Neue Studie unterstützt den Verdacht

Kommt das Coronavirus doch aus einem Labor in Wuhan?

Ist das  Coronavirus im Labor in Wuhan entstanden?
Die kontroversen Forscher Dalgleish und Sørensen glauben, dass das Coronavirus im Labor entstanden ist.
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Wie konnte die Corona-Pandemie ausbrechen?

Die Frage über den Ursprung des Coronavirus beschäftigt die Welt. Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehen davon aus, dass das Virus auf natürliche Weise vom Tier auf den Menschen übergesprungen ist. Es gibt aber auch immer mehr Forscher die der Meinung sind, dass es doch durch einen Labor-Unfall in Wuhan entstanden ist und so verbreitet wurde. Auch eine neue, bisher unveröffentlichte Untersuchung eines britischen und eines norwegischen Wissenschaftlers unterstützen diese Theorie.

Wurde die Pandemie durch die kritisierte "Gain of function"-Forschung ausgelöst?

In der britischen Zeitung „Daily Mail“ wurde jetzt aus einer bisher unveröffentlichten Studie zweier Forscher zitiert. Angus Dalgleish und sein norwegischer Kolleger Birger Sørensen geben in dieser Studie an, dass das Coronavirus durch Sicherheitsmängel in einem Speziallabor in Wuhan verbreitet wurde.

In diesem Speziallabor soll die sogenannte „Gain of function“-Forschung betrieben worden sein, die schon seit längerem kritisiert wird. Bei dieser Forschung werden Viren künstlich so verändert, dass sie zum Beispiel ansteckender werden. So will man die potenzielle Auswirkung auf den menschlichen Organismus testen. Die Forschung wird von vielen Wissenschaftlern kritisiert, weil sie das Potential hat, Pandemien auszulösen. Andere glauben hingegen, dass die Form der Forschung wichtig ist, um das Verständnis zu vertiefen und Pandemien zukünftig stoppen zu können. Die Viren würden sich auf natürlichem Wege so oder so verändern.

Forscher blitzen im letzten Jahr mit ihrer Theorie bei Fachzeitschriften ab

Stammt Covid-19 doch aus einem Labor in Wuhan?
Experten im Auftrag der WHO meinen, dass es "extrem unwahrscheinlich" sei, dass das Virus aus einem Labor stammt.
pil jai, dpa, Uncredited

Die beiden Forscher begründen ihre These mit dem Verweis auf „einzigartige Fingerabdrücke“ in dem Virus, auf die sie bei der Entwicklung eines Impfstoffes gestoßen sind. Diese „Fingerabdrücke“ hätte man nur durch Manipulation in einem Labor entwickeln können. Außerdem werfen sie den chinesischen Wissenschaftlern vor, sie hätten nach dem Ausbruch der Pandemie versucht ihre Spuren zu verwischen. Dalgleish und Sørensen behaupten, dass es keinen Zweifel daran gibt, dass das Virus in einem Labor entstand und nicht auf natürlichem Wege.

Anders als sie sehen es viele Kollegen. Ein Team von internationalen Experten hatte im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ermittelt, dass es „extrem unwahrscheinlich“ sei, dass das Virus aus einem Labor stammt. Außerdem sind die beiden Autoren auch nicht in den Coronaviren-Forschung Zuhause. Während sich Dagleish in der Krebs- und HIV-Forschung einen Namen gemacht hat, ist Virologe Sørensen in einem Pharmaunternehmen angestellt. Das Unternehmen hat den Corona-Impfstoff Biovacc-19 entwickelt. Auch Dagleish steht mit dem Unternehmen in Verbindung.

Schon 2020 erweckten die beiden Forscher Aufmerksamkeit mit ihrer These. Damals beklagten sie sich, dass ihre These nicht in einer Fachzeitschrift veröffentlicht wurde. Kollegen warfen ihnen vor, dass sie mit ihren Erkenntnissen bloß Werbung für den Impfstoff Biovacc-19 machen wollten. Nun soll ihr Artikel aber in den kommenden Tagen in der „Quarterly Review of Biophysics Discovery" erscheinen.

Joe Biden setzt Geheimdienste auf die Ursprungssuche an

Der Bericht der WHO wird mittlerweile aber von immer mehr Staaten angezweifelt. Es gibt Zweifel, dass die Wissenschaftler und Wissenschaftlerin in China kompletten Zugriff auf alle Daten gehabt haben sollen.

Gerade erst hatte US-Präsident Joe Biden seine Sicherheitsbehörden darauf angewiesen, den Ursprung des Coronavirus herauszufinden. Er gab eine zweite Studie zu der Ursprungsfrage in Auftrag, da die bisherigen Ergebnisse keine klare Antwort geben.