Neuer Bundesverteidigungsminister im RTL-Interview

Ab nächster Woche will Pistorius die Bundeswehr anpacken

Ab nächster Woche will Pistorius die Bundeswehr anpacken Neuer Minister im Interview
01:33 min
Neuer Minister im Interview
Ab nächster Woche will Pistorius die Bundeswehr anpacken

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Seit heute ist Boris Pistorius neuer Bundesverteidigungsminister. Kaum ein anderer Job in der deutschen Politik ist in der Vergangenheit schwieriger gewesen. Und in Zeiten eines Krieges in Europa wird er nicht gerade einfacher. Im RTL-Interview hat sich Pistorius zu seiner Haltung eines Leopard-II-Panzer-Exports in die Ukraine geäußert. Die Bundeswehr will der neue starke Mann ab nächster Woche auf Vordermann bringen.

Vom Innenminister Niedersachsens zum Verteidigungsminister

Gestern war er noch Innenminister von Niedersachsen und hatte mit deutscher Außen- und Sicherheitspolitik nichts zu tun. 24 Stunden später ist Boris Pistorius (SPD) neuer Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland, heute trat er offiziell die Nachfolge der unglücklichen Christine Lambrecht an. Es ist kein beneidenswerter Job.

Pistorius erhielt von seinen Vorgängern eine marode Bundeswehr und die viel diskutierte Debatte um die Leopard-II-Panzer. Liefern oder nicht liefern? Kanzler Olaf Scholz ließ sich auch auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos zuletzt beim Panzer-Poker nicht aus der Reserve locken. Und der neue Verteidigungsminister? Am Abend beantwortete er bei RTL die dringendsten Fragen.

Wird die zögerliche Haltung fortgesetzt?

Wie geht es denn nun weiter in der Frage, ob Deutschland der Ukraine die gewünschten Panzer liefert, Herr Pistorius? „Die Unterstützung durch Deutschland ist seit Ausbruch des Krieges immer in enger Abstimmung mit seinen Nato-Partnern passiert. Sollte es zur Lieferung der Leopard-II-Panzer kommen, wird es wieder so sein“, so Pistorius. Das klingt ganz danach, als würde die zögerliche Haltung der Bundesregierung in dieser Frage fortgesetzt.

Und die mangelhafte Ausrüstung und Kampftauglichkeit der Bundeswehr? Wie will der Minister den schlechten Zustand seiner Streitkräfte verbessern? „Nach der Konferenz in Ramstein und dem deutsch-französischen Treffen in Paris am Sonntag werde ich solche Fragen ab nächster Woche angehen. Wie können die Produkte besser ausgewählt werden? Was muss in der Beschaffung besser passieren? Aber ich neige nicht zu Schnellschüssen“, so der Minister.

Diesen Worten wird er in Kürze Taten folgen lassen müssen. (jak)