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Wieso kommt es zu toxischem Schock und Kawasaki-Syndrom?

Bei Kindern: Ärzte beobachten schwere Komplikationen nach Coronavirus-Infektionen

08. Mai 2020 - 10:44 Uhr

Phänomen ist selten - doch Kinderärzte sind beunruhigt

Eine beunruhigende Beobachtung haben Kinderärzte in den USA, Großbritannien und Italien und Spanien gemacht: Kinder, die an Covid-19 erkrankt waren, zeigten Symptome eines toxischen Schocks beziehungsweise des Kawasaki-Syndroms und hatten massive Herz-Kreislauf-Probleme. Wie dieses Phänomen einzuordnen ist und ob sich Eltern jetzt Sorgen machen müssen, erklärt Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia, im Video.

Bauchschmerzen, Krampfanfälle oder Hautausschläge

Bei Kindern, das belegen die Statistiken eindeutig, verläuft die durch das Corona-Virus Sars-CoV-2 ausgelöste Lungenerkrankung Covid-19 nur in seltenen Fällen schwer. Allerdings leiden einige wenige weltweit dabei unter einer heftigen Entzündungserkrankung, wovor Ärzte aus mehreren Ländern vor einigen Tagen warnten. Die betroffene Kinder bekommen Bauchschmerzen, Krampfanfälle oder Hautausschläge. Die Symptome lassen sie schwer erkranken und erinnern zum einen an das seltene Kawasaki-Syndrom, zum anderen an ein toxisches Schocksyndrom (TSS).

Toxischer Schock nach durchgestandener Infektion

"Wir sehen jetzt im Zusammenhang mit Sars-CoV-2-Infektionen neue Phänomene und Seiteneffekte, die wir bisher in der Massivität nicht gesehen haben", erklärt uns Dr. Georg-Christian Zinn. "In New York und Connecticut gab es mehrere Fälle von Kindern, wo wir nach einer durchgestandenen Infektion einen toxischen Schock oder auch Kawasaki-Syndrom beobachten konnten." 

Überschießendes Immunsystem oder ungünstige genetische Konstellation

Es handele sich dabei um sehr seltene Komplikationen nach oder während Infektionen. "Man nimmt an, es habe etwas mit einem überschießenden Immunsystem zu tun. Ganz sicher sind das spezielle Konstellationen der Genetik, die dazu führen, das Kinder so etwas überhaupt bekommen." In Deutschland sei das Phänomen bisher noch nicht registriert worden, so der Experte, was aber auch an den vergleichweise geringen Fallzahlen liegen könnte.

Das ist das Kawasaki-Syndrom

Beim Kawasaki-Syndrom handelt es sich um eine akut auftretende systemische Erkrankung im Säuglings- und Kleinkindesalter. Sie definiert sich durch fieberhafte Begleiterscheinungen und Entzündungen der Gefäße. Zudem sind - in vielen Fällen - diverse Organe entzündet. Die Sterblichkeit ist gering.

Das ist das Toxische Schocksyndrom

Staphylokokken- oder Streptokokken-Bakterien verursachen das sogenannte Toxische Schocksyndrom. Es ist vor allem im Zusammenhang mit zu lange getragenen Tampons bekannt geworden. Die Symptome bestehen aus hohem Fieber, Blutdruckabfall, Hautausschlägen und Multiorganversagen, die rasch in einen schweren und schwer behandelbaren Schock übergehen können. Die Sterblichkeitsrate bei einem toxischen Schock ist hoch.

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Im dritten Teil der RTL.de-Serie "Stunde Null - Wettlauf mit dem Virus": Welche Lehren können wir aus der bisher größten Krise der Nachkriegszeit ziehen? Wir haben mit Experten gesprochen. War der Staat zu inkonsequent? Wurden die Schulen zu schnell geschlossen? Was tun gegen den Hamsterchaos? Und was ist der tatsächliche Grund, dass tausende Urlauber auf der ganzen Welt gestrandet sind?

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