Sascha bekommt die Diagnose Depression„Ich war bei den kleinsten Kleinigkeiten wirklich schon dermaßen gereizt”

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Sascha H. hat in einer Tagesklinik für Männer den Umgang mit seiner Krankheit gelernt.
RTL

Wenn die Stimmung immer kocht.
Sascha H. leidet an Depression, sein Alltag ist bestimmt von Wut und Überforderung. Um seine Lebensqualität zurück zu gewinnen, besucht er eine Tagesklinik, extra für Männer. Erschreckend: Oft bleibt die Krankheit gerade bei Männern unentdeckt und das kann schlimme Folgen haben.

Sascha H. hat lange zu kämpfen

Ein normales Leben? Für Sascha H. lange Zeit nicht möglich. Der Berufskraftfahrer hat mit Unruhe, Druck, Herzrasen und anderen Symptomen zu kämpfen. Seine Reaktion auf Stress: explosive Stimmung ohne Grenzen, so der 35-Jährige. „Ich war bei den kleinsten Kleinigkeiten wirklich schon dermaßen gereizt” erzählt er RTL. Entspannte Ausflüge mit der Familie? Unmöglich. Dann nach mehreren Arztbesuchen die Diagnose: Sascha H. hat eine Depression.

Im Video: Jessica und Johannes Haller – gemeinsam durch die Depression

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Depression immer noch „verpönt in der Gesellschaft”

Ein großer Schock für den Berufskraftfahrer: „Was machst du damit? Es ist dann irgendwie auch so ein bisschen verpönt in der Gesellschaft und so weiter, man nimmt es halt nicht so gerne an.” Das sei heute anders. In der Tagesklinik für Männer im Wahrendorff-Klinikum in Sehnde lernt Sascha H. mit seiner Krankheit umzugehen. Sport, Ruheübungen und Hilfestellungen für seinen Alltag lernt er hier mit 29 anderen Männern in sechs bis acht Wochen. Das große Ziel: Zu verstehen, dass Männlichkeit eben nicht heißt bloß keine Hilfe anzunehmen.

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Symptome bei Männern anders als bei Frauen

Das Konzept der Klinik zielt extra auf betroffene Männer ab. Im Schnitt hat jede zehnte Frau Depressionen, bei den Männern bekommt nur jeder zwanzigste eine Diagnose. Die Suizid-Rate in Deutschland ist allerdings bei depressiven Männern drei mal höher als bei depressiven Frauen – ein Zeichen dafür, dass die Krankheit oft nicht rechtzeitig erkannt wird und eigentlich mehr Männer daran leiden. Das kann daran liegen, dass sich die Depressionen bei Männern meist nicht durch Antriebslosigkeit und Traurigkeit äußern. Sie sind dann eher rastlos, schnell wütend und genervt und haben beispielsweise Herzrasen.

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Mit dem richtigen Umfeld und einer ärztlichen Diagnose können tödliche Fälle besser verhindert werden. Denn wie bei Sascha H. ist der Weg zurück in ein fröhlicheres und ausgeglicheneres Leben meistens noch möglich, wenn die Krankheit früh ernst genommen wird.

Hier findest du Hilfe in schwierigen Situationen

Solltest du selbst von Suizidgedanken betroffen sein, suche dir bitte umgehend Hilfe. Versuche, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über deine Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.

Wenn du schnell Hilfe brauchst, dann findest du unter der kostenlosen Telefon-Hotline 0800 1110111 oder 0800 1110222 Menschen, die dir Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

Verwendete Quellen: RTL-Eigenrecherche