Fakten über SARS-CoV-2

Was wir über das Coronavirus bisher wissen

Das Coronavirus breitet sich in Deutschland immer weiter aus.
© iStockphoto

12. März 2020 - 10:00 Uhr

Was ist das Coronavirus?

Das Coronavirus SARS-CoV-2 ist ein neuartiges Virus, das die Krankheit Covid-19 (Corona Virus Disease 2019) verursacht. Die Abkürzung SARS steht dabei für Schweres Akutes Atemwegssyndrom. Der Name weist auf die enge Verwandtschaft zum SARS-Coronavirus hin, das 2002/2003 eine Epidemie ausgelöst hatte.

Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus in Deutschland, Europa und der Welt erhalten Sie in unserem Live-Ticker.

Was sind die Symptome von Covid-19?

Die häufigsten Symptome in Deutschland sind trockenes Husten, Fieber, Schnupfen und eine Lungenentzündung. Außerdem können Betroffene Kopf- und Rückenschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Übelkeit und Durchfall bekommen. Die Inkubationszeit dauert zwischen einem und 14 Tagen, am häufigsten sind es fünf Tage. Ein zu frühzeitiger Test könnte ein negatives Ergebnis zeigen, obwohl man das Virus schon in sich trägt.

Wer gehört zur Risikogruppe?

Nach neuesten Erkenntnissen haben insbesondere ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen ein höheres Risiko, durch eine Infektion mit dem Coronavirus schwere Symptome zu entwickeln. Dazu zählen Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Zuckerkrankheit, Lungenerkrankungen oder Krebspatienten mit einem unterdrückten Immunsystem. Zu der Risikogruppe gehören laut Experten auch Raucher. Daten aus China geben Hinweise darauf, dass infolge des Rauchens die Infektionsgefahr durch das Coronavirus und die Krankheit Covid-19 höher sei. 

Wie wird das neuartige Coronavirus übertragen?

Da unser Immunsystem nicht darauf vorbereitet ist, könnten sich laut Experten 60 bis 70 Prozent der Deutschen anstecken. Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist über Tröpfchen. Das geschieht über die Schleimhäute oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut oder der Augenbindehaut in Kontakt kommen. Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Infizierten angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Krankheitszeichen gezeigt hatten.

Gibt es einen Schnelltest zur Durchführung zu Hause?

Ein Schnelltest, mit dem eine Bestätigung der Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 eigenhändig durchgeführt werden kann, gibt es nicht. Personen, die den Verdacht haben, sich mit SARS-CoV-2 infiziert zu haben, sollten nach telefonischer Anmeldung ihre Ärzte aufsuchen, die dann eine Labordiagnostik veranlassen können. In so einem Fall übernehmen die Krankenkassen seit dem 28. Februar 2020 die Tests auf das Coronavirus. 

Worin unterscheidet sich SARS-CoV-2 von Grippeviren?

Sowohl die Grippe als auch die Krankheit Covid-19 werden von Viren verursacht. Die Grippe kommt von Influenzaviren, Covid-19 von dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2.

Nach bisherigen Auswertungen gibt es bei Covid-19 häufiger schwere bis lebensbedrohliche Verläufe als bei der Grippe. Bei 15 Prozent der Infizierten ist der Verlauf laut WHO so schwer, dass eine zusätzliche Versorgung mit Sauerstoff nötig wird. Bei fünf Prozent der Infizierten ist künstliche Beatmung nötig. Auch die Todesrate liegt höher als bei einer normalen saisonalen Grippewelle.

Grippeviren und das neuartige Coronavirus übertragen sich durch Tröpfchen laut WHO unterschiedlich schnell. Die Grippeviren haben eine kürzere Inkubationszeit als das neuartige Coronavirus. Bei einer Influenza erfolgen die Ansteckungen in den Infektionsketten schneller aufeinander – das heißt, dass die Grippe sich schneller verbreiten kann als Covid-19. Die Grippe kann bereits vor Auftreten der ersten Symptome ansteckend sein. Laut WHO ist das bei Covid-19 noch kein großes Thema.

Wie kann die Krankheit Covid-19 behandelt werden?

Nicht alle Erkrankungen nach Infektion mit dem neuartigen Coronavirus verlaufen schwer. Die bisher optimalsten Maßnahmen - je nachdem wie schwer der Patient betroffen ist - sind zum Beispiel: Sauerstoffgabe, Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes, ggf. Antibiotikagabe zur Behandlung von bakteriellen Alternativ- oder Begleitinfektionen, sowie die Behandlung von relevanten Grunderkrankungen. Eine spezifische Therapie sowie eine Impfung gegen das neuartige Coronavirus gibt es noch nicht. Mögliche Impfstoffe sind schon in der Testphase.

Wie gut ist Deutschland auf das Virus vorbereitet?

Deutschland will sich vorbereiten und den Ausbruch verlangsamen, damit nicht alle Fälle auf einmal auftreten und über einen längeren Zeitraum verteilt werden. Kontaktpersonen müssen unter Quarantäne gestellt werden. Deutschland verfüge über ein sehr gutes Krankheitswarn- und Meldesystem und Pandemiepläne, meldet das Gesundheitsministerium.

Mit 28.000 Betten auf Intensivstationen sei das deutsche Gesundheitssystem laut Gesundheitsminister Jens Spahn "vergleichsweise gut bis sehr gut ausgestattet." Kanzlerin Merkel bezeichnete das föderale System in Deutschland als Vorteil in der Bekämpfung des Coronavirus: "Ich möchte an Gesundheitsämter, Landratsämter und Bürgermeister einen herzlichen Dank aussprechen." Sie appellierte an Politik und Bürger, Verantwortung zu übernehmen. Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, betonte, wie wichtig es sei, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

Wie können wir uns schützen?

Wie bei Influenza und anderen akuten Atemwegsinfektionen schützen die Hust- und Niesregeln, gute Händehygiene sowie Abstand zu Erkrankten von etwa einem Meter auch vor einer Übertragung des neuen Coronavirus. Auch aufs Händeschütteln sollte verzichtet werden. Generell sollten Menschen, die an einer Atemwegserkrankung leiden, nach Möglichkeit zu Hause bleiben. Großveranstaltungen sollten gemieden und gesellschaftliche Aktivitäten im privaten Bereich sollten eingeschränkt werden.

Um ältere und chronisch kranke Menschen zu schützen, ruft Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur Solidarität auf: Es wichtig, dass alle Menschen ihren Alltag einschränken, um die Ansteckungsgefahr zu senken.