Labor-Theorie "zählt zu wahrscheinlichen Hypothesen "

WHO-Experte: Corona-Ursprung möglicherweise doch in Wuhan-Labor

Hat sich der "Patient 0" doch im Labor mit dem Coronavirus angesteckt?
Hat sich der "Patient 0" doch im Labor mit dem Coronavirus angesteckt?
© RTL, Collage

14. August 2021 - 14:55 Uhr

WHO: China soll Daten aus Corona-Frühphase offenlegen

In den vergangenen Monaten hat die Menschheit viel über Corona gelernt, wir wissen viel. Unter anderem, dass die Pandemie ihren Ursprung in der Region Wuhan hat. Doch wie ist das Virus entstanden – vielleicht doch durch eine Labor-Panne? Die Weltgesundheitsorganisation WHO hält das inzwischen für möglich, nachdem sie die Theorie noch im März als unwahrscheinlich bezeichnete. China solle Daten aus der Anfangszeit der Corona-Krise offenlegen.

Labormitarbeiter könnte sich bei der Probenentnahme infiziert haben

Peter Ben Embarek, of the World Health Organization team holds up a chart showing pathways of transmission of the virus during a joint press conference held at the end of the WHO mission in Wuhan in central China's Hubei province on Tuesday, Feb. 9,
Der dänische Wissenschaftler Peter Ben Embarek hat die WHO-Mission in Wuhan geleitet.
© AP, Ng Han Guan, NHG

Jetzt sagte der dänische Wissenschaftler Peter Ben Embarek, der die WHO-Mission in Wuhan geleitet hatte, dass die Labor-Theorie zu den "wahrscheinlichen Hypothesen"zähle. Er halte es für möglich, dass ein Labormitarbeiter sich bei der Probenentnahme infiziert habe und das Virus so von Fledermäusen auf den Menschen übertragen worden sei, sagte der Experte dem dänischen Sender tv2.

China habe ursprünglich sehr viel Wert darauf gelegt, dass die Labor-These möglichst gar nicht in dem Bericht erwähnt werde, so Embarek weiter.

Lesen Sie zu diesem Thema auch:

WHO lobt Italien und kritisiert China

Unterdessen hat die WHO dazu aufgefordert, die Suche nach dem Ursprung des Coronavirus nicht zu politischen Zwecken zu missbrauchen. Es komme auf rasche internationale Kooperation an, um künftig bei Krankheitserregern mit pandemischem Potenzial besser reagieren zu können.

Die Suche nach den Ursprüngen des Erregers sollte keine Übung in Schuldzuweisungen oder Fingerzeigen sein. Die WHO macht dabei Druck auf China, für weitere Forschungen Zugang zu den wichtigen Daten der ersten Corona-Fälle von 2019 zu gewähren.

In diesem Zusammenhang gehe Italien als eines der ersten und am schwersten betroffenen Länder vorbildlich vor, so die WHO. "Der Austausch von Rohdaten und die Erlaubnis zur erneuten Untersuchung von Proben in Labors außerhalb Italiens spiegeln beste wissenschaftliche Solidarität wider und unterscheidet sich nicht von dem, was wir alle Länder, einschließlich China, ermutigen, zu unterstützen, damit wir die Studien zu den Ursprüngen schnell vorantreiben können und effektiv." (uvo/ dpa)