Fälle von Missbrauch und Misshandlungen 2020 gestiegen

Corona-Lockdown für Kinder lebensgefährlich: RTL-Autorin über einen Fall, der sie bis heute verfolgt

Tim aus Querfurt (Sachsen-Anhalt) war erst zwei Jahre alt. Was ihm 2020 angetan worden ist, hat RTL-Autorin Christina Warnat nachhaltig erschüttert. Tims Schicksal ist eines von vielen. Es passiert jeden Tag hinter verschlossenen Türen: Missbrauch, Schläge, Vernachlässigung.  (Foto: Symbolbild)
Tim aus Querfurt (Sachsen-Anhalt) war erst zwei Jahre alt. Was ihm 2020 angetan worden ist, hat RTL-Autorin Christina Warnat nachhaltig erschüttert. Tims Schicksal ist eines von vielen. Es passiert jeden Tag hinter verschlossenen Türen: Missbrauch, Schläge, Vernachlässigung. (Foto: Symbolbild)
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10. Mai 2021 - 12:55 Uhr

Von Christina Warnat

In einem sind sich alle Eltern einig, mit denen ich in den vergangenen Monaten gesprochen habe: Die Pandemie ist für Familien verdammt hart. Oft eine Überforderung. Die Nerven liegen blank und auch ich verspüre in letzter Zeit öfter den Drang, schreiend wegzurennen. Kinder sind die klaren Verlierer dieser Zeit, das sagt auch das UN-Kinderhilfswerk. Angststörungen nehmen bei den Kleinen zu. Wie muss es da erst für jene Kinder sein, deren Mütter psychisch krank, deren Väter alkoholabhängig und aggressiv oder alles zusammen sind? In deren Familien Missbrauch schon vor Corona Alltag war? Momentan mehr denn je, weil Kontrollinstanzen wie Vereine und Jugendtreffs weggebrochen sind. Die Schwächsten der Gesellschaft sind ihren Peinigern hilflos ausgeliefert. Von einem Fall will ich hier erzählen, um daran zu erinnern, was viele Kinder hinter verschlossener Tür erleiden, dass sie unsere Hilfe brauchen – und wie jeder helfen kann.

Das neue "Normal"

Die Dreijährige brüllt im Flur. Die Socken wollen nicht über die Füße, das Brüllen wird lauter. Ungehaltener. Ich springe auf und rede pädagogisch wertvoll mit der Kleinen. Doch sie ist untröstlich. "Chris? Hallo?", plärrt es aus der RTL-Nachrichten-Konferenz, die parallel online in der Küche läuft. Ich klinke mich wieder ein, gebe ein Lebenszeichen. Die Kollegen lachen, weil im Hintergrund die Dreijährige noch immer lautstark mit der Socke kämpft. Ich versuche, mich zu sortieren, stammele so vor mich hin und schaffe es irgendwie, eine halbwegs sinnvolle Antwort zu geben.

Da klingelt es an der Tür. Ein Mitarbeiter der Stadtwerke will den Zählerstand ablesen. Auch das noch! Ich stelle das Mikrofon zur Videokonferenz stumm, nehme die (noch immer brüllende) Dreijährige auf den Arm und lotse den Herrn in den Keller, wo der Zähler ist und sich die Wäsche türmt. Von oben ruft das Schulkind: "Mama! Maaaaaaamaaaaaaaaaa!" Sie sitzt am Küchentisch und braucht Hilfe. Homeschooling, 2. Klasse, Mathe. Ich verabschiede den Herrn von der Stadt und rieche es sofort. Verdammt, ich habe das Porridge vergessen. Zu spät, das Frühstück ist hin, angebrannt. Hoffentlich piept der Rauchmelder jetzt nicht, denke ich, ziehe den Topf vom Herd, der schluchzenden Dreijährigen die Socken hoch und höre mit einem Ohr, was in der Konferenz so besprochen wird. Ich schiele auf die Uhr, es ist erst kurz vor neun und ich zähle schon die Stunden bis zum Feierabend.

So oder so ähnlich läuft es derzeit in vielen Familien ab. Das neue "Normal" quasi. Der Alltag funktioniert gerade so. Oft wundere ich mich, wie wir das jeden Tag stemmen und frage mich, wie es derzeit wohl anderen, weniger behüteten Kindern ergeht. Für sie bedeutet der Lockdown Lebensgefahr.

Vereine erreichen zu Coronazeiten deutlich mehr Hilferufe

Kontrollinstanzen wie Vereine fallen weg, Kitas laufen im eingeschränkten Notbetrieb. Hilfsorganisationen wie zum Beispiel der spendenfinanzierte Hamburger Verein "Dunkelziffer e.V.", der gegen sexuellen Kindesmissbrauch und Kinderpornografie kämpft, arbeiten wegen der Abstands- und Hygienevorschriften unter erschwerten Bedingungen. Seit Beginn der Pandemie seien die Hilferufe, die den Verein erreichen, extrem gestiegen, sagt Vorstandsvorsitzende Vera Falck im RTL-Gespräch. "Allein in den ersten vier Monaten dieses Jahres gab es eine bundesweite Zunahme von 87 Prozent allein der telefonischen Anfragen." Dazu kommen noch Online-Anfragen, Mails, Menschen aus dem Raum Hamburg, die persönlich vorbeischauen – und eben jene Übergriffe, die erst gar nicht gemeldet oder angezeigt werden. Die in keiner Statistik auftauchen. "Es wurden immer zehn bis 15 Prozent von Experten angegeben. Wir vermuten aber, dass die Dunkelziffer noch deutlich gestiegen ist", sagt Falck. Viele Opfer sind zu klein und hilflos, um auf sich aufmerksam zu machen.

Wie "Dunkelziffer e.V" ergeht es derzeit auch anderen Einrichtungen. "Wir wissen aus unseren Netzwerken und Arbeitskreisen, dass überall ein starker Anstieg der Anfragen zu verzeichnen ist, Mitarbeiter an ihre Grenzen stoßen und die personellen Ressourcen nicht ausreichen." Auch der sexuelle Missbrauch unter Geschwistern sei in der Pandemie gestiegen. "Ältere Geschwister vergreifen sich an jüngeren Geschwistern", so Falck. "Es ist erschreckend, was da an uns herangetragen wird." Fast immer seien es Jungen, die sich an der jüngeren Schwester oder dem kleinen Bruder vergreifen. Während des Lockdowns seien "viele Kinder sehr häufig unbeaufsichtigt, uninformiert und unkontrolliert im Netz unterwegs. Dort finden sie ganz stark Beiträge, die in den sexualisierten Bereich gehen. So erklären wir uns die Zunahme dieser Übergriffe".

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Täter und Täterinnen stammen meist aus dem engen Umfeld des Kindes

Als Nachrichtenjournalistin bekomme ich das, was Frau Falck mir erzählt, täglich brühwarm mit. Ich sehe es seit nunmehr sieben Jahren im Agenturticker und höre es von unseren Gerichtsreportern, die den Prozessen beiwohnen: Fälle von Gewalt, Missbrauch, gar Mord. In der überwältigen Mehrheit daheim und durch die Hand derer verübt, die die Kinder eigentlich beschützen sollten. Aus der Kriminalstatistik 2020 des Bundeskriminalamtes (BKA) geht hervor, dass 84 Prozent (3.854 von insgesamt 4.542) der kindlichen Misshandlungsopfer mit dem Tatverdächtigen verwandt sind. Auch hier sind die Fallzahlen im Vergleich zu 2019 gestiegen. Bei sexuellem Missbrauch sieht es ähnlich aus. "75 Prozent der Täter und auch der Täterinnen stammen aus dem sozialen Umfeld der Kinder und Jugendlichen", sagt Vera Falck. "Das sind Menschen, denen die Kinder vertrauen. Das Urvertrauen wird gebrochen und es dauert irrsinnig lang, bis das wieder hergestellt ist."

Ein Satz auf der Seite des Vereins bringt es auf den Punkt: "Mit den eigenen Eltern alleine zu sein, ist für manche Kinder gefährlicher als das Coronavirus."

Tim (✝2) aus Querfurt - ein Fall, der mich bis heute nicht loslässt

Der kleine Tim aus Querfurt durfte nur zwei Jahre alt werden, Der Partner seiner Mutter missbrauchte das Kind über einen längeren Zeitraum, schlug es, tötete es am 10. Juli 2020.
Der kleine Tim durfte nur zwei Jahre alt werden. Der Partner seiner Mutter missbrauchte das Kind über einen längeren Zeitraum, schlug es, tötete es am 10. Juli 2020.
© Facebook, Facebook/ privat

Tim aus Querfurt (Sachsen-Anhalt) war erst zwei Jahre alt. Was dem Kleinen 2020 angetan worden ist, hat mich nachhaltig erschüttert. Der neue Lebensgefährte seiner Mutter benutzte den Kleinen "als Ventil" und um "Stress abzubauen", wenn er sich mit seiner Freundin gestritten hatte, wie er es vor dem Landgericht Halle schilderte. Dennis K. und Tims Mutter Uta F. tranken viel, rauchten Cannabis, nahmen auch härtere Drogen wie Crystal Meth. Abends ging Dennis K. ins Kinderzimmer des kleinen Tim, vergewaltigte und misshandelte ihn und legte das Kind anschließend zurück in sein Gitterbettchen.

Über Wochen ging das laut Anklageschrift so. Zwischen dem 23. Juni 2020 und dem 11. Juli 2020 sei es immer wieder zu heftigen Gewaltorgien und schwersten sexuellen Übergriffen gekommen. Und niemand half. Auch die Mutter tat nichts, sagte im Prozess aus, sie habe nichts von den Übergriffen gewusst. In ihrem Beisein sei ihr Ex-Lebensgefährte immer gut mit dem Kind gewesen. "Ihm zu vertrauen, war der schlimmste Fehler meines Lebens", so Uta F. Tims Verletzungen habe sie auf Stürze zurückgeführt. Sie habe das Kind abgöttisch geliebt, Tim sei ihr "Sonnenschein" gewesen.

"Was der kleine Junge durchgemacht haben muss, ist unbegreiflich"

Dennis K. hat vor Gericht gestanden, den kleinen Tim (2) geschlagen und missbraucht zu haben. Er habe ihn aber nicht schwer verletzten oder gar töten wollen.
Dennis K. hat vor Gericht gestanden, den kleinen Tim (2) aus Querfurt mehrfach geschlagen und sexuell missbraucht zu haben. Er habe ihn aber nicht schwer verletzten oder gar töten wollen.
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In der Nacht auf den 11. Juli 2020 eskalierte die Gewalt. Tims Stiefvater vergewaltigte den Jungen schwer, dann soll er ihn laut Anklage mit Crystal Meth betäubt und so lange auf ihn eingetreten und -geschlagen haben, bis er nicht mehr atmete. Dennis K. gab vor Gericht zu, Tim misshandelt und missbraucht zu haben, er habe ihn aber nicht ernsthaft verletzen oder gar töten wollen. Er habe ihn nie mit einer solchen Wucht geschlagen, dass eventuell Knochen gebrochen oder innere Organe geschädigt wurden.

Der Obduktionsbericht spricht eine andere Sprache. In nüchternen Worten schildert er, was sich auch vor Gericht nicht wegdiskutieren ließ. RTL-Reporter Frank Vacik hat den Prozess damals verfolgt. "Ich habe noch nie so eine furchtbare Anklageverlesung gehört. Ich war erschüttert vom Inhalt der Anklage", so Vacik, der seit über zehn Jahren als Gerichtsreporter tätig ist. "Solche perversen Fantasien kann man sich gar nicht vorstellen. Was der kleine Junge durchgemacht haben muss, ist unbegreiflich." Auch mich verfolgen die Details bis heute. An dieser Stelle seien sie Ihnen – auch aus ethischen und Opferschutzgründen – erspart.

Kinderporno-Straftaten im Pandemiejahr 2020 um 54 Prozent gestiegen

Screenshot Forum "Boystown"
Besonders Aufnahmen von kleinen Jungen standen im Fokus der Kinderporno-Plattform "Boystown" im Darknet.
© Quelle: Bundeskriminalamt

Was Tim zugestoßen ist, ist unerträglich. Und es passiert jeden Tag hinter verschlossenen Türen. Schläge, Missbrauch, seelische Gewalt, Vernachlässigung. Das zeigt sich auch in den Zahlen der Polizei. 2020 wurden trotz der Corona-Kontaktbeschränkungen laut Statistik mehr Fälle von Kindesmissbrauch aufgedeckt – konkret geht es um eine Zunahme von 6,8 Prozent im Vergleich zu 2019 auf 14.594 Fälle. Und das, obwohl Missbrauch, wenn er in den heimischen vier Wänden stattfand, wegen der vorübergehenden Schließung von Schulen, Kitas und Jugendeinrichtungen womöglich eher unentdeckt blieb – und obgleich manche Tatgelegenheiten für Fremde wegfielen.

Das BKA erklärt das teilweise auch mit den über die Internet-Recherche zu Missbrauchsbildern aus den USA gemeldeten Fällen, bei denen der Tatort in Deutschland liegt. Außerdem seien nach den großen Missbrauchsverfahren in Lügde, Bergisch Gladbach und Münster die Ermittlungen intensiviert worden. Wie die Polizeiliche Kriminalstatistik 2020 außerdem zeigt, stieg die Zahl der Straftaten in Zusammenhang mit pornografischen Darstellungen von Kindern und Jugendlichen sogar um 54 Prozent auf 26.739 Fälle an.

Diese Zahl dürfte 2021 ähnlich hoch ausfallen. Vor wenigen Tagen erst hatte die Polizei die weltweit größte Kinderpornografie-Plattform "Boystown" im Darknet zerschlagen. Sie hatte nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) mehr als 400.000 Mitglieder auf der ganzen Welt. Unter den geteilten Bild- und Videoaufnahmen hätten sich auch Aufnahmen von schwerstem sexuellen Missbrauch von Kleinkindern befunden. Die Betreiber sitzen in Deutschland.

Höherer Bedarf, erschwerte Arbeitsbedingungen, weniger Spenden

Ja, viele Kinder sind derzeit in Not. Der Bedarf ist hoch, verschärfte Infektionsschutzvorschriften erschweren die Arbeit von Vereinen und Jugendämtern zusätzlich. Man habe FF2-Masken, CO2-Messgeräte und Schnelltests angeschafft, um etwa Besuche in Familien und Therapien wieder sicher gestalten zu können, erzählt Vera Falck. Eine finanzielle Mehrbelastung. Und das, obwohl die Spendenbereitschaft seit Beginn der Pandemie deutlich zurückgegangen sei. "Wir haben viele Kündigungen von Dauerspendern zu verzeichnen, die sagen, wir müssen erstmal pausieren und schauen, wie es nach der Pandemie weitergeht", so Vereinsvorsitzende Vera Falck. Auch Spenden-Events mussten 2020 abgesagt werden.

"Dunkelziffer e.V." ist kreativ geworden, um Gelder zu akquirieren und veranstaltet eine stille Online-Auktion, bei der Spenden gesammelt werden sollen. Zudem gehe es darum, betroffenen Kindern und Jugendlichen in dieser schwierigen Zeit Hoffnung zu geben, indem auf ihre Situation aufmerksam gemacht wird. "Wir möchten ihnen damit zeigen: Wir sehen euch und sind für euch da", sagt Sprecherin Vera Falck. Viele Prominente unterstützen die Aktion, etwa Wladimir Klitschko und Yasmina Filali. Sie haben signierte Boxhandschuhe, eine Kochjacke oder gar einen Online-Kochkurs gespendet, die nun unter den virtuellen Hammer kommen. Die Auktion findet ab heute statt. Noch bis zum 13. Mai können sich Interessierte auf der Webseite des Vereins registrieren und mitbieten – oder einfach so eine Spende dalassen. Alle Infos gibt es hier.

„Besser einmal zu viel Hilfe suchen, als einmal zu wenig“

Die stille Auktion ist nur eine Möglichkeit für jeden von uns, Kindern in Not zu helfen. Es fängt im Kleinen an. "Sorgen Sie sich um ein Kind in Ihrer Umgebung und suchen Sie sich Hilfe", sagt Falck im RTL-Gespräch. "Hinsehen, helfen und handeln sind das A und O in dieser Zeit. Es ist die Aufgabe der Erwachsenen, unsere Kinder zu schützen. Jeder kann dazu beitragen, Licht ins Dunkel zu bringen." Die Sorge, jemanden zu Unrecht zu beschuldigen, sei hoch, räumt Falck ein. Dennoch sei ihre Bitte "an diejenigen, die etwas vermuten, sich zunächst niedrigschwellige Hilfe zu holen. Es wäre fatal, in den Kindergarten zu gehen und zu sagen: 'Ich habe da einen Verdacht, gehen Sie dem bitte nach.'" Niedrigschwellig, das bedeutet, sich erst einmal Rat von Experten zu holen. Der Verein stellt dazu einen kostenlosen Ratgeber bereit, im Netz gebe es zudem viele Gratis-Inhalte anderer Einrichtungen. Ein Anfangsverdacht kann dem Jugendamt, Dunkelziffer e.V. (Tel.: 040-421970010) oder zum Beispiel dem Hilfetelefon Sexueller Missbrauch unter der 0800-2255530 (N.I.N.A. e.V.) gemeldet werden.

"Besser einmal zu viel Hilfe suchen, als einmal zu wenig", appelliert Falck. "Wenn sich ein Verdacht erhärtet, vermitteln wir auch an bekannte Einrichtungen vor Ort weiter." Bei einem Verdacht gelte es, Ruhe zu bewahren. "Das ist von ganz großer Bedeutung. Wenn ein Verdacht da ist, dann ist die Aufregung groß, alle sind aufgescheucht, und da ist es die Aufgabe des Jugendamtes und der Beratungsstellen, gemeinsam einen Weg der Hilfe zu finden und Ruhe reinzubringen."

Zeichen des Missbrauchs erkennen - und handeln

Sie haben einen Verdacht? Dann suchen Sie rat, holen Sie sich Hilfe von Experten, sehen Sie die Warnsignale.
Sie haben einen Verdacht? Dann suchen Sie rat, holen Sie sich Hilfe von Experten, sehen Sie die Warnsignale.
© imago/blickwinkel, imago stock&people

Aber woher weiß ich als Nachbar, Bekannter, Erzieher, dass ein Kind in Not ist? Tatsächlich ist sexueller Missbrauch schwer zu erkennen, doch es gibt Warnsignale. "Ältere Kinder – so ab dem achten, neunten Lebensjahr – können auffallen durch ein stark sexualisiertes Verhalten. Das kann auch schon bei Kindergartenkindern auftreten, ist aber von den ganz normalen und wichtigen Doktorspielen zu unterscheiden." Auch, wenn Kinder sich zurückziehen oder wieder einnässen seien dies alarmierende Zeichen. Eine Checkliste hat das "Projekt Kinderaugen" veröffentlicht. Beratungsstellen und das Jugendamt helfen, einen Anfangsverdacht einzuordnen.

Körperliche und psychische Signale des Kindesmissbrauchs, wie man handeln sollte, wenn man vom Missbrauch eines Kindes erfährt und alle wichtigen Fragen und Antworten haben wir hier zusammengestellt. Anzeichen dafür, dass ein Kind Gewalt ausgesetzt ist, finden Sie hier.

#DenkAnTim

Ich nehme die Dreijährige fest in den Arm. Sie hat sich beruhigt und kuschelt sich an mich. Die Socken sitzen. Die Große hat sich in der Zwischenzeit selbst geholfen und einfach mit der nächsten Aufgabe weitergemacht. Und während meine süße Tochter auf meinem Schoß sitzt und gespannt zuguckt, was im RTL-Newsroom so los ist, denke ich an all die Kinder hinter all den verschlossenen Türen. Der Lockdown ist für sie lebensgefährlich. Wir müssen sie hören, ihnen helfen. Wir dürfen sie nicht vergessen. Denken Sie an Tim.

Hier finden Sie Hilfe!

Hilfetelefon Sexueller Missbrauch unter der 0800-2255530

Elterntelefon "Nummer gegen Kummer" 0800-1110550

Kinder- und Jugendtelefon "Nummer gegen Kummer": 116 111

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