Spray statt Spritze

Corona-Impfung als Nasenspray - neue Hoffnung am Impfhimmel?

Sind Impf-Nasensprays die neue Hoffnung im Kampf gegen das Coronavirus?
Sind Impf-Nasensprays die neue Hoffnung im Kampf gegen das Coronavirus?
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15. März 2021 - 11:03 Uhr

Weltweit wird an Nasensprays gegen das Coronavirus geforscht

Ein Sprühstoß in die Nase statt eines schmerzhaften Pieks in den Oberarm? Klingt gar nicht schlecht – und könnte bald Realität werden. Weltweit forschen Wissenschaftler, unter anderem in Finnland, den USA und auch Deutschland, an Corona-Impfstoffen, die man als Nasenspray verabreichen kann. Nur, wie soll das funktionieren? Wie realistisch ist der Einsatz und die Wirkung einer Corona-Impfung über die Nase? Und könnte das am Ende unser aktuelles Impfchaos beheben?

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Wie funktioniert eine Impfung über die Nase?

"Die Impfung über die Nase vollzieht den natürlichen Übertragungsweg nach", erklärt Virologe Dr. Martin Stürmer im Interview mit RTL. "Wir infizieren uns ja nicht über einen Stich in den Oberarm, wie es die klassische Impfung macht, sondern wir infizieren uns dadurch, dass das Virus im Prinzip im Nasen-Rachenraum in unseren Körper eindringt. Und wenn man die Immunantwort spezifisch stimuliert an dem Ort, wo das Virus eintritt, hat man dort natürlich einen sehr sehr guten Schutz."

Gibt es das bereits bei anderen Krankheiten?

Ja, so Stürmer, Nasalimpfstoffe gebe es zum Beispiel bei der Influenza, diese seien auch für Kinder zugelassen. "Das funktioniert insgesamt recht gut."

Könnten Impf-Nasensprays die neue Hoffnung sein?

"Wir müssen natürlich überlegen, dass auch hier diese Sprays erstmal durch die Zulassung müssen. Und wir haben gesehen, dass die Zulassung, wenn die Studien gut gemacht sind, auch relativ schnell gehen kann, dass die Behörden auch entsprechend mitspielen und prioritär Unterlagen prüfen." Sollten die Nasensprays in die klinischen Prüfungen gehen, rechnet Stürmer damit, dass sie künftig eine Rolle spielen werden. Kurzfristig sagt er aber: "Wir brauchen jetzt zeitnah ein gutes Konzept und ich glaube, so schnell werden diese Nasalimpfstoffe nicht zur Verfügung stehen, dass sie jetzt wirklich in der akuten Situation unterstützen können."

Corona-Nasensprays vs. Impfnasensprays

Aktuell befindet sich unter anderem ein Impfnasenspray aus Finnland kurz vor den klinischen Studien, nachdem es bei Tierversuchen überzeugt hat. Auch an der Uniklinik Tübingen forschen Wissenschaftler seit einiger Zeit an einem Nasalimpfstoff gegen Corona. Wie Prof. Ulrich Lauer vom Universitätsklinikum Tübingen im Sommer bereits in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" angekündigt hat, wird es aber noch dauern, bis dieser auf den Markt kommt: "Wir werden ungefähr zwei bis zweieinhalb Jahre brauchen, bis wir einen ersten Menschen probeweise impfen können. In vier Jahren könnte unser Impfstoff fertig sein."

Gleichzeitig forschen mehrere Wissenschaftler an Corona-Medikamenten in Form von Nasensprays zum kurzfristigen Schutz – wie zum Beispiel an der Uniklinik Köln. Für ihre Studie sucht die Klinik aktuell Corona-Erkrankte als Probanden. Alle Informationen finden Sie hier.

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