2017 haben ca. 15 Millionen Menschen nicht gewählt

Welchen Einfluss haben Nichtwähler?

So wichtig ist die Stimme von Nichtwählern Bundestagwahl 2021
01:05 min
Bundestagwahl 2021
So wichtig ist die Stimme von Nichtwählern

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Ungefähr 60 Millionen Menschen sind in Deutschland wahlberechtigt und können so am Sonntag entscheiden, welche Parteien in den Bundestag einziehen werden. Bei der letzten Wahl 2017 haben 47 Millionen Menschen ihre Stimme genutzt und gewählt, 15 Millionen gehörten zur Gruppe der so genannten Nichtwähler. Wie viele Nichtwähler es bei dieser Wahl geben wird ist aktuell noch nicht abzusehen, allerdings hat der Anteil der Nichtwähler einen großen Einfluss darauf ob Parteien in den Bundestag einziehen können oder eben nicht.

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Aktuelle Umfragen: Anteil der Nichtwähler auf höherem Stand als bei der Wahl 2017

Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage liegt der Anteil der Unentschlossenen und Nichtwähler mit 25 Prozent über dem Anteil der Nichtwähler bei der Bundestagswahl 2017. Dort waren es 23,8 Prozent der ca. 60 Millionen Wahlberechtigten in Deutschland gewesen. Knapp 15 Millionen haben 2017 also nicht gewählt bzw. eine ungültige Stimme abgegeben. Welchen Einfluss die Stimmen der Nichtwähler aber haben können, lässt sich leicht an Beispielen der Wahl 2017 demonstrieren. Diesen Einfluss haben die Stimmen der Nichtwähler:

Prozentuale Verschiebung aller Stimmen

Hätten alle Nichtwähler bei der letzten Bundestagswahl eine Stimme abgegeben – beispielsweise für eine fiktive „Nichtwählerpartei X“, dann würden sich auch die prozentualen Ergebnisse der anderen gewählten Parteien verändern. Mit unterschiedlich großen Auswirkungen.

Der Wahlsieger der letzten Bundestagwahl – die CDU/CSU – wurde damals von 32,9% der Wählerinnen und Wähler gewählt. Kämen nun die 15 Millionen Nichtwähler dazu, die zwar nicht die CDU/CSU gewählt haben, aber immerhin ihre Stimme abgegeben haben, dann läge die CDU/CSU nur noch bei einem prozentualen Wahlergebnis von 24,8 Prozent. Der Anteil der Wählerinnen und Wähler, die die fiktive „Nichtwähler-Partei X“ gewählt hat, liegt so mit 24,6 Prozent also fast genauso hoch.

Fünf-Prozent-Hürde für Parteien liegt höher

Auswirkungen hat das aber nicht nur auf die großen Parteien mit hohen Stimmenanteilen, sondern vorallem auf kleinere Parteien. Sie hätten es bei deutlich mehr Wählern auch deutlich schwerer die so genannte 5-Prozent-Hürde zu nehmen. Also die Stimmenanzahl zu erreichen, die eine Partei benötigt, um in den Bundestag einziehen zu dürfen.

Bei 47 Millionen Wählern (während der Bundestagwahl 2017) lag die 5%-Hürde bei 2,4 Millionen Stimmen. Gehen nun aber auch die Nichtwähler der letzten Wahl wählen – also alle rund 60 Millionen Wahlberechtigten, dann bräuchte eine Partei mehr als 3 Millionen Stimmen, um in den Bundestag einziehen zu dürfen.

Wer nicht wählen geht hat nicht nur keine eigene Stimme, sondern wertet die Stimmen der anderen auch noch prozentual auf. Die eigene Stimme bei der Wahl kann also einige Vorgänge in Gang setzen. (khe)