17. Juni 2019 - 14:04 Uhr

Katja entscheidet sich für eine umstrittene Behandlung

Katja Schmollack bekommt mit 32 Jahren eine Diagnose, die ihr Leben für immer verändern sollte. Sie hat Multiple Sklerose. Doch dagegen will sie ankämpfen und entscheidet sich für eine völlig umstrittene Therapie, die sie sogar umbringen könnte. Wir haben Katja auf ihrem schweren Weg in die Klinik begleitet - wird die Behandlung ihr wirklich helfen?

Würde die Krankheit weiter fortschreiten, säße Katja bald im Rollstuhl

Wenn Katja heute mit ihrem Hund spazieren gehen würde, dann würde sie nur noch ein paar hundert Meter zu Fuß schaffen – früher waren es mal fünf Kilometer. Eine Einschränkung, die in ihrer Multiplen Sklerose ihren schrecklichen Ursprung hat. Ihre Prognose ist nicht gut, die Medikamente wirken nicht. Sie kämpft bereits mit einer Spastik im Arm; Hand und Finger kann sie nur noch eingeschränkt benutzen. Würde die Krankheit weiter fortschreiten, säße Katja in wenigen Jahren im Rollstuhl.

Doch sie will nicht kampflos aufgeben, möchte auf keinen Fall akzeptieren, dass die MS ihr Leben weiter bedroht und sie irgendwann in ihrem eigenen Körper gefangen ist. Deswegen recherchiert sie nach Therapieformen im Internet und stößt auf eine gefährliche Behandlung in Moskau.

Katja braucht 50.000 Euro um die Therapie zu bezahlen

Das erste Mal haben wir Katja im vergangenen Jahr getroffen. Damals sammelte sie im hessischen Hochheim Spenden für ebendiese Therapie in Russland – 50.000 Euro brauchte sie dafür, weil die Krankenkasse diese Kosten nicht übernimmt.

Über ihre eigene Homepage und Facebook-Seite bekommt sie das Geld in nicht einmal zwei Monaten zusammen. "Es gab viele Freunde, die etwas gegeben haben, viele Nachbarn, von der Arbeit – aber tatsächlich auch ganz viele Leute, die ich überhaupt nicht kenne", erklärt die 36-Jährige.

Chemo- und Stammzelltherapie als letzte Hoffnung

Katja ist überzeugt davon, dass die Chemo- und Stammzell-Therapie in der Pyrogov Klinik in Moskau ihre einzige Chance ist, die Erkrankung in den Griff zu bekommen. Die Behandlung ist jedoch nicht ungefährlich. Deutsche Ärzte haben ihr davon abgeraten, da die Nebenwirkungen sogar tödlich sein könnten. Doch davon lässt sich Katja nicht entmutigen, zu sehr möchte sie ihre Krankheit besiegen.

Zwei Monate früher als geplant reist sie nach Russland, da ihr Zustand sich bereits verschlimmert hat. Im zweiten Teil der Serie berichten wir über ihre Behandlung in der Pyrogov Klinik in Moskau und wie die umstrittene Therapie ihre Multiple Sklerose stoppen soll.

Das ist Multiple Sklerose

Multiple Sklerose, kurz MS, ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Die Krankheit tritt in der Regel zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Frauen sind häufiger davon betroffen als Männer. Hier lesen Sie mehr zu Ursachen, Symptomen und über die Behandlung von MS.