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Bus-und Bahnfahrer zahlen bald fast überall bundesweit ordentlich drauf

Warum Bus- und Bahnfahren bald deutlich teurer wird

Nahverkehrskunden zahlen teils kräftig drauf

ARCHIV - 21.10.2020, Berlin: Fahrgäste fahren am Rande eines Pressetermins im Bus «Alexander Dennis Enviro500» der Berliner Verkehrsbetriebe. Für die täglichen Wege im Nahverkehr müssen Fahrgäste bald mehr bezahlen. Jedoch nicht überall in Deutschlan
Symbolbild: Öffentlicher Nahverkehr - BVG.
ped jat vco bf, dpa, Britta Pedersen

Preise steigen sowohl im Nah- als auch im Fernverkehr

Steigende Sprit- und Stromkosten, die Verkehrswende, dazu der Absturz der Fahrgastzahlen in der Pandemie: Viele Verkehrsverbände sehen sich gezwungen, ihre Tarife zu erhöhen. Andere wiederum verzichten darauf - und begründen das ebenfalls mit Corona. Viele Menschen in Deutschland müssen demnächst auch für das Bus- und Bahnfahren draufzahlen. Die Preise steigen im Winter nicht nur im Fernverkehr, sondern in zahlreichen Regionen auch im Nahverkehr.

"Das freut niemanden!"

Busticket anstatt Führerschein (Symbolbild)
Busticket anstatt Führerschein (Symbolbild)
Pixabay

Viele tägliche Wege werden also teils deutlich teurer: Je nach Verkehrsverbund steigt der durchschnittliche Tarif um bis zu 5,5 Prozent. Das geht aus Beschlüssen zur bevorstehenden Preisrunde zum Jahreswechsel hervor, die die Deutsche Presse-Agentur ausgewertet hat. Anderswo ändern sich die Preise dagegen gar nicht. Als letzter der großen Verbünde arbeitet etwa der Hamburger Verkehrsverbund an einer Preiserhöhung. Im Schnitt 1,3 Prozent mehr sollen die Hanseaten ab dem Jahreswechsel voraussichtlich bezahlen. „Das freut niemanden“, bekennt der Verbund: „Bedenkt bitte bei der Diskussion: Alles wird teurer.“ Nur ein Teil der höheren Kosten werde an die Fahrgäste weitergegeben. Den weitaus größeren Teil übernehme die Steuerkasse.

Was sind Gründe für die höheren Preise?

ARCHIV - Reisende kaufen am 15.10.2014 an Fahrkartenautomaten im Hauptbahnhof in Hamburg Fahrkarten. (zu dpa "Bahn erhöht Fahrpreise im Fernverkehr um 0,9 Prozent" vom 16.10.2017) Foto: Bodo Marks/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Auch Bahntickets in Hamburg werden teurer. Foto: dpa
bom kde lof, dpa, Bodo Marks

Sprit, Strom, neue Angebote - in vielen Regionen sind das die wesentlichen Argumente für höhere Preise: Der Einbruch der Fahrgeldeinnahmen bringe die 135 Mitgliedsunternehmen in starke Bedrängnis, hieß es etwa im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg. Außerdem müsse die Verkehrswende weg vom Auto finanziert werden, genau wie neue digitale Angebote. Für die Franken wird das Bus- und Bahnfahren erheblich teurer. Im VGN steigen die Tarife zum ersten mal seit drei Jahren und deshalb gleich um 5,5 Prozent im Durchschnitt. Nur in der Stadt Nürnberg selbst sorgen Millionen aus der Stadtkasse dafür, dass die Tarife noch einmal stabil bleiben können. Auch in München und Umgebung wird es deutlich teurer: plus 3,7 Prozent gilt von Mitte Dezember an. „Die Corona-Pandemie bescherte uns enorme Einnahmenausfälle“, erklärte der dortige Verkehrsverbund. Man habe dennoch das Angebot nahezu vollständig aufrechterhalten.

Wo die Preise stabil bleiben

Doch nicht überall müssen die Fahrgäste tiefer in die Tasche greifen. In Bremen, seinem niedersächsischen Umland sowie in Berlin und Brandenburg ändert sich nichts. Bremer können sich sogar über die zweite Nullrunde in Folge freuen. Diese Verkehrsverbünde nennen dafür ein Argument, das andere ausdrücklich für Preiserhöhungen nutzen: den Fahrgastrückgang in der Corona-Pandemie. Mit stabilen Preisen wollen sie die Kundinnen und Kunden zurück in Busse und Bahnen holen. (kst/dpa)