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Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Corona habe? 3 Mythen im Check

Drei Alkohol-Mythen im Check

Darf ich während einer Corona-Infektion Alkohol trinken?

Arzt und Medizinexperte Dr. Christoph Specht
Arzt und Medizinexperte Dr. Christoph Specht räumt Corona-Mythen aus dem Weg.
RTL

von Jessica Bürger

Vor wenigen Tagen sorgte eine neue Studie für Furore, nach der Rotwein das Risiko einer Corona-Infektion senke. Doch stimmt das wirklich und könnte Alkohol auch Einfluss auf den Verlauf einer Corona-Infektion haben? Allgemeinmediziner und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht nimmt im RTL-Interview drei Alkohol-Corona-Mythen unter die Lupe.

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Mythos 1: Alkohol tötet Coronaviren ab

Falsch. „Alkohol tötet weder das Virus noch desinfiziert es den Körper!“, stellt Dr. Christoph Specht klar. Starker Alkohol helfe auch nicht bei der Verdauung, das seien höchstens die Kräuter im Kräuterschnaps oder im Kräutertee. Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sagt auf ihrer Website klipp und klar, Alkohol könne zwar ab 60 Volumenprozent als Desinfektionsmittel auf der Haut dienen, habe bei einer Einnahme jedoch keine desinfizierende Wirkung.

Mythos 2: Alkoholkonsum beeinflusst den Corona-Verlauf

Richtig und falsch. Grundsätzlich könne Alkoholkonsum einen schweren Corona-Verlauf begünstigen, so Specht. Aber das sei vor allem bei Personen der Fall, die langfristig und vor der Infektionen einen erhöhten Alkoholkonsum aufweisen. Dieser schwäche die Immunabwehr, weshalb der Körper Viren schlechter abwehren könnte. Doch ob man während einer Infektion mal einen Wein oder ein Bier trinke, sei egal. „Das wird an einer Infektion oder dem Verlauf nichts ändern“, sagt Specht.

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Mythos 3: Rotwein senkt das Risiko einer Corona-Erkrankung

Falsch. In den vergangenen Tagen wurden mehrere Studien veröffentlicht, nach denen Rotwein das Risiko einer Corona-Infektion senke und Bier das Risiko erhöhe. Das ist laut Specht „kompletter Bullshit“. „Die haben irgendetwas gesehen und meinen, aus einer Assoziation eine Begründung zu finden“, sagt er. Das heißt übersetzt: Womöglich infizieren sich weniger Weintrinker mit Corona als Biertrinker, aber das liege dann nicht am Alkohol, sondern an anderen Faktoren. Womöglich trinken Weintrinker eher zuhause und allein und Biertrinker lieber in Gesellschaft, wo man keinen Abstand einhalten könnte und sich schneller infiziere, so Specht. „Daraus folgt aber nicht, dass der Konsum selbst dafür zuständig war, dass man sich infiziert“, stellt er klar, „das kann ich mit nichts beweisen.“ Daher bedeuten diese Studien in seinen Augen auch nichts.

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