Na, dann Prost!

Neue Studie belegt: Rotwein kann vor Corona-Infektion schützen

Hoch die Gläser?  Laut einer Studie senkt Rotwein das Corona-Infektionsrisiko um 17 Prozent.
Hoch die Gläser? Laut einer Studie senkt Rotwein das Corona-Infektionsrisiko um 17 Prozent.
© dpa, Finn Winkler, fgj wst

27. Januar 2022 - 10:57 Uhr

Weintrinker wird es freuen: Britische und chinesische Forscher haben kürzlich eine Studie zum Zusammenhang von Alkoholkonsum und dem Risiko einer Corona-Infektion veröffentlicht. Das erstaunliche Ergebnis: Rotweinkonsum senkt das Risiko, an Corona zu erkranken um bis zu 17 Prozent. Für Bier- und Schnapstrinker hingegen haben die Forscher eine schlechte Nachricht: Ihr Risiko steigt im Vergleich zu Nichttrinkern um sieben bis 28 Prozentpunkte.

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Studie belegt: Rotwein senkt das Infektionsrisiko

Im Internet kursieren eine Menge mehr oder weniger ernstzunehmender Tipps und Ratschläge, wie man einer Corona-Infektion vorbeugen kann: Von grünem Tee über Schokolade, Cannabis oder Vitamin D. Nun gesellt sich noch Rotwein dazu – allerdings auf Grundlage einer breit angelegten Studie.

Für diese Studie, die Anfang Januar im Fachmagazin "Frontiers in Nutrition" erschienen ist, haben chinesische und britische Forscher des Shenzhen Mental Health Centre in China untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und dem Risiko, an Corona zu erkranken, besteht. Die Wissenschaftler arbeiteten mit den Daten von rund 474.000 Probanden mit einem Durchschnittsalter von 69 Jahren. 16.500 von ihnen waren mit dem Coronavirus infiziert. Unterteilt wurden die Probanden in Nichttrinker, frühere Trinker und aktuelle Trinker. Dabei galten diejenigen, die mehr als drei Gläser pro Woche trinken, als häufige Trinker.

Guter Alkohol - böser Alkohol?

ARCHIV - 07.05.2018, Bayern, Nürnberg: Zwei Krüge mit Bier stehen am Abend auf dem Tisch eines Gasthauses. Zwölf «Seidla» sollen laut der Tradition des «Stärk' antrinken» in Oberfranken konsumiert werden, um das ganze Jahr über gegen alle Widrigkeite
Bier soll laut Studie das Infektionsrisiko erhöhen.
© dpa, Daniel Karmann, dka gba sab

Die Untersuchung ergab – zumindest für Rotweinliebhaber – Positives: Sie haben, wenn sie fünf oder mehr Gläser pro Woche trinken, ein um 17 Prozent geringeres Risiko an Corona zu erkranken als Nichttrinker. Aber auch Weißwein- und Champagner-Freunde können sich freuen: Ihr Risiko verringert sich um rund acht Prozent, wenn sie ein bis vier Gläser pro Woche konsumieren.

Weniger gut sind die Ergebnisse der Studie für Menschen, die sich lieber mal ein Bierchen oder ein Glas Apfelwein gönnen. Sie haben mit sieben bis 28 Prozent ein deutlich höheres Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, als ihre nicht trinkenden Mitmenschen. Auch Hochprozentiges wie Schnaps und andere Spirituosen erhöhen das Infektionsrisiko. Das gilt sogar unabhängig von der konsumierten Menge.

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Warum schützt Wein anscheinend besser?

Diese Frage können die Forscher noch nicht abschließend beantworten. Generell gilt manchen Studien zufolge Rotwein wegen seiner hohen Konzentration von Polyphenolen als gesundheitsfördernd. Polyphenole sollen den Blutdruck senken und entzündungshemmend wirken. Die Wissenschaftler berücksichtigen in ihrer Studie aber auch eine sozio-ökonomische Komponente: Demnach seien Weintrinker tendenziell besser situiert als Bier- und Schnapstrinker. Deshalb seien sie weniger durch strapaziöse Lebensumstände belastet und widerstandsfähiger gegenüber Infektionen.

Studie nicht für alle Altersgruppen anwendbar

Auch wenn sich der Rotweinkonsum laut der Studio positiv auf das Infektionsrisiko auswirkt –übertreiben solle man es nun auch nicht mit dem Trinken: Als unbedenklich gilt laut "Deutscher Hauptstelle für Suchtfragen" eine Menge von 12 Gramm reinen Alkohols am Tag für Frauen, also nicht mehr als ein kleines Glas Wein (0,125 l ). Männer dürfen etwas mehr trinken, aber auch nicht mehr als 24 Gramm pro Tag, das entspricht zwei kleinen Gläsern Bier (0,6 L). Dabei sollte man an zwei Tagen in der Woche ganz auf Alkohol verzichten. Wenn man sich also zum Abendessen mal ein oder zwei Gläschen gönnt, ist aus medizinischer Sicht dagegen wohl nichts einzuwenden. Um sich wirklich wirksam vor einer Covid-Infektion zu schützen, raten Ärzte und Virologen sich impfen zu lassen und die bekannten Schutzmaßnahmen, wie Abstand halten und Maske tragen, einzuhalten.

Die Forscher weisen zudem in ihrer Studie darauf hin, dass die untersuchten Probanden mit einem Durchschnittsalter von 69 Jahren lediglich repräsentativ für diese Altersgruppe stehen. Jüngere Altersgruppen müssten in dem Zusammenhang noch besser erforscht werden. (psc)