Eltern empört über "All About Me"-Programm

Britische Schulen bringen Sechsjährigen das Masturbieren bei

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23. September 2019 - 7:25 Uhr

241 britische Grundschulen nehmen am Sexualkunde-Programm teil

Ein umstrittenes Schulprogramm sorgt derzeit in Großbritannien für Schlagzeilen. Im Rahmen des "All About Me"-Programms werden Kindern ab sechs Jahren die "Regeln der Selbstbefriedigung" beigebracht. Viele Eltern sind empört.

Kinder sollen lernen, "wie man sich selbst berührt"

In 241 britischen Grundschulen wird das neue "All About Me"-Programm bereits angeboten, berichtet "Daily Mail". Dabei sollen die Schüler im Alter von sechs bis zehn Jahren nicht nur alles über ihre eigenen Geschlechtsteile lernen, sondern auch, "wie man sich selbst berührt", heißt es im Bericht. Den Kindern soll so die Scheu vor ihrem Körper genommen werden.

Bei dem Programm handelt es sich um eine neue Art des Sexual- und Beziehungsunterrichts, der im kommenden Jahr auch auf weitere Schulen ausgeweitet werden könnte. Laut dem Initiator, dem Warwickshire County Council, basiert das Programm auf über fünf Jahren Feedback von Schulen, Eltern und Jugendlichen. Es gehe dabei viel weniger um Sex, als um Selbstbewusstsein und das Wissen darüber, wie sich ein Körper verändert, schreibt "Daily Mail".

"Meine Frau hat geweint, als sie von dem Unterricht erfahren hat"

Den Eltern sei zum Schulstart ein Programm mit insgesamt fünf Punkten vorgelegt worden. Eines der Punkte trägt den Titel "Verständnis von Anatomie, Autonomie und Veränderungen während der Pubertät", die anderen handeln über Beziehungen, Gedanken, Gefühle sowie Verständnis, heißt es. Was sich genau dahinter verbirgt, sei vielen Eltern zunächst nicht bewusst gewesen, schreibt das britische Portal.

So sollen den Schülern unter anderem Sex-Szenarien vorgelegt worden sein, die sie dann lösen sollten. Dabei werden sie aufgefordert anzukreuzen, was "okay" oder "nicht okay" ist, heißt es. Kitzeln und Streicheln sei beispielsweise in Ordnung, es in der Öffentlichkeit zu tun, aber nicht.

Laut "Daily Mail" gäbe es bereits Eltern, die ihre Kinder bewusst nicht in solche Unterrichtsstunden schicken. "Meine Frau hat geweint, als sie von dem Unterricht erfahren hat", zitiert das Portal einen besorgten Vater. Doch spätestens ab September 2020 soll die Teilnahme Pflicht sein.