäglichen Last abnehmen.
© iStockphoto, Family Veldman

09. September 2020 - 14:57 Uhr

Arbeiten nach der Geburt: Kann ich mein Baby betreuen lassen?

In der heutigen Zeit geht es oft nicht anders und Sie müssen schon kurz nach der Geburt wieder zur Arbeit. Oder wollen Sie das sogar? Die meisten Mütter haben dabei oft ganz unterschiedliche Absichten – und meistens mehrere widersprüchliche Gefühle zur gleichen Zeit. Aber es gibt sie, die Babybetreuung. Die verschiedenen Angebote sind vielseitig und lassen für jeden die für ihn geeignete Möglichkeit zu. Erfahren Sie, welche Formen der Betreuung es bereits für Babys gibt und wie Sie diese nutzen können. 

Ab wann kann man ein Baby betreuen lassen?

Es gibt viele gute Gründe, ein Baby in Betreuung zu geben. Manche Mütter müssen aus wirtschaftlichen Gründen früh wieder arbeiten gehen. Andere wollen es, da sie ihre Karriere lieben. Wieder andere wollen schlichtweg nicht den ganzen Tag mit ihrem Baby zusammen sein, denn ihnen wäre das bei aller Liebe zu viel.

Ein Baby kann theoretisch ab dem ersten Lebenstag fremdbetreut werden. In der Regel geben Mütter ihr Baby aber frühestens nach der gesetzlichen Mutterschutzfrist von 8 Wochen nach der Geburt in eine Fremdbetreuung. Je früher es passiert, desto eher wird sich ein Baby auch an die Betreuungsperson binden.

Betreuung für Babys - Chance oder Risiko?

Neuere Studien suggerieren, dass es sogar eher Vor- als Nachteile bringt, schon kleine Babys zumindest kurz durch eine weitere Person betreuen zu lassen. Kinder, die hauptsächlich Mutter oder Vater um sich haben und spät soziale Kontakte außerhalb der Familie knüpfen, tun sich unter Umständen schwerer damit. Sie gehen möglicherweise nicht so offen und unbefangen auf neue Menschen zu wie Kinder, die früher fremdbetreut wurden.

Dabei ist natürlich eine gleichbleibende Betreuungsperson wichtig. Wenn das Baby aber eine Beziehung zu seinem Betreuer aufbauen darf und diese Person zu einem weiteren Standbein in seinem Leben wird, ist das eine Chance fürs Leben.

Das Baby von einer Tagesmutter betreuen lassen

Da ein Baby sehr viel Pflege und Aufmerksamkeit braucht, entscheiden sich die meisten Familien für die Tagespflege. Bei Tagesmüttern sowie Tagesvätern handelt es sich um durch das örtliche Jugendamt qualifizierte Personen, die sich mit der Babypflege auskennen und außerdem finanziell bezuschusst werden, damit die Kinderbetreuung für die Eltern bezahlbar wird.

Zudem können sich die Eltern die Tagesmütter zuvor ansehen und schauen, ob die jeweilige Betreuung den eigenen Wünschen entspricht. Es gibt zwar auch Tagespflegepersonen, die nicht mit dem Jugendamt zusammenarbeiten, diese sind allerdings teurer. 

Kindertagesstätten und Krippen

Weitere Optionen bei etwas älteren Babys sind Krippen oder KiTas. Diese haben Altersbeschränkungen und nehmen Kinder ab einem gewissen Lebensalter auf. Die Grenzen variieren dabei von Tagesstätte zu Tagesstätte. Eine KiTa oder Krippe hat zudem feste Öffnungszeiten – wer sich danach richten kann, ist hier gut aufgehoben.

Eltern mit langen oder unregelmäßigen Arbeitszeiten setzen eher auf die Tagespflege, denn mit einer Einzelperson kann man oft eine flexiblere Vereinbarung treffen. In einigen Städten gibt es bereits KiTas, die auch für Eltern mit nächtlichen Arbeitszeiten eine Betreuung des Babys anbieten, in der Regel sind diese jedoch auf eine Tagespflege für Ihr Baby angewiesen.

Was kostet eine Babybetreuung?

Die Kosten für die Babybetreuung sind ganz unterschiedlich und hängen zunächst vom Wohnort ab. Die genauen Preise sind je nach zuständigem Landkreis unterschiedlich – am besten informieren Sie sich bei der örtlichen zuständigen Stelle. Diese kann Ihnen eine aktuelle Preisliste geben, Sie über Wartelisten der städtischen Kindertagesstätten informieren oder Ihnen den Kontakt zu einer Tagesmutter oder einem Tagesvater herstellen.

Auch das Einkommen wird bei den Kosten berücksichtigt. So können bei Geringverdiener die Kosten teilweise sogar vollständig übernommen werden. Wenn Sie noch gar nicht sicher sind, was Sie brauchen und was in Frage kommt, bieten Ihnen die Jugendämter und zuständigen Stellen auch eine individuelle Beratung an.

Wer kann Tagesmutter werden?

Tagesmütter und -väter dürfen sich erst dann so nennen, wenn sie von den Jugendämtern anerkannt wurden. Diese koordinieren neben der Ausbildung auch die Vergabe der Betreuungsplätze. Den Eltern gibt das die Sicherheit, dass ihr Baby wirklich gut aufgehoben ist. Allerdings muss diese Ausbildung nicht zwingend heißen, dass die Tagespflegeperson wirklich praktische Erfahrung mit einem Baby hat.

Ein Kennenlerngespräch wird es in jedem Fall geben; nutzen Sie dieses, um die Betreuungsperson danach zu fragen, in welchen Altersgruppen sie sich wirklich auskennt und ob sie Fort- und Weiterbildungen speziell für Babys gemacht hat. 

Wie findet man eine geeignete Betreuung?

In der Regel stellen die Jugendämter den Kontakt zu einer Tagespflege her, die in der Nähe des Wohnortes der Eltern liegt – das allerdings unabhängig davon, wie die Anbindung dorthin ist. Deswegen sollten Sie kritisch überprüfen, ob Sie die Tagespflege jeden Tag wirklich realistisch erreichen können oder ob sich Ihr Weg zur Arbeit dadurch verlängert.

Sie sind nicht daran gebunden, die empfohlene Pflegeperson zu nehmen, sondern können sich jederzeit weitere qualifizierte Personen nennen lassen – auch und vor allem dann, wenn Ihr Bauchgefühl dagegen spricht, Ihr Baby dort betreuen zu lassen.